Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

 Jahresübersicht 2021


23. Oktober 2021

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BIOLOGIELEUGNER


Wir kennen das Wort „Klimaleugner“. Dieser Begriff ist gründlich missglückt, weil niemand das Klima leugnet. Es geht lediglich um die Frage, welche Einflüsse menschliche Aktivitäten auf die Klimaveränderungen haben. Das Schimpfwort „Coronaleugner“ ist schon zutreffender, weil es Menschen gibt, die nicht an die Existenz oder an die Gefährlichkeit bestimmter Viren glauben und Probleme mit dem Prinzip der Impfung haben.

Die kurioseste Gruppe der Ungläubigen sind die Biologieleugner. Sie sind bei Vertretern radikaler Ideologien und Religionen anzutreffen. Über sonderbare pseudobiologische Ansichten in diversen Sekten wurde hier schon oft geschrieben. Auch in paramedizinischen Bewegungen, die für die „Schulmedizin“ Geringschätzung empfinden, sind sonderbare Ansichten zum Thema Biologie zu finden. 

Testosteron

Die auffallendsten Biologieleugner sind die radikalen Genderisten, die glauben, dass es zwischen Männern und Frauen keine wesentlichen Unterschiede gibt und Wörter wie Vater, Mutter, Tochter und Sohne durch „Eltern“ und Nachkommen“ ersetzt werden sollen. Nicht nur das. Das Geschlecht sei frei wählbar, heißt es. Haben die Biologieleugner noch nie etwas von einer Prostata, einer Gebärmutter, Ei- und Samenzellen und anderen Besonderheiten der Geschlechter gehört? Wissen sie auch nicht, welche Funktionen Testosteron und andere Hormone haben, die bei Männern und Frauen gänzlich unterschiedlich wirken?

Eine Folge des Glaubens an die Bedeutungslosigkeit biologischer Unterschiede führte paradoxerweise zur zwanghaften Dauererwähnung der Geschlechter, um diese im Alltag „abzubilden“. Da wimmelt es von PolitikerInnen, Lehrer:innen, Arbeiter*innen, Arbeitnehmer/innen und anderen Stammelwörtern. Zurzeit sucht man intensiv nach „Abbildungsmöglichkeiten“ von „diversen“ Geschlechtern. Die Sache wäre nicht der Rede wert, wenn in den USA nicht eine verhängnisvolle Entwicklung in Gang gekommen wäre. Dort lassen sich leichtgläubige Teenager von Sexgurus manipulieren. Sie fühlen sich im falschen Körper gefangen und lassen sich ohne Not operieren, meist mit schlimmen Folgen für ihre seelische Gesundheit.

Gefangene

Die Unterleibsmythologen bedenken nicht, was passiert, wenn man Genderismus systematisch weiterdenkt. Wer X- und Y-Chromosomen für belanglos hält, der muss auch Blutgruppen für irrelevant halten. Alle dürfen sich in Zukunft die Blutgruppe selbst aussuchen. Kambodschaner dürfen Schweizer im Körper eines Asiaten sein, Schulabbrecher sind in Wahrheit Nobelpreisträger, gefangen im Körper eines funktionalen Analphabeten und Blaumeisen sind Steinadler. Alles ist möglich, nix is fix.


Der obige Text erschien am 13. 3. 2021 in den Vorarlberger Nachrichten:

Der nachfolgende Text wurde am 18. 3. 2021 in den Vorarlberger Nachrichten veröffentlicht.

Offener Brief des Bregenzer Bürgermeisters und Genossen.

Mit großer Empörung haben wir den Kommentar des Biologen Mag. Dr. Rudolf Öller, in der Samstagsausgabe der Vorarlberger Nachrichten vom 13.3.2021 gelesen.

In seinen Zeilen bezeichnet er Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem nach der Geburt anhand äußerer Merkmale eingetragenen Geschlecht übereinstimmt, als „Biologie-Leugner“. Dies ist ein direkter Angriff auf uns alle, die eine liberale, weltoffene und diverse Gesellschaft anstreben und tagtäglich dafür einstehen und kämpfen.

