Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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SOMMER 1927


Es gibt Entscheidungen, deren Konsequenzen sich erst nach Jahren zeigen. Wäre Korsika 1768 vertraglich nicht an Frankreich gefallen, dann wäre Napoleon als Bürger der Republik Genua aufgewachsen. Europas Geschichte sähe anders aus. Hätte die österreichische Polizei Adolf Hitler wegen seiner Wehrdienstverweigerung verhaftet, dann wäre die Weltgeschichte anders verlaufen. Es gibt weitere Beispiele, wie etwa das Attentat von Sarajewo im Juni 1914, das direkt in den ersten Weltkrieg führte oder eine Unachtsamkeit des DDR-Politikers Günter Schabowski im November 1989, die den Fall der Berliner Schandmauer zur Folge hatte.

Historiker wissen über die Zwanzigerjahre als Schicksalsjahrzehnt Bescheid. Es war die Zeit der Prohibition, des Al Capone und der Non-stopp-Überquerung des Atlantiks durch Charles Lindbergh, dem besten Piloten seiner Zeit. Er hatte auch Glück, denn kurz vor seinem legendären Flug schlugen Versuche anderer Piloten fehl, meist mit tödlichem Ausgang.

In den Zwanzigerjahren führte eine Kette von Zufällen und Fehlentscheidung direkt in die größte Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts. Präsident Warren Harding, ein grober Klotz und Schürzenjäger, der während seiner Besprechungen im Weißen Haus gelegentlich in den Kamin pinkelte, hatte ein Kabinett von Gaunern und Trotteln zusammengestellt. Einige dieser Kerle missbrauchten ihr Amt, um sich und ihre Freunde zu bereichern. Nach nur 29 Monaten im Amts starb Harding unter ungeklärten Umständen in San Francisco. Es wurde vermutet, dass er von der First Lady vergiftet worden war.

Nach dem Tod Hardings folgte der ehrbare aber kaum klügere Vizepräsident Calvin Coolidge als 30. US-Präsident in das machtvolle Amt. Wegen seiner armseligen Figur wurde Coolidge verspottet, trotzdem wurde er 1924 wiedergewählt. Die Wirtschaft zog in den Zwanzigerjahren an, und die Aktienkurse schossen nach oben, wodurch es zu kreditfinanzierten „Blasen“ kam. Coolidge ignorierte die Gefahr. Der Ökonom und Sozialkritiker John Kenneth Galbraith schrieb in seinem Buch „Crash“: „Weder wusste Präsident Coolidge, was vor sich ging, noch interessierte es ihn“. Eine vernünftige Politik zwischen grenzenlosem Liberalismus und staatlicher Zwangswirtschaft beherrschen eben nur wenige. Die Katastrophe von 1929 war vorprogrammiert.

Bill Bryson, einer der besten lebenden Sachbuchautoren, hat ein packendes Buch über die damaligen Ereignisse geschrieben. Bryson erzählt, wie ein paar wirre Banker und die Gleichgültigkeit eines US-Präsidenten die Weltwirtschaftskrise verschuldeten, was zum Erstarken des (europäischen) Nationalsozialismus führte. Bill Bryson: „Sommer1927“, Goldmann Taschenbuch.




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© 2016 Rudolf Öller, Bregenz



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Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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