Welt der Naturwissenschaften
(Scientific Medley)

 Jahresübersicht 2003

Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht.
(Erich Fried)


1. Dezember 2022


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AUFKLÄRUNG UND ROMANTIK

Der Zufall will es, dass ein bedeutender Vertreter der Aufklärung, der Franzose Voltaire, vor 225 Jahren, und ein Vertreter der Romantik, der Österreichische Komponist Franz Schubert, vor 175 Jahren gestorben sind. Jede Medaille hat bekanntlich 2 Seiten, jeder Trend provoziert einen Gegentrend, so folgte auf die Aufklärung die Gegenströmung der Romantik. Das Zeitalter der Aufklärung (englisch „Age of Enlightment“, französisch „Siècle des lumières“) ist eine geistesgeschichtliche Epoche des 18. Jahrhunderts in Europa, in der unter Berufung auf eine Herrschaft der Vernunft enorme philosophische, wissenschaftliche und politische Veränderungen vor sich gingen.

Die wichtigsten Persönlichkeiten der Aufklärung waren die Franzosen René Descartes, Denis Diderot, Jean-Baptiste D’Alembert sowie Voltaire, die Deutschen Immanuel Kant und Gotthold Ephraim Lessing, der Engländer John Locke, und viele andere. Aufklärung ist laut Immanuel Kant der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, wobei Unmündigkeit das Unvermögen ist, sich seines Verstandes ohne Anleitung anderer zu bedienen.

Nach der Aufklärung folgte als Protestbewegung die Romantik. Die Romantik durchzog sämtliche Bereiche der Kultur, wobei es den Romantikern weniger um die Melancholie rund um den sprichwörtlichen „Brunnen vor dem Tore“ ging, sondern um die zeitlose Suche nach einer besseren und gerechteren Welt. Diese konnte nach Meinung der Romantiker die Aufklärung nicht bieten. Die Romantik umfasst mehrere geistige Strömungen in der Zeit zwischen Ende des 18. und Mitte des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich also um keine einheitliche Richtung, eher um eine geistige Grundhaltung, die sich als Oppositionsbewegung gegen den vermeintlich kalten Rationalismus der Aufklärung sah.

In den Wissenschaften spielte die Romantik eine geringere Rolle. Sie führte in einen Bereich, den man heute Grenzwissenschaft nennt. Eines der wichtigsten Werke waren die Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft (1808) des Schelling-Schülers Gotthilf Heinrich Schubert. „Nachtseite“ bezeichnete dabei das Unbekannte und Bedrohliche.

Die heutigen Naturwissenschaftler sind die Urenkel der Aufklärer, und die Leute von Greenpeace, Global 2000 oder dem Naturschutzbund sind die Nachkommen der Romantiker. Aufklärung und Romantik sind entgegengesetzte Kräfte -zwei sich bekämpfende und doch wichtige Seiten kreativer Menschen.

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© 2003 Rudolf Öller, Bregenz


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(1875-1933)
erforschte ein Leben lang Pflanzen, zählte zu den Pionieren der Genetik, untersuchte Mutationen und beseitigte damit eine Lücke in der modernen Evolutionstheorie.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

"Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir pfiffen auf alle Corona-Bestimmungen und trafen uns an jedem Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod."

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