Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

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23. Oktober 2021

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WORAN NOCH GLAUBEN?


Der zu Recht mehrfach preisgekrönte Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel-Donnersmarck ist der erste ernst zu nehmende Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung des Kommunismus. Der Hauptmann der DDR-Staatssicherheit Gerd Wiesler (gespielt von Ulrich Mühe) überwacht die Wohnung des Schriftstellers und Regisseurs Georg Dreyman (Sebastian Koch) und seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck). Der Grund der Überwachung liegt nicht nur im permanenten Misstrauen der kommunistischen Machthaber gegenüber Künstlern. DDR-Minister Bruno Hempf (Thomas Thieme) hofft, mit Hilfe der Überwachung Dreymann etwas anhängen zu können, weil er die attraktive Schauspielerin Sieland haben will. Im Laufe der Zeit empfindet Hauptmann Wiesler Sympathien für das Künstlerpaar, worauf er die Überwachungsprotokolle zu ihren Gunsten manipuliert, was am Ende in eine Katastrophe mündet. Nach dem Untergang der DDR treffen sich der Schriftsteller Dreyman und der ehemalige Parteibonze Hempf. Ausgerechnet der Politschurke meint dabei: „Worüber soll man noch schreiben in dieser Bundesrepublik? Nichts mehr da, woran man glauben kann ...“

Dieser Satz, egal ob von einem zynischen kommunistischen Schreibtischtäter oder von einem Philosophen gesagt, hat etwas Beklemmendes. Hat es überhaupt einen Sinn, an etwas zu glauben, wenn doch die Naturwissenschaften fast alle Trümpfe in Händen halten und verkünden, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die wichtigsten Fragen eine Antwort finden? Die alten linken und rechten Ideologien, die sich in ihrer Rassen- und Klassenverachtung im Grunde sehr nahe standen, sind inzwischen erbärmlich verendet. Ihre heutigen Bewunderer und Wiederbetätiger versuchen nur noch, Fossilien zu beleben.

Was aber ist mit den Religionen los? Verlieren sie unaufhaltsam an Bedeutung, oder erleben sie nur ein vorübergehendes Wellental? Menschen wollen ja an etwas glauben. Die rationalen Naturwissenschaften können – zumindest teilweise - die Frage beantworten, wie die Welt funktioniert, aber sie können nicht erklären, wieso sie so und nicht anders funktioniert. Umgekehrt stellen die Religionen die Frage nach den Dingen hinter den Dingen, aber in ihren religiösen Vorstellungen finden sich keine wissenschaftlich brauchbaren Details über die Entwicklung der Welt. Die Zukunft der Religionen, insbesondere der christlichen Kirchen, wird von der Kunst bestimmt, den richtigen Weg zwischen einer postmodernen Glaubensbeliebigkeit (alles ist möglich) und den im Katechismus festgeschriebenen Dogmen zu finden. Woran noch glauben? Es scheint immer schwieriger zu werden, diese Frage zu beantworten.




© 2007 Rudolf Öller, Bregenz


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Helden der Wissenschaft:
Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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