Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

 Jahresübersicht 2013


25. Oktober 2021

zurück Übersicht weiter

"HITLERS GESCHENK"


Die Teilnahme an der Kultur ist nur mit der Beherrschung der jeweiligen Sprache in Wort und Schrift möglich. Der Begriff der Sprache ist hier im weiteren Sinn gemeint. Zunächst gibt es die Schriftsprache, deren Kenntnis nötig ist, um in einem Kulturkreis erfolgreich zu sein. Ein Schüler, der nicht lesen kann, kann mit keinem Schulbuch etwas anfangen. Aus diesem Grund ist die Vermittlung und Beherrschung der Sprache eines Landes unerlässlich.

Es gibt aber nicht nur Landes-, sondern auch Fremdsprachen, die international in Verwendung sind. In der Musik sind es die bekannten Noten mit ihren für Nichtmusiker unheimlichen Zeichen wie Pausen, Halbtonschritte, Fermaten usw. Musizieren ist möglich, ohne Noten lesen zu können, aber die vollständige Teilnahme an der Musikkultur erlaubt nur die Kenntnis der Noten. Weniger beliebt ist die internationale Sprache der Mathematik, wobei sich die Zeiten geändert haben. War es noch vor einer Generation denkbar, mathematisch-naturwissenschaftlichen Analphabetismus stolz zu präsentieren, so sollte man das heute unterlassen. Kultur ist mehr als Michelangelo, Molière und Mozart.

Die erste internationale Sprache der Wissenschaft war Altgriechisch, das im östlichen Mittelmeerbereich über tausend Jahre lang gesprochen wurde. Nicht nur die Erzählungen von Homer sind in dieser Sprache verfasst, auch die Evangelien wurden in Altgriechisch geschrieben. Das Altgriechisch lebt heute in vielen Fachbegriffen weiter, wie etwa „hyper“ (darüber), „hypo“ (darunter), „eu“ (gut, echt), „dys“ (schlecht) usw. Auch Alltagsbegriffe wie Katastrophe (katá = hinunter, stréphein = wenden) sind griechisch. Nach dem Siegeszug des Christentums war Latein die internationale Kultur- und Wissenschaftssprache, was zu allerlei künstlichen Begriffen führte. Im Althochdeutschen bedeute „Ostar“ Osten. „Ostarrichi“ war das Land im Osten, daraus wurde (deutsch) Österreich. Das altfränkische „Austar“ bedeutete ebenfalls Osten und daraus machten mittelalterliche Historiker das lateinische Wort „Austria“. Bregenz hieß ursprünglich „Bregancea“. Erst später entstand das mittelalterliche „Brigantium“.

Heute ist die internationale Wissenschafts- und Umgangssprache Englisch. Diesen Siegeszug haben wir dem durch die Nationalsozialisten bewirkten Exodus tausender deutscher (meist jüdischer) Wissenschaftler und Techniker in Richtung England und USA zu verdanken. Diese brillanten Leute bewirkten in den angelsächsischen Ländern einen enormen technisch-wissenschaftlichen Schub und wurden „Hitlers Geschenk“ genannt. Englisch als weltweite Wissenschaftssprache ist eines von Adolfs ungewollten Vermächtnissen.




© 2013 Rudolf Öller, Bregenz



Frontpage Übersicht Sitemap Joker Kontakt und Videos
1996 1997 1998 1999 2000
2001 2002 2003 2004 2005
2006 2007 2008 2009 2010
2011 2012 2013 2014 2015
2016 2017 2018 2019 2020
2021

Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

Leser dieser Internetseite werden den einen oder anderen Artikel im Buch wiederfinden. Das Buch ist auch bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.