Welt der Naturwissenschaften
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1. Dezember 2022


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LEONARDO


Der berühmte österreichische Maler Oskar Kokoschka, der wie alle herausragenden Künstler Leonardo da Vincis Werke studiert hatte, erwähnte einmal beiläufig dessen Ehrgeiz. Der rätselhafte Leonardo soll als Jüngling seinem Lehrmeister in Mathematik geantwortet haben: "Schlimm steht es um den Schüler, der seinen Lehrer nicht übertrifft." Leonardo hat eine Unmenge an Zeichnungen, Gemälden und Entwürfen aller Art hinterlassen, aber über seine persönlichen Anschauungen und Gefühle wissen wir fast nichts.

Ein Zauber

Allen Bildern Leonardos wohnt ein eigenartiger Zauber inne, dem sich kaum jemand entziehen kann. Die Gesichter, die er malte, zählen zu den schönsten und sinnlichsten der Kunstgeschichte. Der französische Philosoph und Kunstkritiker Hippolyte Adolphe Taine fasste diesen Eindruck so zusammen: "Seine Figuren drücken unfassbare Empfindsamkeit aus und erscheinen unglaublich durchgeistigt; sie sind voll von unausgedrückten Ideen und Empfindungen." Wahre Künstler sind nicht nur dem Schönen zugeneigt, sondern allen Seiten des Lebens, auch dem Grotesken. Dazu Goethe: "Von den reinen, erforschten Proportionen an bis zu den aus seltsamen und widersprechenden Gebilden zusammengehäuften Ungeheuern sollte alles zugleich natürlich und rationell sein."

In den Anatomieschulen der Ärzte sezierte Leonardo Leichen von hingerichteten Verbrechern und fertigte Skizzen von Muskeln, Sehnen, Blutgefäßen und Knochen an. Er wollte auf diese Weise dem menschlichen Körper die letzten Geheimnisse entreißen. Er zeichnete um 1510 sogar einen Fötus in der weiblichen Gebärmutter, und seine Katzenstudien lassen alle Katzenposter im Internet blass aussehen.

Ein Titan

Leonardo hat vor einem halben Jahrtausend die Kunst, ja sogar die Wissenschaften revolutioniert, denn durch seine Zeichnungen und Studien hat er wichtige Entdeckungen und Erfindungen der Neuzeit vorausgesehen bis hin zu Fluggeräten. Vierhundert Jahre vor dem ersten Motorflug verkündete er seinen erstaunten Zuhörern: "Wir werden fliegen können". Sigmund Freud sagte einmal über den beispiellosen Renaissancekünstler Leonardo: "Der große Leonardo blieb überhaupt sein ganzes Leben über in manchen Stücken kindlich; man sagt, dass alle großen Männer etwas Infantiles bewahren müssen. Er spielt auch als Erwachsener weiter und wurde auch dadurch manchmal seinen Zeitgenossen unheimlich und unbegreiflich."

Der großartige italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Ingenieur und Visionär Lionardo di ser Piero da Vinci, wie er mit vollem Namen hieß, starb vor 500 Jahren, am 2. Mai 1519. Er war ein Titan der Geschichte, einer der großen Wegbereiter der Moderne.




Die verspielte Renaissance

© 2019 Rudolf Öller, Bregenz  [/2019/roe_1917]


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(1875-1933)
erforschte ein Leben lang Pflanzen, zählte zu den Pionieren der Genetik, untersuchte Mutationen und beseitigte damit eine Lücke in der modernen Evolutionstheorie.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

"Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir pfiffen auf alle Corona-Bestimmungen und trafen uns an jedem Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod."

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