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HERBST 1942 (2)

Zwei Nobelpreisträger für Physik trafen sich im Oktober 1941 in Carlsberg in Dänemark: der Deutsche Werner Heisenberg und der Däne Niels Bohr. Heisenberg erklärte seinem Freund Bohr, dass er herausgefunden hätte, dass es grundsätzlich möglich ist, Atomwaffen zu bauen und dass dazu ein enormer technischer Aufwand nötig wäre. Niels Bohr war über diese Mitteilung derart erschrocken, dass er kurz darauf Kollegen in den USA alarmierte. Schließlich war die Atomkernspaltung drei Jahre zuvor in Berlin, in der Nähe von Hitlers Reichskanzlei, entdeckt worden.

Der emigrierte ungarische Physiker Leo Szilard war einer der wenigen, der die Gefahr einer deutschen Atombombe für die USA erkannte. Da seine Autorität nicht ausreichte, um die US-Regierung von der Bedrohung durch deutsche Atomwaffen zu überzeugen, überredete er Albert Einstein, einen Brief an Präsident Roosevelt zu schicken. Amerika müsse Deutschland unbedingt zuvor kommen.

Das wichtigste Problem, das es zu Beginn zu lösen galt, war der Nachweis einer atomaren Kettenreaktion. Große Atomkerne kann man mit winzigen Teilchen, den so genannten Neutronen, spalten. Ein paar gespaltene Atomkerne machen aber noch keine Bombe. Nur wenn die Spaltung der Atomkerne lawinenartig anschwoll, konnte an den Bau einer Atombombe gedacht werden. Enrico Fermi, ein genialer italienischer Physiker, der in die USA geflohen war, bildete zur experimentellen Überprüfung der Frage eine Arbeitsgruppe mit einer Handvoll tollkühner Physiker.

Der 2. Dezember 1942 war ein folgenschwerer Tag in die Geschichte der Kernenergie. In einer Halle unter dem Sportstadion der Universität Chikago hatte die Gruppe um Fermi einen Atomreaktor aus vierzigtausend Graphitblöcken aufgebaut. Im Reaktor steckten Uran-Brennelemente und Cadmiumstäbe zur Bremsung der Kettenreaktion. Auf einer Plattform über dem Reaktor standen drei Männer. Falls der Reaktor durchzugehen drohte, mussten sie aus Eimern eine Cadmiumsalzlösung über den Reaktor gießen. Ein weiterer Arbeiter stand mit einer Axt bereit. Er sollte im Notfall ein Seil kappen, an dem ein großer Cadmiumstab hing. Dieser wäre dann in den Reaktor gefallen um eine unkontrollierte Kettenreaktion zu unterbinden. Der Test des ersten Atomreaktors der Geschichte erfolgte jedoch unfallfrei. Fermi konnte zeigen, dass eine Kettenreaktion und somit der Bau der Atombombe machbar war.

Der Herbst 1942 brachte im Oktober die erste militärisch einsetzbare Großrakete ("Aggregat-4" später "V-2") und im Dezember die erste atomare Kettenreaktion. Die Büchse der Pandora steht somit seit 60 Jahren offen.

Die Mutter aller Bomben
1 Dollar-Patente
Der Tod aus dem Labor
Atomarer Schutzschild
Die atomare Lunte
Der nukleare Tod
Die Bombe Gottes
Los Alamos
Roter Oktober
Fackel in der Finsternis
Dr. Seltsam
Der Vater der H-Bombe
Die Bombe als Heil
Rassenlehre
nature

© 2002 Rudolf Öller, Bregenz


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Helden der Wissenschaft:
Jakob Bernoulli
(1654-1705)
begründete die Wahrscheinlichkeitstheorie, die Besuchern von Spielcasinos unbekannt ist, was die Betreiber dieser Casinos aber freut.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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