Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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Geschichte der Genetik: GREGOR MENDEL


Johann Mendel (1822 – 1884) trat im Alter von 20 Jahren ins Königinkloster in Brünn (heute Brno) ein, das damals noch zu Österreich gehörte. Er nahm den Klosternamen Gregor an und stellte ihn vor seinen bürgerlichen Namen. Gregor war ein kluger Kopf, dessen Wissen dem Stand der Zeit entsprach. Da es damals keine Stipendien gab, erhoffte sich der bitterarme Bauernsohn aus Heinzendorf (heute Hyncice) ein Universitätsstudium als Mönch.

Mendel hatte die für ihn richtige Wahl getroffen, denn er traf auf Klosterbrüder, die sich für Naturforschung begeisterten. Im Kloster lebten nicht nur Theologen, sondern auch Philosophen, Mathematiker, Geologen und Botaniker, die alle am örtlichen Gymansium unterrichteten. Der Bischof war nicht begeistert wegen dieser Umtriebe der Mönche. Mehrmals beklagte er die naturwissenschaftlich bedingte geistliche Nachlässigkeit des ehrwürdigen Konventes. 

Mendel bekam die Chance, an der Universität Wien zu studieren. Der Abt war der Meinung, dass ein Mönch, der an einem Gymnasium unterrichtet, auch einen naturwissenschaftlichen Universitätsabschluss vorweisen muss. Gregor studierte Physik, Mathematik und Botanik, wobei sich seine Kenntnisse in Statistik für seine späteren Forschungen als besonders wichtig erweisen sollten.

Mendel korrespondierte mit Wissenschaftlern in ganz Europa, dadurch gelang es ihm, in Biologie auf dem Laufenden zu bleiben. Das Bild des kleinen und naiven Mönches, der Erbsen und andere Pflanzen züchtet und nur so nebenbei über ein paar Vererbungsregeln stolperte, ist falsch. Mendel war ein Profi, dessen Genie die starrsinnigen Professoren in Wien nicht nur nicht erkannten, er wurde sogar belächelt.

Mendel bemerkte, dass in der damaligen Biologie oberflächlich gearbeitet wurde. In der Physik wurden bereits statistische Methoden angewendet, nicht jedoch in der Biologie. Mendel hatte die Begabung, Naturgesetze in einer großen Summe von Einzelbeobachtungen zu erkennen. Er begriff, dass die Züchter des 19. Jahrhunderts auf Zahlenangaben und Auswertungen verzichteten. Nachdem Mendel bei seinen Pflanzenzüchtungen mathematisch vorgegangen war, entdeckte er Zusammenhänge, die wir heute als "Mendelsche Regeln" kennen.

Gregor Johann Mendel gilt heute als der Vater der modernen Genetik. Er wusste, dass seine Entdeckungen wichtig waren, die Anerkennung blieb ihm aber zu Lebzeiten versagt. Als seine "Mendelschen Gesetze" zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einem niederländischen, einem deutschen und einem österreichischen Biologen neu entdeckt wurden, begann sich die Genetik stürmisch zu entwickeln. Heute zählt diese Disziplin zu den großen Leitwissenschaften.




Mendel

© 2017 Rudolf Öller, Bregenz



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Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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