Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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SIR JOHN MADDOX


Sir John Maddox studierte in Oxford und London Chemie und Physik. Von 1949 bis 1955 unterrichtete er theoretische Physik an der University of Manchester. Von 1966 bis 1973 und von 1980 bis 1995 war er Herausgeber der weltweit renommiertesten naturwissenschaftlichen Fachzeitschrift „Nature“ (www.nature.com). Sir Maddox hat sich um die Wissenschaften enorm verdient gemacht. Er hat gemeinsam mit dem amerikanischen Konkurrenzblatt „Science“ harte Kriterien für den Anspruch der Wissenschaftlichkeit festgelegt und wesentlich dazu beigetragen, die Wissenschaften von Scharlatanerie und Pseudowissenschaften zu säubern.

Wissenschaftliche Theorien sind, und dies kann nicht oft genug betont werden, nicht demokratisch zu ermitteln. Es kann nicht durch Mehrheitsbeschluss entschieden werden, ob die Erde ein kugelähnliches Objekt ist, ob Atomkerne existieren und ob Schimpansen und Menschen die gleiche Chromosomenstruktur besitzen. Wissenschaftliche Theorien entziehen sich vagen Meinungen. Auf dem Weg zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis gibt es jede Menge Irrwege, aber am Ende siegt jeweils die relevante Beurteilung. Maddox führte das "peer review" ein, das später alle bedeutenden Fachzeitschriften übernahmen. Es handelt sich dabei um die strenge Begutachtung der Studien durch Fachkollegen. Nur etwa jede zehnte eingereichte Arbeit wird heute bei der wöchentlich erscheinenden „Nature“ auch tatsächlich gedruckt.

Maddox beging nur wenige Fehler. Einmal lag er daneben, als es um den Bericht des französischen Mediziners Jacques Benveniste ging, der glaubte, einen Beweis für die Wirkung der Homöopathie erbracht zu haben. Maddox war wegen dieser Geschichte so verärgert, dass er gemeinsam mit James Randi (www.randi.org) die Homöopathieforschung genauer unter die Lupe nahm und dabei so gravierende methodische Fehler entdeckte, dass sich die Homöopathie bis heute nicht mehr vollständig von diesem Schlag erholen konnte. Die Homöopathie gibt es zwar noch, aber die strengen Standards der qualifizierten Fachzeitschriften kann sie nicht erfüllen.

Maddox’ Qualitätsstandards haben nicht nur das Niveau der besten Fachzeitschriften der Welt nachhaltig angehoben. Maddox selbst arbeitete auch am Aufbau von „CSICOP“ (www.csicop.org) mit. Es ist eine Organisation, der es gelang, Pseudowis-senschaften und „Junk Science“, wie etwa die Astrologie und andere obskure „Wissenschaften“, erheblich unter Druck zu setzen.

John Maddox, der bedeutendste und einflussreichste Wissenschaftsjournalist des 20. Jahrhunderts, wurde 1995 von der Queen zum Ritter geschlagen. Er starb kürzlich am 12. April 2009 an einer Lungenentzündung.




© 2009 Rudolf Öller, Bregenz


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Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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