Welt der Naturwissenschaften
(Scientific Medley)

 Jahresübersicht 2017

Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht.
(Erich Fried)


1. Dezember 2022


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NOBELPREISE 2017: PHYSIK


Die spezielle Relativitätstheorie Albert Einsteins, wonach Raum, Zeit, Masse und Energie relative Größen sind, ist nicht nur ein beeindruckendes Theoriengebäude. Die spezielle Relativitätstheorie findet Anwendung in technischen Bereichen, wie etwa in der Satellitennavigation. Auch die allgemeine Relativitätstheorie, die Raum und Zeit in Abhängigkeit der Schwerkraft beschreibt, hat sich mehrfach bewährt. Diese Theorie hatte aber seit hundert Jahren einen Schönheitsfehler. Die darin beschriebenen Gravitationswellen konnten experimentell nicht nachgewiesen werden. 

Gravitationswellen kann man durch Vergleiche erklären. Ein im Wasser liegender Stein erzeugt keine Wellen. Ein ins Wasser geworfener Stein erzeugt hingegen eine Welle. Etwas Ähnliches passiert in der Elektrizität. Eine ruhende elektrische Ladung, beispielsweise ein Elektron, besitzt nur ein elektrisches Feld. Bewegt sich diese Ladung, so entsteht zusätzlich ein magnetisches Feld. Bewegt sich diese Ladung hin und her, etwa in einer Antenne, dann spalten sich elektrische und magnetische Felder mit Lichtgeschwindigkeit ab, es entsteht eine elektromagnetische Welle in Form von Licht, Mikro- oder Radiowellen. Unsere gesamte technische Welt baut auf diesem Prinzip des Elektromagnetismus auf.

Einstein behauptete, dass alle Massen das unsichtbare Gewebe der Raumzeit verändern. Diese Hypothese konnte mit Hilfe von Atomuhren inzwischen bewiesen werden. Er nahm zusätzlich an, dass bewegte Massen diese Störung der Raumzeit in Form von Gravitationswellen abstrahlen. Der Haken an der Sache ist der schwierige Nachweis dieser Wellen. Einstein selbst bezweifelte, dass das jemals gelingen würde. Mit Hilfe eines außergewöhnlich genauen Gerätes, dem "Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory" (Ligo) konnten diese Gravitationswellen experimentell nachgewiesen werden. Das Gerät zu justieren war äußerst mühsam, weil sogar in der Nähe herabfallende Blätter als Störquelle in Betracht kamen.

Der Nachweis von Gravitationswellen wurde erstmals am 11. Februar 2016 verkündet. Die Entdeckung ändert nichts an unserem aktuellen Weltbild, bildet aber die krönende Vollendung der Relativitätstheorie. Der diesjährige Physiknobelpreis geht an drei US-Amerikaner, einer davon mit deutsch-jüdischen Wurzeln. Reiner Weiss (* 1932 in Berlin) ist emeritierter Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, Barry Barish, geboren 1936 in Omaha, Nebraska, ist emeritierter Professor am California Institute of Technology (CALTECH) in Pasadena und Kip Thorne, geboren 1940 in Logan, Utah, ist ebenfalls am CALTECH in Pension gegangen.




Eddington

© 2017 Rudolf Öller, Bregenz



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Helden der Wissenschaft:
Erwin Baur
(1875-1933)
erforschte ein Leben lang Pflanzen, zählte zu den Pionieren der Genetik, untersuchte Mutationen und beseitigte damit eine Lücke in der modernen Evolutionstheorie.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

"Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir pfiffen auf alle Corona-Bestimmungen und trafen uns an jedem Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod."

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