Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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25. Oktober 2021

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BETRUG (7): WASSERMÄRCHEN


Homöopathie ist nicht, wie viele Gläubige vermuten, eine naturnahe Heilmethode. Die klassische Homöopathie geht auf den Arzt Samuel Hahnemann (1755 – 1843) zurück, der richtig erkannte, dass Medikamente nicht nur heilen, sondern auch in Form von Nebenwirkungen Unheil anrichten können. Hahnemann entwickelte das „Ähnlichkeitsprinzip“. Ähnliches kann angeblich durch Ähnliches geheilt werden.

Zu Beginn von Hahnemanns systematischen Versuchen kam es bei Patienten zu schweren Vergiftungserscheinungen. Hahnemann suchte nach Lösungen und kam dabei auf das „Potenzierungsverfahren“. Es handelt sich um nichts anderes als um fortlaufende Verdünnungen. Die Verdünnung D1 entspricht einem Verhältnis von 1:10, D2 entspricht 1:100 usw. Auch der Schüttelprozess bei jeder Verdünnung soll eine Rolle spielen und die Wirkung des Medikaments in der Urtinktur erhöhen. Hahnemann sprach in diesem Zusammenhang von „Dynamisierung“. Als andere Ärzte Hahnemann darauf aufmerksam machten, dass eine Verdünnung von D26 der Auflösung eines Tropfens in allen Weltmeeren entspricht, störte ihn das nicht. Es geht ja um die „Dynamisierung“. Nach dieser Methode müsste ein Glas mehrfach verdünnten Alkohols einen Vollrausch bewirken, was natürlich nicht der Fall ist. Auch müsste verdünntes Aspirin gleich mehrere Wochen vor Kopfschmerzen bewahren.    

Hier soll es aber nicht um die Homöopathie gehen, sondern um deren Grundlage, das „Wassergedächtnis“. Dieses vermeintliche Gedächtnis des Wassers gibt es nämlich nicht. Das „Wassergedächtnis“ ist ein in der Esoterik häufige anzutreffender Denkfehler. Die (falsche) Hypothese  besagt, dass Wasser nach dem Kontakt mit bestimmten Substanzen neue Eigenschaft bekäme, die auch nach Entfernen der Substanz bestehen bleiben. Träger dieser Eigenschaftsänderungen sollen „Wasserstoffbrücken“ sein, die „Cluster“ bilden. Diese Cluster gibt es tatsächlich, aber ihre Lebensdauer beträgt maximal eine zehn milliardstel Sekunde. Trotzdem wird das Wassergedächtnis auch heute noch als Erklärungsmodell für Homöopathie herangezogen. Es ist auch eine Standardbehauptung in der Werbung für Produkte zur Wasserbelebung.

Das Internet ist voll von Wassermärchen. So hat etwa ein gewisser Dr. Masaru Emoto, um nur einen von tausenden Namen zu nennen, mit seinen Forschungen das Wassergedächtnis angeblich bewiesen und im Bereich der Wasserenergetisierung Phantasiereiches hervorgebracht: „Durch ihn wurde die Macht der Gedanken auf das Wasser bestätigt, und er hat auch den Rest der Wissenschaft ein wenig die Augen geöffnet.“ Der Glaube kann nicht nur Berge versetzen, sondern auch Wasser denken lassen. Eine Welt voller Wunder!




© 2016 Rudolf Öller, Bregenz



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Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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