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LISE MEITNER


Lise Meitners Eltern, der Rechtsanwalt Philipp Meitner und seine Frau Hedwig, waren Wiener Juden, die ihre acht Kinder protestantisch erziehen ließen. Nach Volks- und Bürgerschule musste die kleingewachsene und mathematisch begabte Lise ihre Maturaprüfung im Alter von 23 Jahren privat ablegen, da die österreichischen Gymnasien um die Wende zum 20. Jahrhundert für Mädchen noch verschlossen waren.

Ab 1901 studierte sie an der Universität Wien Physik und Mathematik und promovierte 1905 mit Auszeichnung. Sie blieb zwei Jahre als Assistentin in Wien und begann, sich für Radioaktivität zu interessieren. Ein Wechsel zu Marie Curie nach Paris schlug fehl. Sie entschied sich für Max Planck in Berlin, weil sie sich intensiv mit theoretischer Physik beschäftigen wollte. An der Universität in Berlin war sie als Frau alles andere als willkommen. Einige Jahre wurde sie auf unwürdigste Art gemobbt, bis sie mit Max Plancks Unterstützung 1912 eine Assistentenstelle bekam.

1918, vor 100 Jahren, wurde sie gemeinsam mit Otto Hahn Leiterin der radioaktiven Abteilung des Kaiser Wilhelm Instituts. 1922 konnte sich Lise Meitner habilitieren, sie wurde außerordentliche Professorin für experimentelle Kernphysik. 1933 erreichten die Nationalsozialisten bei Wahlen die relative Mehrheit. Kurz darauf kam es zum "Ermächtigungsgesetz", durch das sich das deutsche Parlament auf Druck der Nationalsozialisten selbst auflöste. Die Jüdin Lise Meitner wurde damals als österreichische Staatsbürgerin noch nicht drangsaliert. Das änderte sich 1938, als Österreich "heim ins Reich" geholt wurde. Aufgrund vieler Warnungen entschloss sie sich, heimlich über Holland und Dänemark nach Schweden zu fliehen. Dort hielt sie laufend Briefkontakt zu Otto Hahn. Vor 80 Jahren, im Dezember 1938, bestrahlte Hahn im Rahmen einer von Lise Meitner mitentwickelten Testserie Uran-235 Atome mit Neutronen und fand als Produkte kleinere Atome. Da er das Resultat nicht deuten konnte, fragte er brieflich bei Lise nach. Ihr war sofort klar, dass Hahn Atomkerne gespalten hatte. Nur wenige Physiker hielten das damals für möglich. Die Nationalsozialisten verboten daraufhin, Meitners Name im Zusammenhang mit der Entdeckung der Kernspaltung zu erwähnen.

Erst Jahre nach ihrem Tod wurde klar, dass Lise Meitner eine Gigantin der Physik war. Eine ihrer Forschungsergebnisse führte beispielsweise den berühmten Quantenphysiker Wolfgang Pauli zur Neutrinotheorie, eine der wichtigsten Erkenntnisse der Physik überhaupt.  Professor Lise Meitner, die kleine große Frau der Physik, starb vor 50 Jahren am 27. Oktober 1968 in Cambridge. Otto Hahn bekam den Nobelpreis, Lise Meitner hat ihn nie bekommen.




Lise Meitner

© 2018 Rudolf Öller, Bregenz



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Helden der Wissenschaft:
Sir Frederic Grant Banting
(1891-1941)
isolierte erstmals Insulin und bekam dafür den Nobelpreis. Alle erfolgreich behandelten Diabetiker sollten seinen Namen mit Ehrfurcht aussprechen.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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