Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

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25. Oktober 2021

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BETRUG IN DEN WISSENSCHAFTEN


Alles, was Menschen erzeugen, kann in betrügerischer Absicht gefälscht werden. Der Betrug ist der siamesische Zwilling der Intelligenz. Sogar Tiere betrügen, allerdings nur, wenn sie zu höherer Kopfarbeit fähig sind. Wenn zwei Raben auf einem Ast sitzen und einer von ihnen erspäht einen fetten Wurm, dann kann es passieren, dass dieser einen gellenden Warnschrei ausstößt. Der andere Rabe erschrickt und fliegt weg, worauf sich der erste seelenruhig die Beute schnappt.

Gelogen und betrogen wird überall, auch in den Wissenschaften, wobei die Grenzen zwischen Betrug und Selbsttäuschung zuweilen schwer zu ziehen sind. Manchmal waren die Betrügereien so gravierend, dass sich die Politik darum kümmern musste. In den USA führten in den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts spektakuläre Fälschungen dazu, dass der Kongress in Washington einen Untersuchungsausschuss einsetzte, der sich intensiv mit Betrug in der biomedizinischen Forschung beschäftigte. Die Untersuchungen waren leider von journalistischer Hysterie begleitet, was dazu führte, dass unschuldige Wissenschaftler medial durch den Schmutz gezogen wurden.

Der erste, der sich systematisch mit Wissenschaftsbetrug beschäftigt hat, war der englische Mathematiker Charles Babbage (1792 – 1871). In seinen „Betrachtungen über den Niedergang der Wissenschaft in England“ schrieb er über das Phänomen des Betrugs und zählte dabei verschiedene Kategorien auf, die heute noch Gültigkeit haben. Die schlimmste, wenn auch seltenste Form des Betrugs nannte Babbage „forging“, was so viel wie „schmieden“, im übertragenen Sinn „fälschen“ heißt. Es geht dabei um frei erfundene Daten. Das Ziel ist, ein gefälschtes und vermeintlich sensationelles Ergebnis zu präsentieren und irgendwie zu hoffen, dass die Sache nicht auffliegt. Deutlich häufiger ist das „cooking“, bei dem Messwerte – bewusst oder unbewusst - weggelassen oder ignoriert werden. Die Ergebnisse werden zwar nicht frisiert, erbringen aber falsche Mittelwerte und Varianzen. Am schwersten ist das „trimming“ nachzuweisen, was im Deutschen „Datenmassage“ genannt wird. Dabei werden Messwerte so lange manipuliert, bis sie in ein vorgefertigtes, meist ideologisches Schema passen.

Das diesjährige Sommerthema des VN-Scheinwerfers beschäftigt sich mit Betrug und Selbstbetrug im Bereich der Wissenschaften. Selbstverständlich handelt es sich nur um eine kleine und subjektive Auswahl. Es kommen bis Anfang September folgende Themen zur Sprache: Der Piltdown-Mensch, Fußspuren am Paluxy-River, N-Strahlen, Einsteins Ehefrau, Psychoanalyse, Bruno Bettelheim, Wassergedächtnis, Boris Lyssenko, kalte Kernfusion und die Epigenetik.




© 2016 Rudolf Öller, Bregenz



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Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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