Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

 Jahresübersicht 2012


25. Oktober 2021

zurück Übersicht weiter

JOHN GLENN


Der im Westen völlig unbekannte ukrainische Raketenbauer Sergei Koroljow hatte in aller Stille einen Satelliten bauen lassen. Als die Entwicklung russischer  Atomsprengköpfe ins Stocken geriet, hatten die sowjetischen Raketeningenieure vorübergehend wenig zu tun. Koroljow fragte also beim kommunistischen Politbüro in Moskau an, ob er mit einer für den Atomkrieg entwickelten Rakete einen Satellitentest durchführen dürfe. Das wurde bewilligt, ohne zu ahnen, welche Konsequenzen das haben sollte. Am 4. Oktober 1957 wurde „Sputnik-1“ an der Spitze einer modifizierten atomaren Interkontinentalrakete vom Typ „Semjorka R-7“ in eine Erdumlaufbahn geschossen. Die Amerikaner wussten nun, dass die Kommunisten jeden Punkt der Erde mit Atombomben erreichen konnten. Bereits im zweiten Satelliten der Russen saß die Hündin „Leika“. Der Schock in den USA hätte nicht größer sein können.

Die Amerikaner versuchten in der Folge, den Rückstand aufzuholen und gründeten am 29. Juli 1958 die zivile und militärische Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt „National Aeronautics and Space Administration“ - kurz NASA. Am 4. Jänner 1959 folgte der zweite Schock. Die Sowjets starteten an diesem Tag die Mondsonde „Lunik 1“. Während Satelliten die Erde mit rund 28.000 km/h umkreisen, müssen Raumsonden auf mindestens 40.500 km/h beschleunigt werden, um ins All hinauszufliegen. Die Sowjets signalisierten den USA damit, dass sie über konkurrenzlos starke Raketen verfügten. Der nächste Schock folgte am 12. April 1961, als Juri Gagarin als erster Mensch im Weltall die Erde umkreiste. Am 6. August 1961 folgte der bis heute jüngste Raumfahrer aller Zeiten. Es war German Titow, der damals erst fünfundzwanzig Jahre alt war.

Die Amerikaner mussten reagieren, hatten aber die Entwicklung leistungsstarker Raketen verschlafen. Nach Sputnik 1 und 2 schoss die NASA den Satelliten Explorer 1 mit Hilfe einer atomaren Interkontinentalrakete in eine Umlaufbahn. Explorer war ein Winzling im Vergleich zu den Sputniks der Russen. Am 31. Jänner 1961 flog der erste Amerikaner ins All, es war der Schimpanse „Ham“. Es folgten im Mai und Juli die Astronauten Alan Shepard und Virgil „Gus“ Grissom, die die Erde aber nicht umkreisten, sondern nur einen ballistischen Flug absolvierten, ähnlich einer Kanonenkugel.

Vor fünfzig Jahren, am 20. Februar 1962, gelang den Amerikanern der Anschlusstreffer, um es sportlich auszudrücken. Der Luftwaffenpilot John Glenn umkreiste mit seinem Raumschiff „Mercury 6“ dreimal die Erde. Dieser Achtungserfolg spornte die Amerikaner an. Sie bauten stärkere Raketen und schlossen in wenigen Jahren im Rennen um die Weltraumtechnik zu den Russen auf.




© 2012 Rudolf Öller, Bregenz


Frontpage Übersicht Sitemap Joker Kontakt und Videos
1996 1997 1998 1999 2000
2001 2002 2003 2004 2005
2006 2007 2008 2009 2010
2011 2012 2013 2014 2015
2016 2017 2018 2019 2020
2021

Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

Leser dieser Internetseite werden den einen oder anderen Artikel im Buch wiederfinden. Das Buch ist auch bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.