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25. Oktober 2021

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NOBELPREISE 2018: MEDIZIN


Eine Krebsdiagnose kam vor einer Generation fast einem Todesurteil gleich. Heute ist der Krebs immer noch nicht besiegt, weil es "den Krebs" nicht gibt. Es handelt sich um eine Sammelbezeichnung verschiedener Erkrankungen. Trotzdem wurden beachtliche Fortschritte erzielt. Das in manchen esoterischen Zirkeln immer noch grassierende Schimpfwort "Schulmedizin" ist die erfolgreiche Medizin der Nobelpreisträger, der Chirurgen, der Notärzte und der Biologen und Genetiker, die enorme Zuarbeit geleistet und die Lebenserwartung der Menschen innerhalb eines Jahrhunderts verdoppelt haben.

Der diesjährige Nobelpreis für Physiologie und Medizin wurde vor wenigen Tagen an den US-Amerikaner James Allison und den Japaner Tasuku Honjo für ihre bedeutenden Entdeckungen im Kampf gegen Krebs verliehen. Das Immunsystem des Menschen ist ein erstaunliches biochemisches Regelwerk, das ständig über unsere Gesundheit wacht. Ist das System fehlerhaft, kann es zu lebensgefährlichen Erkrankungen kommen. Aids-Forscher können ein Lied davon singen. Es ist schon lange bekannt, dass das Immunsystem des Menschen nicht nur Bakterien und Viren, sondern auch Krebszellen - das sind veränderte körpereigene Zellen - erkennen und bekämpfen kann. Wenn spezielle Zellen unserer natürlichen Abwehr - so genannte T-Zellen - fremdartige Zellen im Körper entdecken, senden sie ein chemisches Signal an das Immunsystem. Die fremden Zellen oder Krebszellen werden erkannt und im Idealfall zerstört.

Allison und Honjo hatten entdeckt, dass bestimmte Proteine bremsend auf das Immunsystem wirken und dieses von der Bekämpfung von Tumorzellen abhalten. Löst man die Bremse, attackieren die Immunzellen die Krebszellen. Erste Heilverfahren, die auf diesem Konzept basieren, sind als sogenannte "Checkpoint-Therapien" gegen verschiedene Krebsarten bereits im Einsatz. Die neuartige Therapie hat den Vorteil, dass nur körpereigene Substanzen zum Einsatz kommen. Das Nobelpreiskomitee verkündete dazu: "Durch die Stimulierung der Fähigkeit unseres Immunsystems, Krebszellen anzugreifen, haben die diesjährigen Nobelpreisträger ein ganz neues Verfahren der Krebsbehandlung begründet."

Die Immunonkologie gilt nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft als eine der großen Hoffnungen der Krebstherapie, weil keine oder nur wenige Medikamente zum Einsatz kommen. Das Immunsystem als das Instrument des Körpers zur Bekämpfung von Erregern und geschädigten Zellen einzusetzen, ist nicht wirklich neu, aber die Beseitigung von chemischen Bremsen ist eine kleine Revolution. Erfolge der neuen Therapie werden heute vor allem beim schwarzen Hautkrebs und beim Lungenkrebs erzielt.




Krebsgene

© 2018 Rudolf Öller, Bregenz



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hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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