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DIVERSITÄT


Diversität heißt Vielfalt. Sie wird schon im Buch Genesis erwähnt. Bereits im ersten Kapitel heißt es „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, … als Mann und Frau schuf er sie.“ Zuvor ist von Gras, Samen, Bäumen, Früchten, Vögeln, Meerestieren, Vieh, und kriechenden Tieren zu lesen. Die Zahl der Bakterien-, Pilz- Pflanzen- und Tierarten ist unbekannt, geht aber in die Millionen.

Manchmal wird Vielfalt auch durch die Farben des Regenbogens dargestellt. Das elektromagnetische Strahlenspektrum ist aber viel größer. Es beginnt am energiearmen Ende mit dem Wechselstrom. Es geht weiter mit Radiowellen, Richtfunk, Radar, Mikrowellen, Infrarot und dem sichtbaren Licht von Rot bis Violett. Danach wird es energiereicher mit den Spektren der UV-, Röntgen- und Gammastrahlen. Würde man diese Wellenvielfalt auf einem Sportplatz auflegen und die Wellenbereiche markieren, käme dem sichtbaren Licht, also den Regenbogenfarben, die Breite eines Grashalms zu. Menschen- und Tieraugen - ausgenommen einige Insekten - können nur deshalb in diesem winzigen Lichtbereich sehen, weil hier die Sonne ihr Strahlungsmaximum hat. Die Evolution arbeitet immer schon pragmatisch.

Laktoseintoleranz

Die Diversität in der Natur endet nicht mit dem Wellenspektrum und der Zahl der Arten. Innerhalb der Arten haben wir es mit einer unvorstellbar großen Vielfalt zu tun, deren Ausmaß erstmals in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts erkannt wurde. Hautfarben, Haarfarben, Blutgruppen und Anfälligkeiten für bestimmte Krankheiten bilden bei uns Menschen nur einen winzigen Ausschnitt der biologischen Vielfalt, die nicht dekonstruierbar ist.

Die natürliche Diversität ist global unterschiedlich. In Afrika wurde in Richtung dunkler Hautfarbe als Sonnenschutz selektiert. Die asiatische Gesichtsform entstand in den kalten Gebieten Sibiriens. Die Natur hat in der Kälte ein flaches Gesicht und isolierende Fettschichten ausgebildet, was wiederum die charakteristische Augenform der Asiaten erklärt. Weitere Eigenschaften wie angeborene Alkoholverträglichkeit, Laktoseintoleranz und vieles andere sind regional ungleichmäßig verteilt.

Krampf

Natürliche Vielfalt ist jeder künstlichen vorzuziehen. Die Zwölftonmusik ist ein Beispiel. Sie will gerecht, neudeutsch: politisch korrekt sein. Es gibt keine bevorzugte Tonart, keine besonderen Motive, keine markanten Phrasen, keine Melodien. Alle zwölf (Halb)Töne einer Oktave werden gleich behandelt. Der Komponist Alban Berg soll seinem Meister Arnold Schönberg, dem Begründer der Zwölftonmusik, gestanden haben, er „könne seine Musik nicht lieben“. Verständlich: Natürliche Diversität ist harmonisch, politisch korrekte ist Krampf.


Dieser Aufsatz ist nicht in den Vorarlberger Nachrichten erschienen. Er wurde zum Anlass genommen, mich zu kündigen.



© 2021 Rudolf Öller, Bregenz  [/2021/roe_2119]


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Helden der Wissenschaft:
Albert Einstein
(1879-1955)
verbog gründlich Raum und Zeit, änderte alles Konstante ins Relative und ließ nur das Licht unangetastet zurück.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod."

Das Buch ist politisch nicht hundertprozentig korrekt und bei Amazon, auch bei anderen Online-Händlern und im Buchhandel erhältlich.