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KATASTROPHEN


Große und kleine Katastrophen können nicht nur unser menschliches Dasein begleiten. Katastrophen sind Bestandteile der Geschichte des Lebens. Das Wort Katastrophe kommt aus dem Griechischen. Katá bedeutet „nach unten“, und stréphein heißt „wenden“. Eine Katastrophe ist also eine Wendung nach unten - es ist der Untergang.

Das Wort wird viel zu oft leichtfertig verwendet. Für manche Schüler bedeutet eine schlechte Note nur wegen der ehrgeizigen Eltern eine Katastrophe, für manche Eltern ist schon die vermeintlich falsche Berufswahl ihrer Kinder ein Weltuntergang. Wahre Katastrophen sehen anders aus.

Die erste Katastrophe in der Geschichte des Lebens begann mit der Erfindung der Photosynthese. Cyanobakterien, man nannte sie früher Blaualgen, erfanden schon vor Jahrmilliarden eine Methode, Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zu zerlegen. Aus dem Wasserstoff und dem Kohlenstoff der Luft bauten sie Kohlenhydrate. Bei diesem chemischen Prozess blieb Sauerstoff übrig, den sie einfach in die Atmosphäre entließen. Sauerstoff ist aber sehr reaktionsfreudig und bedeutete für die damaligen – noch sehr primitiven – Lebewesen ein aggressives Gift. Es kam zum ersten Massaker in der noch jungen Geschichte des Lebens. Hätte damals nicht ein paar Zellen den Sauerstoff als Energiequelle nutzen können, so gäbe es heute weder Tiere noch Menschen.

Von den meisten Katastrophen wissen wir nichts, weil es aus der Zeit vor einer Milliarde Jahren so gut wie keine Fossilien gibt. Die ersten gut erhaltenen Fossilfunde stammen aus der Zeit des Ediacariums, die vor 530 Millionen Jahren endete. Die Tiere der damaligen Zeit waren so grotesk, dass sie gut in einen Science Fiction Film mit hässlichen Aliens passten. Die meisten dieser Lebewesen wurden ausgelöscht, aus den Überlebenden entstanden die Pflanzen und Tiere der Kambriumzeit. Auch in diesem Zeitalter und in vielen nachfolgenden Epochen kam es zu massiven Aussterbekatastrophen mit nachfolgender Entstehung neuer Arten. Das Aussterben der Saurier war nicht das größte Desaster.

Wirbelstürme, Lawinen, Erdbeben, Vulkanausbrüche und Seuchen raffen auch Menschen hinweg. Die Hinterbliebenen suchen gerne nach tieferen Gründen für diese Vorgänge, daher stellen sie die Frage nach dem „warum“. In allen Fällen kann man nur naturwissenschaftliche Antworten geben: Naturkatastrophen haben keinen Sinn, es gibt sie einfach. Wirbelstürme sind eine Folge von Wettervorgängen, Vulkane sind Überdruckventile der Erde, und Erdbeben entstehen durch Plattenverschiebungen im Erdinneren.

Die diesjährige Sommerserie beschäftigt sich mit den größten Katastrophen der Erdgeschichte.




© 2009 Rudolf Öller, Bregenz


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Helden der Wissenschaft:
Harold Clayton Urey
(1893-1981)
baute nicht nur massgeblich an der ersten Atombombe mit, sondern trug mit der Bestimmung des Nuklids O-18 zur Erforschung der Uratmosphäre bei.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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