Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

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23. Oktober 2021

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STAATLICHE STEINBEILE


Die Frage, wie stark sich der Staat in die Angelegenheiten seiner Bürger einmischen soll, ist uralt. Bekanntlich gibt es in fast allen Gesellschaften verschiedene Strömungen, an deren Rändern sich radikale Ansichten finden. Am rechten Rand ist man der Meinung, dass der Staat die Bürger in erster Linie vor Bedrohungen - möglicht bis an die Zähne bewaffnet - beschützen muss. Auf der linken Seite träumen Utopisten davon, dass alle Bürger die gleiche Bildung erhalten und gleich viel bzw. wenig Geld verdienen sollen. Man mag zu der Frage stehen wie man will, aber eines ist klar. Je stärker sich der Staat in die Wissenschaften einmischt, desto schlechter ist das für jegliche Innovation. Ausnahmen bestätigen die Regel: Die erste Atombombe wurde in den USA auf Befehl des Präsidenten gebaut.

Lewis Selye, ein Mitglied des US-Repräsentantenhauses, beschwerte sich 1868 über das „Smithsonian Institute“ - immerhin eines der erfolgreichsten Wissenschaftsinstitute der Welt: „Mir ist es genug, dass es alle Leute krank macht, diese Institution zu besuchen. Niemand kann irgendeinen Nutzen von ihr erwarten.“ Den Vogel abgeschossen hat 1901 US-Senator Simon Cameron: „Ich bin der ganzen Sache, die hier Wissenschaft genannt wird, müde … es wird Zeit, dass dies ein Ende nimmt.“

Der große britische Physiker und Nobelpreisträger Joseph John Thomson beklagte 1916 in einer Ansprache die mangelnde Effizienz staatlicher Stellen. Thomson meinte beispielsweise, dass Entdeckungen wie die Röntgenstrahlen nur aus einer Privatinitiative kommen konnten. Beamte, die Thomsons Labor besucht hatten, in dem immerhin das Elektron entdeckt worden war, gaben ihm mehrfach den Rat, sich lieber mit nützlichen Dingen zu beschäftigen. Thomsons Sohn George, ebenfalls ein Nobelpreisträger, zitierte später seinen Vater: „Hätten Regierungslaboratorien bereits in der Steinzeit gearbeitet, wir hätten wunderbare Steinbeile, niemand hätte jedoch die Metalle entdeckt.“

Die deutsche V2-Rakete ging aus militärischen Gründen in Massenproduktion. Die Idee zum Bau der Rakete und die Konstruktionspläne stammten allerdings vom Raketenpionier Wernher von Braun, der ein Leben lang nur die Weltraumforschung im Auge hatte.

Zurück zur oben erwähnten Atombombe: Staatliche Beamte und hohe Offiziere hatten Präsident Truman mehrfach vor dem Bau gewarnt, denn das sei nichts als Geldverschwendung. Hätte Truman auf sie gehört, die Atombombe wäre nie gebaut worden. Adolf Hitler hat seinem Wissenschaftsberater Philipp Lenard vertraut. Dieser hatte gemeint, Atomphysik sei minderwertige Judenphysik, eine Atombombe würde nie funktionieren.




© 2010 Rudolf Öller, Bregenz


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Helden der Wissenschaft:
Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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