Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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SCHOCK EMPFOHLEN


Die Digitalisierung und Elektronisierung schreitet unaufhaltsam voran und dringt in immer mehr Bereiche ein. Teilnehmer von Erste-Hilfe-Kursen staunen, wenn sie die Anwendung eines vollautomatischen Defibrillators üben. Das Gerät spricht und gibt klare Anweisungen: "Kleben Sie die Elektroden … auf den nackten Oberkörper!" "Patient nicht berühren!" "Schock empfohlen!" Die allerneuesten Modelle ermahnen den Ersthelfer sogar, bei der Herzdruckmassage tiefer einzudrücken oder den Rhythmus der Herzmassage zu erhöhen. Diese Geräte sind so intelligent, dass sie vor der Abgabe eines Elektroschocks genauestens die Bewegungsmuster des Herzschlags abhören. Flimmert das Herz, kann ein Elektroschock abgegeben werden, andernfalls verweigert das Gerät den Einsatz. Die Anwender des Defibrillators können also keine Fehler machen, es sei denn sie vergessen, das Gerät einzuschalten.

Die Elektronisierung schreitet nicht nur beim Retten, sondern auch beim Töten voran. Die US-Army verwendet zurzeit als Standardwaffe das Sturmgewehr "M4" von Colt Defense. Da die Firma zum Leidwesen vieler Waffenbesitzer bankrott gegangen ist, sucht das Militär ein neues und "intelligentes" Gewehr. Für die neue Ausrüstung befindet sich beim "Armament Research, Development and Engineering Center" (ARDEC) in New Jersey ein neues Modell in Entwicklung, eine Hightech-Waffe, die "iPhone des Todes" genannt wird. Soldaten sollen sich künftig beim Blick durch das Visier auf den roten Punkt am Ziel verlassen können. Die Ausrichtung der Waffe wird keine große Rolle mehr spielen, die Berechnung der ballistischen Flugbahn wird der waffeneigene Computer übernehmen.

Die Planung elektronisch programmierter Kriege ist in vollem Gange. Wenn ein Computer die besten Schachspieler besiegen kann, dann kann man damit auch Schlachten gewinnen, zumindest glauben das die Militärs. Die breite Öffentlichkeit wurde auf das Thema erstmals durch die "Terminator"-Filmserie aufmerksam, in der Kampfroboter gegen Zivilisten losgehen. Genau das ist bereits geschehen. Der Iran Air-Flug 655 (IR 655) war ein Linienflug von Teheran nach Dubai. Der Airbus A300 wurde am 3. Juli 1988 über dem Persischen Golf von der Besatzung des US-Zerstörers USS Vincennes abgeschossen, wobei alle 290 Menschen an Bord getötet wurden. Nach Angaben der US-Regierung war das Flugzeug vom fehlerhaft arbeitenden Aegis-Computersystem als eine angreifende feindliche Jagdmaschine identifiziert und abgeschossen worden.

Das österreichische Militärmagazin "Militär aktuell" macht in seiner letzten Ausgabe (4/2018) den Krieg der Maschinen zum Thema. Bald schon wird "Terminator" auch in der Tagespolitik ankommen.




Digitalisierung

© 2019 Rudolf Öller, Bregenz  [/2019/roe_1911]


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Helden der Wissenschaft:
Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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