Welt der Naturwissenschaften
(Scientific Medley)

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Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein.
(Joseph von Eichendorff)


30. September 2022


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SCHWARZE LÖCHER

Mitte Mai lief eine vermeintliche Sensationsmeldung über die wissenschaftlichen Ticker des Internets: Die NASA habe über das Hubble-Weltraumteleskop (im Fachjargon "Hubble Space Telescope", kurz HST genannt) ein "supermassives" Schwarzes Loch in der Mitte der Galaxie M84 entdeckt. Das Schwarze Loch befinde sich etwa 50 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und sei dreihundertmillionen mal so schwer wie unsere Sonne. Ein Monster des Universums also. Keine 24 Stunden später meldeten die gleichen Ticker, daß die Entdeckung spekulativ sei, es könne sich ebensogut um einen Kugelsternhaufen handeln. Abgesehen davon, daß hastig revidierte Meldungen aus dem Wissenschaftsbereich peinlich sind, geben Berichte über Schwarze Löcher stets eine Fundgrube für wilde Spekulationen ab.

Die Theorie der Schwarzen Löcher ist eine faszinierende Aussage der Allgemeinen Relativitätstheorie aus dem Jahre 1916. Übersteigt die Schwerkraft am Rande eines Sterns einen gewissen Grenzwert, so schließt sich das Innere vollständig gegen die Außenwelt ab. Die sogenannte Fluchtgeschwindigkeit übersteigt die Lichtgeschwindigkeit. Da sich nichts schneller bewegen kann als das Licht, stürzt alles - Materie und Licht - innerhalb des Schwarzschildradius (benannt nach dem Astronomen Karl Schwarzschild) ins Zentrum des Schwarzen Loches.

Ein Schwarzes Loch hat keine Mindestgröße. Die Erde hat einen Schwarzschildradius von 9 Millimeter, sie verwandelte sich demnach in ein Schwarzes Loch, wenn man sie auf die Größe einer Kirsche pressen könnte. Unsere Sonne als Schwarzes Loch hätte bereits einen Schwarzschildradius von ca. 3 Kilometern.

Die Energie, die zur Kompression eines ganzen Sternes nötig ist, ist unvorstellbar groß. Die Kernenergie reicht bei weitem nicht aus um einen Stern auf ein Schwarzes Loch zusammenzuquetschen. Diese Energie, so weiß man heute, stammt aus der Schwerkraft. Wenn der Rest eines großen Sternes als Folge einer Explosion kollabiert, so kann eine Gravitationsenergie frei werden, welche zur Bildung eines Schwarzen Loches ausreicht. Sternexplosionen, auch "Supernovae" genannt, zählen zu den beliebtesten Objekten der Astronomen.

Obwohl ein Schwarzes Loch unsichtbar ist, läßt sich die Wirkung seines monströsen Schwerefeldes beobachten. Jede Materie, die in ein Schwarzes Loch stürzt, wird vollkommen zerstört aber kurz zuvor so stark aufgeheizt, daß Röntgen- und Gammastrahlen entstehen. Diese kann man nachweisen. Zeitreisen durch Schwarze Löcher und ähnliche Phantasien tauchen immer wieder in allerlei UFO-Geschichten auf. Solche Zeitreisen sind reine Utopien, es sei denn man plante eine Reise ins Jenseits ohne Wiederkehr.

Schwarze Löcher (2005)
Der gelbe Hyperriese
Astronomie
Markarian 501
Karl Schwarzschild

© 1997 Rudolf Öller, Bregenz


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(1914-2000)
hieß eigentlich Hedwig Kiesler und war eine Hollywood-Schönheit. Sie erfand gemeinsam mit George Antheil das Frequenzsprungverfahren, das ua. bei Bluetooth zum Einsatz kommt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

"Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir pfiffen auf alle Corona-Bestimmungen und trafen uns an jedem Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod."

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