Welt der Naturwissenschaften
(Scientific Medley)

 Jahresübersicht 2005

Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht.
(Erich Fried)


1. Dezember 2022


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WELTBLUTSPENDERTAG

Am 14. Juni 1868 wurde der Entdecker der Blutgruppen, der österreichische Nobelpreisträger Dr. Karl Landsteiner, in Wien geboren. 1900 beobachtete Landsteiner, dass die roten Blutkörperchen beim Vermischen mit dem Blutserum anderer Menschen in manchen Fällen Klumpen bilden. Die Ärzte vermuteten, dass die Verklumpung („Agglutination“) vor allem die Folge einer Krankheit ist. Landsteiner erkannte jedoch, dass sie mit bestimmten natürlichen Eigenschaften des Blutes zusammenhing. Er unterschied drei Blutgruppen, die anfangs A, B und C, später A, B und 0 genannt wurden. Landsteiners Mitarbeiter entdeckten AB als weitere Blutgruppe. 1940 entdeckte Landsteiner in New York gemeinsam mit Alexander Wiener und Philip Levine den Rhesusfaktor. Die großartigen Entdeckungen haben die Blutspende in großem Stil und die damit verbundene Rettung von Menschenleben ermöglicht.

Landsteiners Geburtstag, der 14. Juni, wurde vor einem Jahr zum Weltblutspendertag erklärt. Damit würdigen vier internationale Organisationen die Leistung der Blutspender in aller Welt. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRK), die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Internatio-nale Gesellschaft für Transfusionsmedizin (ISBT) und die Internationale Föderation der Blutspendeorganisationen (FIODS) wollen so auf die Bedeutung der Blutspende verstärkt hinweisen.

In der Regel kann jeder gesunde Erwachsene zwischen dem 18. und dem 65. Lebensjahr mehrmals jährlich Blut spenden, wobei sich die Bestimmungen in den einzelnen Staaten geringfügig unterscheiden. Bei jeder Blutspendeaktion ist ein Arzt anwesend, der über die Spendetauglichkeit entscheidet. Kriterien sind unter anderen Körpergewicht, Blutdruck und einige Krankheiten. Das gespendete Blut wird so gewissenhaft untersucht, dass Infektionen ausgeschlossen werden können. Zu einer Blutspende, die harmlos und unbedenklich ist, bedarf es einer kleinen Überwindung, doch wenn man diese geschafft hat, dann darf man sich zu den Lebensrettern zählen.

Auf die Frage, warum es verschiedene Blutgruppen gibt, kann man nur eine Antwort geben: Blutgruppen sind ein Bestandteil der biologischen Vielfalt, die - zumindest momentan - keinen Sinn haben. Jede Tier- und Pflanzenart, und selbstverständlich auch die Menschheit, besitzt ein Repertoire an genetischer Vielfalt, die manchmal sogar lästig sein kann, wie das Beispiel der Blutspende oder der Rhesus-Unverträglichkeit bei Neugeborenen zeigt. Es ist aber möglich, dass die Blutgruppen in einigen Jahrtausenden einen evolutionären Sinn bekommen könnten. Das aber können wir heute noch nicht wissen.

Nobelpreisträger
Dr. Karl Landsteiner
Menschlichkeit
Die Mutter aller Dinge

© 2005 Rudolf Öller, Bregenz


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(1875-1933)
erforschte ein Leben lang Pflanzen, zählte zu den Pionieren der Genetik, untersuchte Mutationen und beseitigte damit eine Lücke in der modernen Evolutionstheorie.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

"Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir pfiffen auf alle Corona-Bestimmungen und trafen uns an jedem Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod."

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Interview zum Buch