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VERGIFTETES KLIMA


Die Universität Berkeley liegt an der San Francisco Bay. Vom zentralen Sather Tower (Spitzname "Campanile") haben die Besucher einen grandiosen Blick auf die Golden Gate- und die Baybridge, vorausgesetzt es herrscht nicht der häufige Nebel. Die öffentliche Universität Berkeley kann mit privaten Universitäten wie Stanford oder Harvard nicht mithalten, schafft es aber in internationalen Rankings regelmäßig, unter die ersten dreißig zu kommen.  

Berkeley ist nicht primär naturwissenschaftlich-technisch ausgerichtet wie die in der Nähe liegende Universität Stanford, sondern hat auch kulturwissenschaftliche Lehrstühle. Böse Zungen nennen das "Orchideenfächer". Das ist der Grund, warum die Leute in Berkeley immer schon für ihr politisches Engagement bekannt waren. Hier kämpften Studenten 1964 für das "Free Speech Movement". Während mehrerer turbulenter Wochen erstritten sie das Recht auf freie Meinungsäußerung und politische Aktivitäten an den Universitäten. Es gab "Sit-ins", Demonstrationen und Joan Baez sang Protestlieder. Berkley war die Initialzündung für eine spätere Bewegung, die heute allgemein "68er" genannt wird. In den Neunzigerjahren hat hier die Gender-Philosophin Judith Butler die seltsame "Queer"-Ideologie erfunden.

Berkley zählt auch zu den Universitäten, an denen die "political correctness" entstanden ist. Diese ursprünglich gut gemeinte Bewegung mit dem Ziel, Beleidigungen im Alltag zu vermeiden oder einzuschränken, ist inzwischen über das Ziel hinausgeschossen, wodurch die Stimmung gekippt ist. Im Rahmen dieser Bewegung wurden sogar Wörter erfunden. Das wäre nicht der Rede wert, wenn die Sache nicht eskaliert wäre. Inzwischen ist die politische Korrektheit durch Worte wie "Mikroaggression" ergänzt worden. Harvard-Psychiater Chester Pierce hat diesen fragwürdigen Begriff schon in den Siebzigerjahren geprägt. Nun erfährt das Wort eine Renaissance. Im Rahmen der Mikroaggression wurde das Denken und Reden in Berkeley massiv eingeschränkt. Asiatische Studenten dürfen beispielsweise nicht mehr gefragt werden, ob sie Mathematik studieren. Diese Frage wertet angeblich Bevölkerungsgruppen ab, denen man damit nur geringere mathematische Begabungen zugesteht.

"Demonstranten" mit Baseballschlägern demolierten den halben Campus, als Milo Yiannopoulos, Ann Coulter, Ben Shapiro und andere Konservative in Berkley sprechen wollten. Die freie Meinungsäußerung war damit tot. Amerikanische Ideen, ob gut oder verrückt, diffundieren häufig nach Europa. Es kann also ein Problem auf uns zukommen. Unsere Rede- und Meinungsfreiheit ist in diesem vergifteten Klima der Denk- und Redeverbote in ernster Gefahr.




Galileisierung

© 2017 Rudolf Öller, Bregenz



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Helden der Wissenschaft:
Ferdinand Braun
(1850-1918)
bekam 1908 gemeinsam mit Marconi den Physiknobelpreis für die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie. Seine berühmteste Erfindung ist aber der Oszillograph, der Urahn der ersten Fernsehröhren.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

"Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir pfiffen auf alle Corona-Bestimmungen und trafen uns an jedem Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod."

Das Buch ist bei Amazon, bei anderen Online-Händlern, beim Verlag und auch im Buchhandel erhältlich.

Interview zum Buch