Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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25. Oktober 2021

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STATISTIK (4): UMFRAGEN


Sechsunddreißig Monate sind mehr als drei Jahre. Das „Journal of Consumer Research“ behauptet nach Vergleich vieler Studien, dass man bei Umfragen solche Ergebnisse erzielen kann, denn viele Menschen können mit Zahleneinheiten und Größenordnungen wenig anfangen. Bei Umfragen ergibt die Art der Fragestellung in Verbindung mit willkürlich gewählten Zahlenbereichen ein ganz bestimmtes Ergebnis. Bei Umfragen werden Wertbereiche von 0 bis 10 aber auch von 0 bis 100 verwendet. In der Wahrnehmung macht das einen Unterschied. Die Differenz zwischen 85 und 95 auf der Hundertskala ist in der intuitiven Wahrnehmung größer als zwischen 8,5 und 9,5 auf der Skala bis 10, obwohl der relative Unterschied gleich ist. Das Problem ist, dass man speziell bei Vergleichen kaum auf die Einheit achtet oder umrechnet. Psychologen bezeichnen das als "unit-effect".

Wie viele Menschen glauben, dass eine Milliarde zehn oder hundert Millionen sind? Der Leser wird ersucht, in einer Umfrage unter Verwandten und Bekannten das festzustellen. Die richtige Antwort „tausend Millionen“ wird man selten hören. Mitte Jänner befragte das Institut für „Freizeit- und Tourismusforschung“ tausend Personen und wollte wissen, ob sie die Gesamtschule wünschten, die schlechten Schülern hilft und gute Schüler fördert. 75 Prozent der Befragten befürworteten das, obwohl sie laut einer weiteren Frage gar nicht wussten, was eine Gesamtschule ist. Zur gleichen Zeit veranstaltete die „Kleine Zeitung“ eine Umfrage unter 605 Personen. Dabei kam das Gegenteil ans Tageslicht: 90 Prozent lehnen die Gesamtschule ab und 10 Prozent befürworten sie.

Eine Rolle beim Manipulieren von Meinungen spielt nicht nur der unit-, sondern auch der Barnum-Effekt. Es handelt sich dabei um eine Mischung von einfach bis nebulös artikulierten Aussagen. Gebildet klingende Formulierungen, sozial unterlegte Forderungen und suggerierende Behauptungen mit forschen Appellen nach mehr „Gerechtigkeit“ führen bei unkritischen Zeitgenossen zum erwünschten Zustimmungserfolg.

Der Schreiber dieser Zeilen gesteht, dass ihn Umfrageergebnisse bis hin zur „Sonntagsfrage“, welche Partei man am nächsten Sonntag wählen würde, kaum noch interessieren, denn in so gut wie allen Umfragen stecken fehlerhafte Gewichtungen und die Ideen des Amerikaners Phineas T. Barnum. Er war Museums- und Zirkusdirektor und bot ein buntes Programm, das jedem etwas zu bieten hatte („a little something for everybody“). Auch die besten und ehrlichsten Politiker haben heutzutage nur noch dann eine Chance, wenn sie mittels „Zuspitzung“ von Themen und manipulierten Statistiken arbeiten. Echte Tatsachen sind in unserer „barnumisierten“ Welt meist nur lästig.




© 2012 Rudolf Öller, Bregenz


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Robert Andrews Millikan
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hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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