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1. Dezember 2022


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ANDREAS VESALIUS


Andries Witting van Wesel (1514 – 1564), auch Andreas Vesalius genannt, war ein flämischer Anatom und Chirurg der Renaissance. Er gilt als Begründer der modernen Anatomie und damit auch der modernen Medizin. Vesalius besuchte die Schule in Brüssel und studierte an der Universität Löwen Sprachen und Naturwissenschaften. Später wechselte er zur Medizin und ging vorübergehend nach Paris, um dort Medizin zu studieren.

Vesalius wollte sich selbst Gewissheit über anatomische Einzelheiten verschaffen. Er bekam über Beziehungen die Leiche eines Hingerichteten. Verblüfft stellte er bei der Leichenöffnung Abweichungen von der Anatomie des griechisch-römischen Arztes Galenos von Pergamon fest, dessen Lehre damals an fast allen Universitäten Standard war. An der Universität Löwen konnte Vesalius dank seiner Beziehungen öffentliche Leichenöffnungen durchführen.

Der Leibarzt

1543 war das Jahr sowohl der kopernikanischen Wende in der Astronomie als auch der anatomischen Wende in der Medizin. In diesem Jahr erschien Andreas Vesalius' Buch "De Corporis Humani Fabrica" (Über den Aufbau des menschlichen Körpers). Es war das erste genaue wissenschaftliche Werk über die menschliche Anatomie. Es erschien in einer Zeit, in der in Europa die Buchdruckerkunst angewendet wurde, so dass dieses Anatomie-Lehrbuch überall erhältlich war. Es enthielt hervorragende Illustrationen von Jan Stevenzoon van Calcar, einem Schüler des berühmten Malers Tizian. Die Erstauflage des Buches  hat einen Umfang von fast 700 Seiten, und enthält mehr als 300 Illustrationen, die von der Darstellung ganzer Körper bis zu kleinsten Strukturen, wie etwa den Gehörknöchelchen, reichen. Vesalius war schon zu Lebzeiten so berühmt, dass er Leibarzt von Kaiser Karl V. und König Philipp II von Spanien wurde.

Pilgerreise

Während Vesalius Professor war, sezierte er 1539 die Leichen aller in Padua Hingerichteten, im darauf folgenden Jahr folgten öffentliche Leichenöffnungen in Bologna. Die Kirche hatte keine Freude mit Vesalius' anatomischen Demonstrationen und Büchern, doch er stand unter dem Schutz zweier katholischer Herrscher. Schließlich unternahm Vesalius 1564 eine Pilgerreise ins Heilige Land. Während der Rückreise von Jerusalem erkrankte er, musste an Land gehen und starb. Er soll von Pilgern an einem unbekannten Ort bestattet worden sein.

Rund um Vesalius' Tod gibt es unbestätigte Legenden. Vesalius habe, heißt es in einem Brief, aus Versehen einen noch lebenden Menschen seziert und sei von der Inquisition zur Strafe verpflichtet worden, nach Jerusalem zu reisen.



© 2021 Rudolf Öller, Bregenz  [/2021/roe_2127]


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