Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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KATASTROPHEN: PEST UND CHOLERA


Im Mittelalter galten Seuchen als Strafe Gottes, obwohl alte, junge, gläubige, ungläubige, gute, böse, arbeitsame und arbeitsscheue Menschen gleichermaßen hinweggerafft wurden. Die Intelligenteren unter den Theologen wussten insgeheim, dass sie Gottes Willen nicht deuten konnten, daher behalf man sich mit dem Buch Hiob und sahen die Seuchen als Prüfungen Gottes – was immer das auch heißen mag.

Die Pest, die von einem Bakterium ausgelöst und vom Rattenfloh übertragen wird, war zu allen Zeiten gefürchtet. Die ersten historisch verbürgten Epidemien fanden im Altertum statt. Im 6. vorchristlichen Jahrhundert tötete die Pest annähernd die Hälfte der Bevölkerung im römischen Reich. Zu den prominentesten Pestopfern zählte der Athener Staatsmann Perikles. Später breitete sich die Pest über den östlichen Mittelmeerraum nach Westen aus. Im Mittelalter starb daran jeder dritte Europäer. Noch im 20. Jahrhundert raffte „der schwarze Tod“ in Indien mindestens 12 Millionen Menschen hinweg.

Die Cholera ist eine durch ein Bakterium hervorgerufene Infektion des Verdauungstraktes. Das Gift, das die Mikroben erzeugen, bewirkt einen enormen Flüssigkeitsverlust. Ohne Behandlung sterben mehr als die Hälfte der Erkrankten. Wahrscheinlich war die Cholera bereits in vorchristlicher Zeit in Indien und China weit verbreitet und stieß von dort regelmäßig in Richtung Europa vor. Man nannte diese Krankheit daher auch das „asiatische Ungeheuer“.

Diphtherie ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege. Die letzte große Epidemie suchte Mitteleuropa im zweiten Weltkrieg heim und tötete bis in die 1960er Jahre Menschen in Österreich und Deutschland. Auch der Schreiber dieser Zeilen wäre als Kind beinahe Opfer der Diphtherie geworden. Noch vor einem Jahrzehnt starben in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion über zehntausend Menschen.

Heute können diese tödlichen Gefahren durch Impfung gebannt werden. Die Erderwärmung, die steigenden Bevölkerungszahlen in den Großstädten und der globale Reiseverkehr werden jedoch die Entwicklung neuer Seuchen generell begünstigen.

Die Frage nach dem biologischen Sinn tödlicher Seuchen, wie Pest, Tuberkulose, Grippe, Aids und andere, ist leicht zu beantworten. Sie haben keinen Sinn, denn die Natur war nie perfekt. Die Krankheitserreger töten ihren Wirt und gehen dabei gewissermaßen aus Versehen selbst zugrunde. Sollten all die todbringenden Mikroben von einem außerirdischen Designer konstruiert worden sein, wie Anhänger einer amerikanischen wissenschaftlicher Sekte zu wissen glauben, so muss dieser Designer entweder ein Tyrann sein, oder es sind ihm tödliche Fehler unterlaufen.




© 2009 Rudolf Öller, Bregenz


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Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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