Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

 Jahresübersicht 2004


25. Oktober 2021

zurück Übersicht weiter

ANOREXIE UND BULIMIE

Der tragische Fall des verhungerten Mädchens in Oberösterreich ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Trotzdem sollte das Thema nicht in Vergessenheit geraten. In den Fünfzigerjahren hat - zaghaft noch - das begonnen, was wir Massenwohlstand nennen. Die Leute haben an Leibesumfang zugelegt, aber parallel hat auch die Magersucht zugenommen, was die Vermutung erhärtet, dass das gesellschaftliche Umfeld bei der Anorexie eine Rolle spielt. Die „Anorexia nervosa“ (Magersucht) ist eine Krankheit, deren Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden darf.

Anorexie beginnt meist im Jugendalter. Körperlich gesunde Menschen gelangen durch freiwilliges Hungern bis in den Bereich medizinischer Notfälle. Insbesondere manche als Supermodels bewunderte Gerippe, die hohlwangig über den „Catwalk“ schweben, sind fragwürdige Vorbilder. Magersüchtige sind überwiegend weiblichen Geschlechts und meist intelligent. Die anfänglichen Symptome der Anorexie sind eine ständige Angst, übergewichtig zu sein, eine minimale Nahrungsaufnahme, viel Sport und der damit verbundene Gewichtsverlust. Über gewisse Zeit empfinden die magersüchtigen Mädchen ihr Verhalten als Stärke und als Beweis für Selbstdisziplin.

Magersüchtige Patientinnen zeigen manchmal ein vordergründiges Interesse am Essen. Sie kaufen für sich ein, sie kochen und backen sogar, achten aber peinlich darauf, kontrolliert zu essen. Bei pubertären Mädchen wirkt sich die gestörte Ernährung durch den Ausfall der Hormonproduktion aus. Die körperlichen Zeichen einer Frau beginnen erst gar nicht, sich zu entwickeln. Zusätzlich erscheinen Kälteempfindlichkeit, spröde Knochen und Muskelschwäche. Magersüchtige hungern sich manchmal bis in den Tod, wobei - vielleicht aus Rücksicht - auch Lungenentzündung, Nierenversagen oder andere Erkrankungen als Todesursachen angegeben werden.

Eine Anorexie kann Jahre andauern und sollte nicht mit Bulimie ("Stierhunger“) verwechselt werden, bei der sich als Symptome Essanfälle, häufiges Erbrechen und Abführmittelmissbrauch zeigen. Die Ess-Brechsucht befällt meist Frauen über Zwanzig. Eine Bulimie-Patientin kann während einer „Fressorgie" 10.000 Kilokalorien (!) in Form von Nudeln und Torten essen um sogleich alles zu erbrechen. Die Folgen von Bulimie sind Schlafstörungen, Verstopfung, Konzentrationsstörungen, sowie Vitamin- und Mineralstoffmangel. Beim Auftreten entsprechender Symptome ist der Gang zum Arzt unvermeidlich. Nicht unerwähnt bleiben sollten die Motoren dieser modernen Seuchen: Gewisse Medien und Modediktatoren, die, aus welchen Gründen auch immer, dünne Knabengestalten als Schönheitsideal anpreisen.

Kranke Jugend
Vakzination
Die vergessene Epidemie
nature

© 2004 Rudolf Öller, Bregenz


Frontpage Übersicht Sitemap Joker Kontakt und Videos
1996 1997 1998 1999 2000
2001 2002 2003 2004 2005
2006 2007 2008 2009 2010
2011 2012 2013 2014 2015
2016 2017 2018 2019 2020
2021

Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

Leser dieser Internetseite werden den einen oder anderen Artikel im Buch wiederfinden. Das Buch ist auch bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.