Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

 Jahresübersicht 2002


25. Oktober 2021

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BLENDER UND BETRÜGER

Kenneth Lay hatte 1985 zwei texanische Gasfirmen zum Energieunternehmen "Enron" verschmolzen. Zehn Jahre später war Enron das siebtgrößte Unternehmen der USA und ein weltweit aktives Handelsunternehmen für Energieprodukte. Das Wirtschaftsmagazin "Fortune" wählte Enron sechsmal zum innovativsten Unternehmen der USA. Nach jahrelangen Bilanzfälschungen ist Enron nun ruiniert.

Vor etwa zwei Jahren suchten die Partner des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungs-unternehmens Arthur Andersen einen neuen Chef. Joseph Berardino sollte dem Unternehmen helfen, wieder eine große Wirtschaftsprüferkanzlei zu werden. Berardino steuerte Andersen in den Ruin, als bekannt wurde, dass falsche Bilanzen erstellt worden waren. Andersens Mitarbeiter versuchten noch vergeblich, ihre Missetaten durch Vernichtung von Dokumenten zu verdecken.

Die Aktienempfehlungen des ehemaligen "Topanalysten" Jack Grubman waren Plunder. Das "Money Magazine" fragte: "Ist das der schlechteste Analyst aller Zeiten?" Henry Blodget von Merill Lynch, Bernie Ebbers von WorldCom, Gary Winnick von Global Crossing, Dennis Kozlowski von Tyco, Chuck Watson von Dynegy - die Liste der Aktientotengräber wurde im Laufe dieses Jahres immer länger. Die hintergangenen Investoren und die vielen Zocker, die Börsen mit Spielcasinos verwechselten, und die da glaubten, ein Unternehmen habe für die Aktienbesitzer Geld zu scheffeln statt Kundenwünsche zu befriedigen, verfluchen nun die Bilanzfälscher und Schwafelanalysten.

Die Betrugsanfälligkeit der modernen Wissenschaften blieb unterdessen fast unbeachtet. Technologieforschung benötigt viel Geld, daher muss man mit immer neuen Versprechungen Investoren anlocken. Doch auch in der Wissenschaft tauchen immer öfter Betrügereien und Falschmeldungen auf.

Im Sommer 2000 verkündete der amerikanische Genetikmogul Craig Venter, dass das menschliche Erbgut vollständig entschlüsselt sei. Heute wissen wir, dass zu viel versprochen wurde, und Wissenslücken groß wie Scheunentore klaffen. Das amerikanische Pharmaunternehmen VaxGen kündigte an, innerhalb von fünf Jahren einen Impfstoff gegen Aids zu entwickeln, doch dieses Ziel verfolgen viele Firmen schon seit 20 Jahren. Die Absicht allein verspricht noch gar nichts.

Manchmal ist die Aufdeckung wissenschaftlichen Betrugs reine Glückssache. Bereits zum zweiten Mal in seiner Geschichte hat das "New England Journal of Medicine" einen bereits veröffentlichten Beitrag widerrufen. In einer Studie einer italienischen Universität war ein manipuliertes Bild einer mikroskopischen Aufnahme des HI-Virus publiziert worden. Die Fälschung war nur durch Zufall entdeckt worden.

Blendwerk und Blamage
Kauderwelsch
Alles ist möglich
Fehlinformationen
Gesponserte Falschmeldungen
Lügen mit Statistik
Geschönte Berichte
Bild der Wissenschaft

© 2002 Rudolf Öller, Bregenz


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Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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