Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

 Jahresübersicht 2015


25. Oktober 2021

zurück Übersicht weiter

UNMORALISCHE MEINUNGEN


Viele Menschen können mit dem Begriff der politischen Korrektheit nichts anfangen. Es wird vermutet, dass „political correctness“ dann vorliegt, wenn man ein Binnen-I benützt, also BürgerInnen statt Bürger schreiben muss und bestimmte „schlimme“ Wörter nicht mehr verwenden darf. Politische Korrektheit geht in Wahrheit aber weiter und bedroht unsere Freiheit.

Politische Korrektheit gibt es schon lange. Es geht dabei nicht darum, abweichende Meinungen zu widerlegen. Politisch korrekt sein bedeutet, vermeintlich hassenswerte Meinungen als unmoralisch darzustellen, wobei sich jede Begründung erübrigt. Andere Standpunkte werden nicht mehr kritisiert, sondern nur verachtet. Ihre Vertreter werden mit den zur Verfügung stehenden Mitteln öffentlich verunglimpft.

Politische Korrektheit war und ist der Feind der Wissenschaften und Künste. Als Galileo Galilei einem hohen Herrn die Jupitermonde im Fernrohr zeigen wollte, erklärte dieser die Sache für nicht korrekt  und verweigerte den Blick. Als Hitlers erster Ideologe, der Historiker Alfred Rosenberg, die Menschheit in minder- und höherwertige Rassen einteilte, brauchte er dazu keine Begründung. Die Einteilung war politisch korrekt und somit moralisch vertretbar. Abweichende Meinungen galten als frevelhaft. Als sich herausstellte, dass die Relativitätstheorie, die Quantenphysik und die Atomphysik großteils von jüdischen Physikern vertreten wurden, wie Albert Einstein, Niels Bohr, Wolfgang Pauli, Leo Szilard, Lise Meitner und anderen, bezeichneten die Nazis diese Wissenschaften als „jüdische Physik“. Damit war diese als verboten deklariert. Freie Diskussionen darüber waren lebensgefährlich.

Die Kommunisten in der Sowjetunion waren nicht besser. Die Mendelschen Erbgesetze, das kleine Einmaleins der Genetik, schienen dem Marxismus zu widersprechen. Die Kommunisten untersagten diese Wissenschaft. Nur die Pseudowissenschaft des russischen Biologen Trofim Lyssenko durfte gelehrt werden. Auch hier war keine Begründung erforderlich. Biologen, die sich weigerten, die dumme Lyssenko-Lehre zu akzeptieren, wurden beseitigt.

In Europa sind die Wissenschaften noch frei, doch auch hier gibt es Versuche, bestimmte Bereiche für nicht korrekt zu erklären. Fachzeitschriften, wie „National Geographic“ und der „Skeptiker“ beklagen eine Zunahme von esoterischen und politischen Irrlehren und „Tugenden“, die sich ein löchriges Mäntelchen der Wahrhaftigkeit umhängen. Kern aller Korrektheit ist der Glaube, nicht nur im Besitz einer zentralen Wahrheit zu sein, sondern auch zu den auserwählten Agenten zu gehören, die sich gegen das vermeintlich Falsche in der Welt durchsetzen müssen.



© 2015 Rudolf Öller, Bregenz



Frontpage Übersicht Sitemap Joker Kontakt und Videos
1996 1997 1998 1999 2000
2001 2002 2003 2004 2005
2006 2007 2008 2009 2010
2011 2012 2013 2014 2015
2016 2017 2018 2019 2020
2021

Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

Leser dieser Internetseite werden den einen oder anderen Artikel im Buch wiederfinden. Das Buch ist auch bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.