Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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DER GELBE HYPERRIESE

Der Absturz der Raumfähre Columbia und der tragische Tod der sieben Astronauten hatten die üblichen Wortmeldungen zur Folge. „Man werde trotz des Unglücks die Erforschung des Weltalls mit Hilfe der Raumfahrt weiterführen“, hieß es. Das einzige dazu passende Zitat findet man in Goethes Faust: „Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“

Das letzte mutige Raumfahrtprojekt war das Mondprogramm der USA zwischen Juli 1969 (Apollo XI) und Dezember 1972 (Apollo XVII). Der erste Mensch auf dem Mond war Neil Armstrong, der vorläufig letzte Mensch war der Raumfährenpilot Eugene Cernan. Die Bemühungen der Raumfahrtnationen USA und Russland waren in den letzten Jahren durchaus respektabel, aber die wahre Erforschung des Weltalls erfolgt nach wie vor mit Hilfe einiger weniger unbemannter Raumsonden und mehrerer großer Teleskope.

Betrachten wir einmal die räumlichen Dimensionen des Universums mit Hilfe einer maßstabgetreuen Verkleinerung. Stellt man die Sonne mit einen Durchmesser von 14 Zentimeter dar, dann bewegt sich die Erde in 15 Metern Entfernung um unsere Modellsonne. Der Mond wäre in diesem Modell so groß wie ein Sandkorn und hätte von der strecknadelkopfgroßen Erde einen Abstand von nur 3,8 Zentimetern. Der Pluto am Rande unseres Sonnensystems wäre vom Zentralgestirn etwa einen halben Kilometer entfernt.

Erst kürzlich wurden die Astronomen auf einen so genannten gelben Hyperriesen aufmerksam. Von seiner Sorte sind nur sieben Exemplare in unserer Milchstraße bekannt. „Rho Cassiopeiae“, so sein Name, ist der wahrscheinlichste Kandidat für die nächste kosmische Superexplosion in unserer Galaxie. Astrophysiker sind sich sicher, dass es den Riesen jederzeit zerreißen kann, da der Brennstoff in seinem Kern beinahe verbraucht ist. Zurzeit pulsiert seine Atmosphäre heftig, so dass die Astronomen eine gewaltige Explosion, eventuell sogar eine Supernova erwarten. Der Todeskandidat ist 10.000 Lichtjahre von uns entfernt, sein Licht braucht also 10 Jahrtausende, um bis zur Erde zu gelangen. Diese Entfernung ist nur ein Zehntel des Durchmessers unserer Milchstraße, und doch würde diese Distanz in unserem genannten Modell mit der nur 14 Zentimeter großen Sonne einer Strecke von 10 Millionen Kilometern (!) entsprechen.

Vermutlich ist Rho Cassiopeiae bereits explodiert und die Nachricht von diesem fernen Ereignis ist noch mit Lichtgeschwindigkeit zu uns unterwegs. Die großräumige Erforschung des Universums mit Hilfe der bemannten Raumfahrt wird wegen der unermesslichen Distanzen für immer ein Wunschtraum bleiben.

Astronomie
Markarian 501
Schwarze Löcher (1997)
Schwarze Löcher (2005)
Fliehende Galaxien
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© 2003 Rudolf Öller, Bregenz


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Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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