Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

 Jahresübersicht 2021


25. Oktober 2021

zurück Übersicht weiter

ANTOINE DE LAVOISIER


Antoine de Lavoisier (1743 – 1794) war ein französischer Rechtsanwalt und Steuerpächter. Er besuchte die Eliteschule Collège Mazarin, wo er Rechtswissenschaften studierte. In Wahrheit interessierten ihn aber nur die Naturwissenschaften, insbesondere die Chemie. Er veröffentlichte früh wegweisende wissenschaftliche Arbeiten, worauf er im Alter von fünfundzwanzig Jahren in die französische Akademie der Wissenschaften aufgenommen wurde. 1771 heiratete er die Tochter seines Vorgesetzten. Die junge Frau eignete sich mit Hilfe ihres Gatten Kenntnisse in Chemie an und illustrierte später dessen Bücher.

Lavoisier verdiente sein Geld als Bankier und Steuerpächter. In Frankreich war das Eintreiben von Steuern kein staatliches Gewerbe. Unter der Woche ging er seinem Beruf nach, die Samstage und Sonntage gehörten der Chemie. Nach einem Hinweis des englischen Chemikers Joseph Priestley, dass beim Erhitzen von Quecksilberoxid ein neuartiges Gas frei werde, begann Lavoisier sorgfältige Experimente mit mehreren erhitzten Substanzen. Einige Messgeräte ließ Lavoisier extra anfertigen. Sie waren so präzis, dass er Mengen von tausendstel Gramm nachweisen konnte. Das war damals außergewöhnlich.

1771 präsentierte Lavoisier der Akademie der Wissenschaften die Ergebnisse seiner Experimente. Er konnte beweisen, dass es beim Rosten von Metallen und bei Verbrennungen zu einer Gewichtszunahme der Rost- und Verbrennungsprodukte kam. Er vertrat dabei die Theorie, dass der Sauerstoff als Teil der Luft die Ursache sei. Später stellte sich das als richtig heraus. Lavoisier zerlegte auch Wasser in die Gase Wasserstoff und Sauerstoff und ließ die beiden Gase chemisch wieder zu Wasser reagieren. Damit bewies er erstmals den Satz von der Erhaltung der Masse, eines der wichtigsten Naturgesetze.

Dummheit

Jean Paul Marat, eine sinistre Gestalt der Französischen Revolution, hasste Antoine de Lavoisier, weil dieser als Mitglied der Akademie der Wissenschaften eine pseudowissenschaftliche Arbeit Marats abgelehnt hatte. Marat verkündete, nur das Volk werde in Zukunft bestimmen, was Wissenschaft sei. Welche Dummheiten herauskommen, wenn sich Politik in freie Wissenschaften einmischt, war damals noch nicht bekannt.

Lavoisier kam während der Terrorherrschaft der Französischen Revolution auf eine Todesliste der Jakobiner. Während des Scheinprozesses hieß es: "Der Staat braucht keine Naturwissenschaftler". Lavoisier, einer der Schöpfer der modernen Chemie, wurde am 8. Mai 1794 von ideologisch verblendeten Ignoranten aus purem Hass hingerichtet.



© 2021 Rudolf Öller, Bregenz  [/2021/roe_2129]


Frontpage Übersicht Sitemap Joker Kontakt und Videos
1996 1997 1998 1999 2000
2001 2002 2003 2004 2005
2006 2007 2008 2009 2010
2011 2012 2013 2014 2015
2016 2017 2018 2019 2020
2021

Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

Leser dieser Internetseite werden den einen oder anderen Artikel im Buch wiederfinden. Das Buch ist auch bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.