Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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BONZEN


Die erste Mondlandung jährt sich in wenigen Monaten zum fünfzigsten Mal. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage auftauchen, warum die Sowjetunion, die in der Raumfahrttechnik jahrelang die Nase vorne hatte, ab Mitte der Sechzigerjahre ins Hintertreffen geriet. Die Antwort ist einfach. Der Niedergang der sowjetischen Raumfahrt begann mit der Einmischung der Politbüro-Bonzen in Moskau.

Am Anfang hatte der Raketenbauer Sergej Koroljow freie Hand. Seine Aufgabe lautete, mit Hilfe deportierter deutscher Ingenieure atomare Interkontinentalraketen zu konstruieren. Zu diesem Zweck wurde in der kasachischen Steppe das Raumfahrtzentrum Baikonur errichtet. Chefingenieur der Deutschen war Helmut Gröttrup. Die Sojusrakete zeigt heute noch seine technische Handschrift. Die Deutschen wurden Mitte der Fünfzigerjahre ausgemustert, nachdem die russischen Ingenieure genug gelernt hatten.

Koroljow ersuchte Ministerpräsident Nikita Chrustschow, einen Satellitentest mit der neuen Rakete "Semiorka R7" zu erlauben, weil sich die Entwicklung der Atomsprengköpfe verzögerte. Am 4. Oktober 1957 flog "Sputnik 1" in eine Erdumlaufbahn. In der Folge gelangen dem Team um Koroljow mehrere spektakuläre Erfolge bis hin zum ersten bemannten Raumflug durch Juri Gagarin. Nachdem die kommunistische Nomenklatura in Moskau die propagandistische Macht der Raumfahrt erkannt hatte, begannen die Apparatschiks sich einzumischen. Prestige war ihnen wichtiger als eine technische Entwicklung. So wurde beispielsweise befohlen, die für einen Raumflug kaum ausgebildete Proletarierin Walentina Tereschkowa, Arbeiterin in einer Textilfabrik, nach oben zu schießen. Sie machte bei ihrem Raumflug so viele Fehler, dass Koroljow mehrere Tobsuchtsanfälle bekam. Weiters wurde – völlig sinnlos - befohlen, drei Kosmonauten in einem Raumschiff zu transportieren. Koroljow stopfte drei todesmutige Männer ohne Raumanzüge in eine Wostok-Einmannkapsel, benannte diese in "Woschod" um und startete das Himmelfahrtskommando am 12. Oktober 1964. Die drei Kosmonauten überlebten nur mit Glück diesen Harakiri-Flug.

Präsident Kennedy gab in seiner berühmten Rede an die Nation am 25. Mai 1961 der NASA den Auftrag, noch vor dem Ende des Jahrzehnts einen Astronauten zum Mond und wieder zurück zu transportieren. In die technisch-wissenschaftlichen Entwicklungen der NASA mischte sich kein amerikanischer Politiker ein. Das war der Hauptgrund, warum die Amerikaner das Mondrennen gewannen und die Sowjetunion versagte. Das Sommerthema des "VN-Scheinwerfers" wird sich von Ende Juni bis Anfang September dieses Jahres mit den Mondflügen und ihren technischen Besonderheiten beschäftigen.




Sergej Koroljow

© 2019 Rudolf Öller, Bregenz  [/2019/roe_1910]


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Helden der Wissenschaft:
Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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