Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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DER TODESHUND

Den Autoren, Journalisten und Nachrichtenagenturen können Fehler unterlaufen. Das ist nicht schlimm, so etwas kann jedem passieren - auch dem Schreiber dieser Zeilen. Manche Fehler treten allerdings als "running gag" immer und immer wieder auf. Wenn Nachrichtenagenturen solch fehlerhafte Nachrichten weitergeben, dann können diese weltweit verbreitet werden.

Einer dieser fehlerhaften "running gags" ist die Geschichte vom höchsten Gebäude der Welt. Kürzlich, so war zu vernehmen, wurde in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur das höchste Gebäude der Welt eröffnet. Das Doppel-Hochhaus wird "Petronas-Towers" genannt und ist mit 425 Metern Höhe tatsächlich sehr imposant. Laut Agenturberichten hat dieser Koloss in Südostasien damit das bisher höchste Gebäude der Welt, den "Sears-Tower" in Chicago, um wenige Meter geschlagen

Die Meldung hat nur einen Haken: Sie stimmt nicht. Der Sears-Tower und die Petronas-Towers zählen wohl zu den höchsten Gebäuden, die Wohnungen und Geschäftsräume enthalten. Das höchste Gebäude der Welt ist aber nach wie vor der "CN-Tower" in Toronto, und der ist um mehr als 100 (in Worten: Hundert) Meter höher als die Petronas-Towers. Der CN-Tower hat stolze 556 Meter Höhe. Es ist anzunehmen, dass in den nächsten Jahrzehnten immer wieder neue "höchste Gebäude" entstehen werden. Nur dann, wenn diese an 600 Meter Bauhöhe (!) heranreichen, wird der CN-Tower seine Spitzenposition verlieren.

Ein weiterer regelmäßig auftretender Fehler ist die falsche Übersetzung des Zahlwortes Billion. Billion (amerikanisches Englisch) ist eine Zahl mit 9 Nullen. Das entspricht im Deutschen der Milliarde. "One Billion Dollar" ist daher nicht eine Billion Dollar sondern eine Milliarde Dollar. Im Deutschen hat die Billion nicht 9 sondern 12 Nullen, und das ist immerhin das Tausendfache. Zur Verdeutlichung: Eine Milliarde Sekunden sind knapp 32 Jahre, eine Billion Sekunden sind 31.710 Jahre. Die deutschsprachige Billion heißt in Amerika übrigens "Trillion".

1994 stellte ein New Yorker Kaufmann am Times Square in Manhattan eine makabre "Death-clock" auf. Es handelte sich um ein digitales Zählwerk, das die in den USA verkauften Schusswaffen und die damit getöteten Menschen zählte. Eine Nachrichtenagentur übersetzte diese "Death-clock" nicht mit "Todesuhr", sondern irrtümlich mit "Todesglocke", was unzählige Medien in Deutschland und Österreich übernahmen. Todesglocke hieße im Englischen bekanntlich "Death-bell". Zum Glück hatte der New Yorker Unternehmer seine Uhr nicht so genannt, denn möglicherweise wäre "Death-bell" von einer Agentur mit "Todeshund" übersetzt worden.

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© 1999 Rudolf Öller, Bregenz


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Helden der Wissenschaft:
Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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