Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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SCHMERZVOLLER PROZESS


Die Kirche hatte im Mittelalter ein Problem. Das in der Bibel vorausgesagte Ende der Welt wollte einfach nicht kommen. Die damals angesehenen Theologen, wie etwa Thomas von Aquin, waren daher gezwungen, eine Art weltliche Bibel zu etablieren. Die griechischen Philosophen Platon und Aristoteles wurden als kirchenkompatibel erachtet, wobei Aristoteles die wichtigere Rolle spielte.

Aristoteles war ein kluger Mann, aber auch er war, so wie alle Philosophen, nicht vor Irrtümern gefeit. So behauptete er, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums liegt, eine Annahme, die bekanntlich falsch ist. Das Beharren auf diesem Standpunkt und auf vielen anderen widerlegten Thesen kostete die Kirche langfristig ihre Machtposition. Heute beschränken sich christliche Kirchen auf Fragen der Ökologie und Sozialpolitik. Andere ehemals verkündete Inhalte wie Empfängnisverhütung spielen seit dem Tod von Papst Johannes Paul II im kirchlichen Themenkatalog keine Rolle mehr.

Die Kirche hat sich ihrer weltlichen Philosophen teilweise entledigt, dem Islam ist das noch nicht gelungen. Der Koran ist nicht das einzige geheiligte Buch dieser Religion. Johann Wolfgang von Goethe hatte übrigens mit dem Koran ein Problem. Er hielt das Buch für wenig originell und fragte sich, ob es sich überhaupt um etwas Neues handle, da die Erschaffung der Welt in sechs Tagen, Adam, Abraham, der Erzengel Gabriel und Jesus von Nazareth im Koran erwähnt werden.

Der Islam verwendet, ähnlich wie die Kirche, auch verschiedene weltliche Quellen. Die "Sunna" der Moslems besteht aus zwei Teilen, den "Hadithen" und der "Sira". Es handelt sich um eine umfangreiche Sammlung von Anweisungen und Anleitungen Mohammeds für den muslimischen Alltag. Ein Großteil der Sunna, zusammen mit einigen Texten aus dem Koran, bilden die "Scharia", das bis heute gültige Gesetz des Islam. Alle muslimischen Länder müssen laut Kairoer Konferenz von 1990 ihre weltlichen Gesetze an der Scharia ausrichten. Das Problem dabei ist der starre Dogmatismus. Laut Scharia darf es keine Meinungsfreiheit, keine Redefreiheit, keine Gleichstellung von Männern und Frauen, keine Gleichstellung von Muslimen und Ungläubigen, keine Freiheit der Kunst, und keine Freiheit der Wissenschaft geben.

So wie die Kirche manche auf Platon und Aristoteles beruhende Lehrmeinungen beseitigen musste, so wird der Islam die Scharia kippen müssen, wenn er auch in Zukunft ernstgenommen werden will. Künste und Wissenschaften zu zensurieren ist im Westen undenkbar. Die Kirche hat aus ihren alten Fehlern gelernt. Das war ein schmerzvoller Prozess, der ein halbes Jahrtausend gedauert hat. Der Islam hat diese Prozedur noch vor sich.



Die verspielte Renaissance
Islamismus
Ideologien: Epilog
Die Krise der Ideologie
Muslimbruderschaft
Neues Blut
Adam und Hawa
Gedankenpolizei
Abendland in Christenhand?
Der Islam und die Freiheit

© 2018 Rudolf Öller, Bregenz



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Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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