Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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UNTER DRUCK


Was bedeutet der hohe (systolische) Blutdruckwert von 190 tatsächlich? Die Zahl gibt die Flüssigkeitssäule von Quecksilber an, und das hat historische Gründe. Ein Blutdruck von 190 bedeutet, dass das Herz flüssiges Quecksilber 190 Millimeter hoch pumpen könnte. Quecksilber hat eine dreizehnmal so hohe Dichte wie Blut. Bei dem erwähnten Blutdruck von 190 könnte das Herz das Blut etwa zweieinhalb Meter hoch pumpen. Das ist zu viel für einen durchschnittlich großen Menschen. Der zu hohe Druck belastet auf Dauer die Gefäße, es drohen Herzinfarkt und Hirnschlag.

In den letzten Wochen haben wir Geschichten über zwei Teufelskerle vernommen, die beide Probleme mit dem Druck lösen mussten - nicht mit dem Blutdruck, sondern mit dem Außendruck. Der Luftdruck beträgt ungefähr 1 Bar, das bedeutet, dass eine Kraft von 100.000 Newton auf einen Quadratmeter Fläche drückt. Einfacher ausgedrückt: Auf jedem Quadratzentimeter lastet immerhin ein Kilogramm. Wir merken nichts davon, weil sich der Druck bis in die kleinsten Körperzellen fortsetzt, der Innendruck entspricht dem Außendruck. Wenn der Österreicher Felix Baumgartner ohne Fremdantrieb aus großer Höhe Überschallgeschwindigkeit erreichen und dabei gleichzeitig den höchsten und längsten freien Fall durchführen will, dann geht das nicht ohne Raumanzug. Erstens ist es da oben ziemlich kalt und zweitens fehlt der Außendruck. Ein Vakuum kann der Mensch einige Sekunden ertragen, dann beginnt das Blut zu kochen. Auch Wasser kocht bei Zimmertemperatur, wenn man den Druck mit einer Vakuumpumpe senkt. Baumgartner ließ sich daher bei der Firma David Clark Company einen professionellen Raumanzug anfertigen.

Ganz anderen Problemen hatte sich der Filmregisseur und Tiefseeforscher James Cameron zu stellen, als er mit seinem U-Boot kürzlich in den Marianengraben im Pazifik abtauchte. Erst drei Menschen erreichten eine Meerestiefe von 10.990 Metern. Im Jänner 1960 tauchten Jacques Piccard und Leutnant Don Walsh mit dem Tauchboot „Trieste“ hinab, nun folgte Cameron mit seinem „Deepsea Challenge“. Dort unten herrscht der unglaubliche Druck von 1100 bar. Auf jedem einzelnen Quadratzentimeter des Bootes lastet dabei mehr als eine Tonne. Dieser Druck lässt das ohnehin kleine U-Boot am Meeresgrund - mit nervigen Begleitgeräuschen - um sieben Zentimeter schrumpfen. Ursprünglich hatte Cameron geplant, sechs Stunden am Meeresgrund zu bleiben, doch nach zwei Stunden merkte er, dass sein Tauchboot Öl verlor. Er tauchte rasch auf. Bei einem Leck wäre das Hochdruckfahrzeug in Sekundenbruchteilen implodiert. Der Regisseur der beiden erfolgreichsten Filme aller Zeiten („Titanic“, „Avatar“) hätte das nicht überlebt.




© 2012 Rudolf Öller, Bregenz


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Helden der Wissenschaft:
Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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