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26. November 2022


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BETRUG (6): BETTELHEIM


Bruno Bettelheim (1903 – 1990) wuchs in einer jüdischen Familie in Wien auf. Schon als Jugendlicher zeigte er Interesse an der Psychoanalyse. An der Universität Wien studierte Bettelheim Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie. Später wurde er als Jude im KZ Dachau interniert und danach in das KZ Buchenwald überstellt. Nach einem Jahr in den Konzentrationslagern wurde ihm nach Fürsprache amerikanischer Juden die Ausreise in die USA ermöglicht. Der Aufenthalt in den Lagern der Nationalsozialisten hat das Leben von Bettelheim nachhaltig geprägt.

Bettelheim hatte in den USA zunächst Probleme, einem Beruf nachzugehen. Schließlich erhielt er an der Universität Chicago eine Anstellung. 1944 wurde Bettelheim Leiter der „Orthogenetic School“, eine Schule für lernschwache und verhaltensauffällige Kinder. Gleichzeitig wurde er zum Professor für Kinder- und Jugendpsychologie, -psychiatrie und –pädagogik ernannt. 1973 ging er in Pension, blieb aber im Bereich der Jugendpsychologie weiterhin aktiv.

Bettelheims Interesse galt besonders autistischen Kindern. Autismus ist eine psychische Störung, die zu Kontaktarmut und stereotypem Verhalten führt. Bettelheim vermutete, dass Mütter autistischer Kinder hohe Intelligenz hätten und seiner Meinung nach seelisch unterkühlt wären. Aus dieser Beobachtung schloss Bettelheim irrtümlich, dass ein negatives Mutter-Kind-Verhältnis für den Autismus verantwortlich sei, es entstand dabei der ziemlich bösartige Ausdruck „Eisschrankmutter“. Er empfahl, autistische Kinder aus ihren Familien zwangsweise zu entfernen und in Heime zu stecken. Damit löste er unzählige menschliche Katastrophen aus. In den Heimen beschäftigte sich Bettelheim gründlich mit autistischen Kindern. Seine intuitiv aber nicht wissenschaftlich entwickelten Behandlungsmethoden übertrug er auf andere Verhaltensstörungen. Er schrieb Bücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und die Kinderpsychiatrie weltweit auf unheilvolle Weise beeinflussten.

Heute wissen wir, dass Autismus nichts mit Erziehung zu tun hat. Bettelheims Heimtheorie wurde zum Glück ad acta gelegt. Es ist heute unbestritten, dass verhaltensauffällige Kinder in Familien meist besser aufgehoben sind als in Heimen.

Nach Bettelheims Tod wurde bekannt, dass er nie Psychologie studiert hatte. Seine in den USA angegebene österreichische Publikationsliste war frei erfunden. Auch für Bettelheims psychoanalytische Studien bei Sigmund Freud gibt es keine Belege. Der amerikanischer Autor Richard Pollack veröffentlichte 1997 das Buch „The Creation of Dr. B.“, in dem er Bettelheim und seine „Wissenschaft“ schonungslos demontierte. 



© 2016 Rudolf Öller, Bregenz



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Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
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"Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir pfiffen auf alle Corona-Bestimmungen und trafen uns an jedem Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod."

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