Welt der Naturwissenschaften
(Scientific Medley)

 Jahresübersicht 2000

Die äußere Freiheit der vielen leitet sich ab aus der inneren Freiheit der einzelnen.
(Theodor Heuss)


24. Juni 2024


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DENKENDE MASCHINEN

In letzter Zeit liest und hört man davon, dass die Wissenschaft im 21. Jahrhundert das Gehirn und damit den Geist des Menschen verstehen und mit Hilfe eines Computers simulieren könne. In Fachzeitschriften häufen sich neuerdings Artikel, in denen dieses Thema von Computerfachleuten, Biologen und Medizinern kontrovers diskutiert wird. Das Thema an sich ist nicht neu und wurde erstmals in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts von Alan Turing zur Sprache gebracht.

Alan Mathison Turing (1912 - 1954) war ein britischer Mathematiker und gilt heute als einer der größten Pioniere der Computertechnik. Turing studierte Mathematik an der Universität von Cambridge sowie an der Princeton University (USA). Im 2. Weltkrieg arbeitete Turing als Entschlüsselungsspezialist für die britische Regierung.

Bereits 1936 führte Turing das Konzept einer abstrakten Rechenmaschine ein, die später als "Turing-Maschine" bekannt wurde. Das Modell der Turing-Maschine hat eine Zeichentabelle, ein in Felder unterteiltes Eingabeband und einen Lese-/Schreibkopf, der jeweils ein Feld des Bandes bearbeiten kann. Abhängig vom Zeichen, das sich unter dem Kopf der Maschine befindet, ändert sie den Zustand und schreibt entweder ein weiteres Zeichen oder bewegt den Lesekopf nach links oder rechts. Die Konzeption dieser Turing-Maschine, die theoretisch jede mathematische Berechnung bewältigen konnte, war klar durchdacht und bei der Entwicklung der späteren Computer von entscheidender Bedeutung. Turing dehnte seine Arbeit auch auf die künstliche Intelligenz und die mathematischen Aspekte der Biologie aus. Der von ihm entworfene "Turing-Test" diente der Messung maschineller Intelligenz. Sein Konzept war für seine Zeit revolutionär.

Im 2. Weltkrieg enträtselte Turing mit mathematischen Methoden die Codes der deutschen Wehrmacht, die diese zur Kommunikation benutzt hatte. Da die Deutschen einen mechanischen Computer - die legendäre "Enigma" - einsetzten, war dies eine schwierige Aufgabe, weil das Knacken wechselnder Codes für unmöglich gehalten wurde. Doch Turing löste das Enigma-Rätsel, was einen entscheidenden Einfluss auf den weiteren Verlauf des Krieges hatte.

Nach dem Krieg war Alan Turing am Bau und am Einsatz der Großrechenanlage "ACE" (Automatic Computing Engine) beteiligt. Er glaubte, dass Computer um das Jahr 2000 das Gedächtnis eines Menschen nachbilden könnten und sogar das Denken beherrschen würden. Turing war ein Genie und seiner Zeit weit voraus. Er kam 1954 auf tragische Weise ums Leben. Heute ist er - außer in Fachkreisen - nahezu in Vergessenheit geraten.

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© 2000 Rudolf Öller, Bregenz


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Emil von Behring
(1854-1917)
war ein Mediziner und Fachmann für Serologie. Er bekämpfte erfolgreich die Diphtherie und bekam den ersten Medizin-Nobelpreis der Geschichte.


Rudolf Oeller:

Typhon District

Thriller über eine Gruppe von Wissenschaftlern, die Gott gründlich ins Handwerk pfuscht und dabei zugrunde geht.
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Alles beginnt mit einer harmlosen Untersuchung: Als Ben, ein Molekularbiologe, um Hilfe gebeten wird, weil die Schimpansenweibchen im Zoo keinen Nachwuchs bekommen, ahnt er noch nicht, dass seine Welt bald aus den Fugen geraten wird. Die Ursache der Zeugungsunfähigkeit ist nämlich eine Chromosomenmutation der Affendamen, und die bringt seinen Chef auf eine folgenreiche Idee. So entsteht das unter Verschluss gehaltene Projekt Typhon District, benannt nach einem Hybridmonster aus der Mythologie. Erst allmählich kommen bei Ben und seinem internationalen Team Zweifel auf. Doch da sind sie bereits tief in einem Strudel von Geld und Machtgier, Manipulation und Skrupellosigkeit gefangen. Nicht nur ihre eigenen Leben sind bedroht. Als sie das bemerken, ist es bereits zu spät.

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