Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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25. Oktober 2021

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BETRUG (10): EPIGENETIK


Das Gespenst, das vor rund zehn Jahren im Reich der Biologie umging, wird „Epigenetik“ genannt. Der Leser möge verzeihen, dass ich etwas ins fachliche Detail gehen muss, um die Sache ins rechte Licht zu rücken.

Die Genetik, auch Vererbungslehre genannt, beschäftigt sich mit der Weitergabe der Erbanlagen. Die Gene liegen bei allen Lebewesen in einem schraubenförmigen Molekül namens DNA, und dieses fabelhafte Gebilde wird mit Hilfe von Proteinen zu länglichen Objekten aufgewickelt, die „Chromosomen“ genannt werden. Die Genetik ist heute eine der Leitwissenschaften der Biologie. In der Kriminalistik können mit Hilfe der DNA-Analyse Fälle gelöst werden, die noch vor einer Generation als unlösbar galten. Einzelne Haare und Hautschuppen reichen schon als Beweismaterial.

Als erste Thesen auftauchten, wonach es eine biologische Vererbung geben könnte, die mit der DNA nichts zu tun hat, entstand der Ausdruck Epigenetik, also ein übergeordneter Begriff, der die Genetik ein wenig degradierte. Sieht man genau hin, dann ist festzustellen, dass sich die Epigenetik zwar mit Vorgängen in der lebenden Zelle aber nicht mit der eigentlichen Vererbung beschäftigt. Es geht dabei um – man verzeihe jetzt die mangels deutscher Wörter verwendeten Fachbegriffe – „DNA-Methylierung“, „Histon-Modifikationen“ und andere Vorgänge. Es gibt auch Mechanismen, die noch nicht vollkommen geklärt  wurden, wie das Blockieren ganzer Gene durch Moleküle, die „RNAi“ genannt werden.

Verständlicher ausgedrückt sieht die Sache so aus:  Die Gene, gewissermaßen die Software des Lebens, bilden im Zellkern einen Text. Dieser Text wird – manchmal fehlerlos, manchmal mit Fehlern - an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Epigenetische Mechanismen sorgen nun dafür, dass manche Textteile unterstrichen, fett oder farbig gedruckt oder auch durchgestrichen werden. Selbstverständlich können diese Markierungen jederzeit rückgängig gemacht werden.

Diese Erkenntnisse sind seriös und haben mit Betrug nichts zu tun. Nervig wurde es erst, als um die Jahrtausendwende Ideologen auftauchten, die von einer „Vererbung erworbener Eigenschaften“ fabulierten. Es wurden sogar schon Bücher darüber geschrieben, dass epigenetische Mechanismen dafür sorgen, dass in den Zellen des klavierspielenden Opas die Klaviergene aktiviert und seine unmusikalischen Gene inaktiviert wurden. Die Tochter und der Enkel seien dadurch gute Pianisten geworden. Diese epigenetischen Märchen geisterten mehrmals durch die Medien und verkündeten Dinge, die niemand nachweisen kann. Es handelt sich um pseudowissenschaftliche Wunschträume, die ohne weiteres als Selbstbetrug bezeichnet werden können.



© 2016 Rudolf Öller, Bregenz



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Robert Andrews Millikan
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hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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