Nur wenige Tage vor diesen Zeilen erklärte das Europäische Parlament die EU per Resolutionsantrag als „LGBTIQ*-Freedome Zone“. Die Schaffung von sogenannten „LGBTIQ*-befreiten Zonen“ wie jüngst in Polen und jede Form der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechts­identität stimmt nicht mit den europäischen Werten überein. Der Resolutionsantrag ist somit auch ein deutliches Zeichen an Politiker*innen, Regierungen und Entscheidungsträger*innen in Europa, dass Diffamierung und Diskriminierung von LGBTIQ*-Personen in keiner Weise mit den Grundsätzen einer offenen und freien Gesellschaft vereinbar ist.

Der Lebensweg von Trans*Personen ist auch im Jahr 2021 noch mit großer gesellschaftlicher Stigmatisierung, Benachteiligung und Leid verbunden. Die absurden Äußerungen von Herrn Öller verhöhnen und entwürdigen Menschen, die ein Teil unserer Gesellschaft sind. Die LGBTIQ*Community musste sich ihre Rechte stets hart erkämpfen und ist trotz vieler Fortschritte nach wie vor weltweit massivem Hass ausgesetzt, ihre Mitglieder werden oft Opfer brutaler Gewaltverbrechen. Diese Diskreditierung ist somit nicht nur falsch, sondern auch brandgefährlich.

Daher sind wir sehr erschüttert darüber, eine solch menschenverachtende Ideologie in den Vorarlberger Nachrichten abgedruckt zu sehen. Auch der vermeintliche Verweis auf die „freie Meinungsäußerung des Autors, die nicht zwangsläufig mit der Haltung der Redaktion übereinstimmen muss“, ist hier viel zu kurz gegriffen und wird von uns keineswegs als Erklärung für dieses Schriftstück akzeptiert werden, denn für uns ist klar: Menschenhass ist niemals eine Meinung, sondern am Ende immer nur Hass.

Wir, die Unterzeichner*innen dieses Briefes, gehen davon aus, dass Sie diese menschenverachtenden, transphoben, sowie rechten und völkisch geprägten Zeilen von Dr. Öller in den Vorarlberger Nachrichten nicht mittragen.

Wir erwarten, dass Sie zur Wahrung der Menschenrechte, des Anstandes und letzten Endes auch der Integrität und des Ansehens Ihrer Zeitung ­entsprechend Position beziehen.

Gezeichnet

Michael Ritsch, Bürgermeister von Bregenz; 
Sandra Schoch, Vizebürgermeisterin von Bregenz; 
Patricia Tschallener
, Vizebürgermeisterin von Hohenems; 
Johannes Gasser,
Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag; 
Michael Andreas Egger
, Vorsitzender des Vereines Go*West; 
Anna Klinger, Referentin der SoHo Vorarlberg; 
Angela Knill, Aids Hilfe Vorarlberg; 
Andreas Bacher,
hobit; 
Angelika Atzinger, Verein Amazone; 
Sven Alexander Hofer,
Verein Vielfalt CSD; 
Dominik Greißing
, Neos-Gemeindevertreter; 
Johannes Christoph Heil,
 Lebens- und Sozialberater; 
Jana König, Aktion kritischer Schüler_innen; 
Valentin Fetz, Landesgeschäftsführer Junge Generation;
Alexander Pehr
, Privatperson; 
Jürgen Schacherl, Privatperson; 
Daniel Dolezal-Steiner,
 Privatperson.

Die Stellungnahme eines Rechtsanwalts zu meinem Artikel:

"Du hast in deinem Kommentar mit keinem Wort Menschen als Biologieleugner bezeichnet, deren aktuell eingetragenes Geschlecht mit dem nach der Geburt eingetragenen Geschlecht nicht übereinstimmt.

Vielmehr hast du jene Personen als Biologieleugner bezeichnet, die radikale Genderisten sind und behaupten, das Geschlecht sei frei wählbar.

