Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

 Jahresübersicht 2000


23. Oktober 2021

zurück 2000 vorwärts

DIE FRUCHTBARKEITSKRISE

Die letzte Tankerkatastrophe vor der französischen Küste schreckte die Bevölkerung kurz auf. "Styrol" sei da ins Meer geronnen, hieß es. Styrol ist eine krebserregende Substanz, die in der Kunststoffindustrie verwendet wird. Erst vor drei Wochen hatte die deutsche Zeitschrift "Öko-Test" in ihrem Sonderheft über Schwangerschaft und Geburt vor der Verwendung bestimmter Stillkissen gewarnt, weil in den mit Styroporkügelchen gefüllten Polstern Styrol nachzuweisen war. Das Styrol entweicht und wird von Menschen eingeatmet.

Die vielen Meldungen über brennende Chemiefabriken oder sinkende Tanker schwächen sowohl das Kurz- als auch das Langzeitgedächtnis. Man fühlt sich kurzfristig bedroht, doch der Ernst der Lage sinkt scheinbar mit der zeitlichen und räumlichen Entfernung.

Das Gift geht längst auf Reisen und ist allgegenwärtig. Am deutlichsten ist dies an der abnehmenden Fruchtbarkeit in den Industrieländern zu erkennen. Die Medien berichten seit Jahren ausführlich darüber. Eine Auswahl: "Die Fruchtbarkeitskrise" (Feb. 1996), "Verschmutzte Umwelt bringt Mädchen früher in die Pubertät" (Aug. 1997), "Umweltgifte setzen Fruchtbarkeit drastisch herab" (Feb. 1998), "Schwache Männer schuld an Kinderlosigkeit" (Juli 1998), "Spermien von Rauchern mutieren häufiger" (Okt. 1998) "Pestizide beeinträchtigen Fruchtbarkeit von Männern" (Aug. 1999), "Hormone im Wasser lassen Fische verweiblichen" (Juli 2000).

Die Fruchtbarkeitskrise betrifft nicht nur Menschen. Zoologen der University of Florida fiel schon vor Jahren auf, dass die Alligatoren im Bereich des "Lake Okeechobee" in Florida reduzierte Mengen von Wachstums- und Geschlechtshormonen aufwiesen. Die Forscher konnten keine eindeutigen Ursachen wie etwa Pestizide angeben. Im Forscherteam war man jedoch einhellig der Meinung, dass Umweltgifte als einzige Ursache dafür in Frage kämen. Beunruhigend ist die Sache deshalb, weil Alligatoren ein ähnliches Alter wie Menschen erreichen, am Ende der Nahrungskette stehen und Umweltgifte im Körperfett speichern.

Pflanzenschutzmittel und Zigaretten belasten immer die Fruchtbarkeit. Diese Tatsache ist schon länger bekannt. Eine relativ neue Untersuchung in der Fachzeitschrift "The lancet" zeigt, dass bei Paaren, die eine künstliche Befruchtung durchführen ließen, der Erfolg einer Vaterschaft geringer war, wenn der Mann - meist beruflich bedingt - Umgang mit Pestiziden hatte. Der Chef einer Klinik für Fortpflanzungsmedizin bei Hannover glaubt daher, dass die Bedeutung der Fortpflanzungsmedizin stark zunehmen werde.

Umweltverschmutzung geht somit alle an, vor allem die nächsten Generationen.

Vibrionen
Ostereier
6 Milliarden
Abtreibungspille RU 486
Ein Kind wird geboren
Bild der Wissenschaft

© 2000 Rudolf Öller, Bregenz


Frontpage Übersicht Sitemap Joker Kontakt und Videos
1996 1997 1998 1999 2000
2001 2002 2003 2004 2005
2006 2007 2008 2009 2010
2011 2012 2013 2014 2015
2016 2017 2018 2019 2020
2021

Helden der Wissenschaft:
Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

Leser dieser Internetseite werden den einen oder anderen Artikel im Buch wiederfinden. Das Buch ist auch bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.