Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

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25. Oktober 2021

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1 DOLLAR-PATENTE

Investoren sind ständig auf der Suche nach Erfindungen, die Gewinne versprechen. Das ist eine legitime Sache, denn Erfinder sind nicht selten arme Schlucker, und die Finanzmänner wollen ihr Kapital verzinst sehen. Problematisch kann die Sache werden, wenn Geldgeber und Gesetzesvertreter weder über Fantasie noch über eine naturwissenschaftlich-technische Vorbildung verfügen. So wurde 1913 der amerikanische Erfinder Lee de Forest wegen Betrugs vor ein Gericht gestellt. In der Anklageschrift hieß es unter anderem: "De Forest hat in vielen Zeitungen Artikel unter seinem Namen drucken lassen, dass es innerhalb weniger Jahre möglich sein werde, die menschliche Stimme über den Atlantik zu übertragen. Auf Grundlage dieser absurden und absichtlich irreführenden Behauptungen wurde dem genarrten Publikum nahe gelegt, Aktien seiner Gesellschaft zu kaufen."

Die Geschichte von de Forest ist schon komisch genug, aber grotesk wird die Sache, wenn unbrauchbare Patente eingereicht werden, die von Investoren für sensationell gehalten werden. Als der brillante Nobelpreisträger Richard Feynman zwischen 1945 und 1950 an der amerikanischen Cornell-Universität arbeitete, erhielt er einen Anruf aus Kalifornien. Der Anrufer erklärte ihm, man hätte Geld beschafft, um eine Fabrik für atomar getriebene Raketen zu bauen. Feynman sollte Direktor der Forschungsabteilung werden. Der Anrufer war so begeistert von der Idee der Atomraketen, dass er Feynmans Einwände nicht hören wollte.

Was war geschehen? Feynman hatte als junger Physiker in Los Alamos an der Atombombe mitgearbeitet, und dort gab es einen Hauptmann Smith, der ein Patentbüro für die Regierung verwaltete. Smith hatte die Aufgabe, aus den Ideen der Bombenforscher brauchbare Projekte herauszufiltern. Irgendwann versprach Smith einen Dollar Honorar für jeden technischen Entwurf. Das sprach sich alsbald herum. Wer einen Dollar brauchte, lieferte einfach den nächstbesten Einfall ab. Da Hauptmann Smith wenig zu tun hatte, meldete er alle Ideen, auch wenn sie verrückt erschienen, als Patent an. Schließlich hatte man es in Los Alamos ja mit talentierten Leuten zu tun. So kam es, dass auch der junge Physiker Feynman ein paar unbrauchbare Entwürfe ablieferte wie etwa Raketen mit Atomreaktoren als Antrieb, was amerikanische Investoren Jahre später für einen Geheimtip hielten. Feynman zockte die raketenbegeisterten Kalifornier nicht ab, lachte sich insgeheim aber krumm.

Die Mutter aller Bomben
Herbst 1942
Der Tod aus dem Labor
Atomarer Schutzschild
Die atomare Lunte
Der nukleare Tod
Die Bombe Gottes
Los Alamos
Roter Oktober
Fackel in der Finsternis
Dr. Seltsam
Der Vater der H-Bombe
Die wöchentliche Widerlegung
nature

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Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

Leser dieser Internetseite werden den einen oder anderen Artikel im Buch wiederfinden. Das Buch ist auch bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.

© 2002 Rudolf Öller, Bregenz