Zwischen einem Angriff auf zweifelhafte Sprachwissenschaftler und auf medizinische Propheten ohne entsprechende Ausbildung und einem Angriff auf Personen im Status nach einer Geschlechtsumwandlung bestehen massive Unterschiede.

Ein Angriff gegen die Personengruppe im Status nach einer Geschlechtsumwandlung kann aus deinem Kommentar keinesfalls abgeleitet werden."

Die Stellungnahme eine bekannten Vorarlberger Richters:

"Auf den Kommentar von Dr. Öller vom 13.3. antworteten in einem offenen Brief (VN v 18.3.) eine Reihe von Persönlichkeiten. Dabei fällt auf, dass gerade diejenigen, die immer von Toleranz reden, vollkommen intolerant sind und andere Meinungen und Ansichten nicht gelten lassen.
Zugegeben: Dr. Öller schreibt pointiert, er hat aber niemanden persönlich angegriffen.
Seine Kritiker kommen mit den bekannten 'Totschlagargumenten' wie menschenverachtend, homophob, rechts usw und schwingen die 'Menschenhass'-Keule, mit der jede sachliche Diskussion sofort unterdrückt wird und jeder, der eine andere 'Ideologie' vertritt, mundtot gemacht wird.
Ich kann im Kommentar von Dr. Öller keine Spur von 'Hass“ entdecken."


Der "offene Brief" des Bregenzer Bürgermeisters und Genossen zeigt, dass die Unterzeichneten nicht sinnerfassend lesen können und auf bloßen Verdacht hin Menschen beleidigen und verunglimpfen bis an die Grenze der Verleumdung.

Als jemand, der 25 Jahre ehrenamtlich beim Roten Kreuz als Rettungssanitäter gearbeitet hat, der weit über tausende Schüler in Erste Hilfe-Kursen ausgebildet hat, der 110 (in Worten: einhundertzehn) mal Blut gespendet hat und der die sehr seltene Auszeichnung der goldenen Verdienstmedaille mit Lorbeerkranz des österreichischen Roten Kreuzes erhalten hat, muss sich von einem Bürgermeister, der wie kein anderer Politiker Menschen aus seiner Partei hinausintrigiert hat und während seiner Zeit als SPÖ-Chef des Landes (2007-2016) den SPÖ-Stimmenanteil halbiert (!) hat, vorwerfen lassen, ich sei "menschenverachtend, transphob, sowie rechts". Es fehlt nur noch der Vorwurf, ein böser alter weißer cis-Mann zu sein, dann wäre der inhaltliche Schwachsinn des "offenen Briefes" komplett.

Nicht einsichtig ist die Reaktion der Geschäftsführung des Vorarlberger Roten Kreuzes, die mir in einer intellektuell fragwürdigen Aussendung zu meinem Artikel in schäbiger Weise in den Rücken gefallen ist. Auch die Geschäftsführung des Roten Kreuzes Vorarlberg dürfte Probleme mit dem sinnerfassenden Lesen haben.

Auf die Stellungnahme des österreichischen Presserats, der von grünen Politikern in Marsch gesetzt wurde, sei hier nicht näher eingegangen. Man muss Dummheiten und Peinlichkeiten nicht adeln, indem man sie auch noch öffentlich macht.

Dass die Vorarlberger Nachrichten in einem Anfall von vorauseilendem Gehorsam eingeknickt sind und mich nach fast 25 Jahren als Kolumnist verabschiedet haben, rundet das Bild ab: Rufschädigung, Intoleranz, Nachgiebigkeit und Ideologielastigkeit sind Eigenschaften einer Gesellschaft auf dem Weg in die selbstverschuldete Unfreiheit.

Ich lasse mir auch in Zukunft weder von kleinkarierten Gedankenpolizisten noch von anderen Spießern die freie Meinung verbieten.

Siehe dazu auch:cancelculture.de

    R. Ö.



© 2021 Rudolf Öller, Bregenz  [/2021/roe_2110]


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Helden der Wissenschaft:
Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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