Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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KASPAR HAUSER

Kaspar Hauser wurde völlig verwahrlost am Pfingstmontag 1828 in Nürnberg aufgefunden. Obwohl er bereits 16 Jahre alt war, konnte er nur einen Satz sprechen. Außerdem fühlte er sich vom Tageslicht geblendet. Später - nachdem er sprechen gelernt hatte - berichtete er, dass er 10 Jahre einsam in einem dunklen Gefängnis zugebracht hatte. In einem Brief, den Kaspar bei sich trug und der an einen Rittmeister gerichtet war, stand der Satz "ich mache meinen Namen nicht kuntbar, denn ich könnte gestraft werden". Die Gründe für Hausers Kerkerjahre sind bis heute unbekannt. Eine mögliche Version lautet, dass Kaspar Hauser ein Sohn adeliger Herkunft war, den man in den Kerker steckte, weil er die Thronfolgepläne mächtiger Fürsten durchkreuzte.

Kaspar Hauser nahm zunächst nur Wasser und Brot zu sich und lehnte andere Speisen ab. Er hatte auch keine Scheu vor gespielten Attacken, weil er offenbar nie die Bedeutung einer Bedrohung gelernt hatte. Ohne Scheu griff er in eine Kerzenflamme, weil er nicht wusste, dass dies schmerzhaft war. Hauser zeigte weder religiösen Glauben noch eine Gottesvorstellung. Mediziner und Theologen beobachteten Hauser und schickten ihn an Höfe und in Salons des In- und Auslands, wo er als wunderlicher Wilder bestaunt wurde. Ab 1829 wurden mehrere Attentate auf Hauser verübt, die er überlebte. 1833 wurde er bei einem Mordanschlag so schwer verletzt, dass er kurz darauf starb. Der Kriminalfall Kaspar Hauser konnte nie geklärt werden.

Unter einem Kaspar-Hauser-Versuch versteht man heute die isolierte Aufzucht von Tieren. Diese Experimente dienen dazu herauszufinden, welche Fähigkeiten angeboren und welche erworben sind. Ein Verhalten etwa, das ein Tier unmittelbar nach der Geburt zeigt, muss genauso angeboren sein wie ein Verhalten, das im Leben eines Tieres schon beim ersten Mal so vollendet erscheint wie bei späteren Wiederholungen. Beim Menschen verbieten sich aus ethischen Gründen solche Versuche. Man untersucht daher das Verhalten von Neugeborenen und taubblind geborenen Kindern, die ohne optische und akustische Reize aufwachsen.

Der größte Kaspar-Hauser-Massenversuch läuft freilich in vielen Wohnungen. Es handelt sich um materiell wohlhabende aber emotionell verwahrloste Jugendliche, die - ausgestattet mit High-Tech-Maschinen - vor Computern, TV-Geräten und Stereoanlagen vereinsamen und seelisch verwelken. Der Motor für jugendliche Aggressivität liegt nur teilweise in Gewalt-Videos und Computerspielen. Eine wesentliche Ursache liegt in den allein gelassen Kaspar Hausers, die ihre menschlichen Werte aus Maschinen beziehen.

Emil Kraepelin
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© 2002 Rudolf Öller, Bregenz


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Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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