Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Ein Blog für Selbstdenker und Ideologiemeider.

 Jahresübersicht 2020


25. Oktober 2021

zurück Übersicht weiter

DER KENNEDY-TREIBSATZ


"Wir haben uns entschieden, noch in diesem Jahrzehnt zum Mond zu gehen und andere Dinge zu tun, nicht weil sie einfach, sondern weil sie anstrengend sind." Diesen Satz sagte US-Präsident Kennedy am 12. September 1962 in Houston (Texas). Kennedy erlebte bekanntlich den Triumph der Mondlandung nicht mehr. Seine Worte, und das, was sie bewirkten, veränderten die Welt. Als im Juli 1969 Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin den Mond betraten, löste das bei uns jungen Menschen eine Begeisterung aus, die heute unvorstellbar ist.

Viele aus meiner Generation zog es damals in technisch-naturwissenschaftliche Berufe. Die Abkürzung MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gab es damals noch nicht, aber der Zustrom zu diesen Studienrichtungen mit den nachkommenden Berufen schwoll an. Kurz nach der Mondlandung entstand zudem eine neue Wissenschaft, die Gentechnik. Das erzeugte eine weitere Sogwirkung in Richtung Genetik, Biochemie und Molekularbiologie. Berufe im Bereich der Naturwissenschaften und der Technik sind nicht einfach zu erlernen und auszuüben, aber das Lösen schwieriger Probleme bewirkt langfristig mehr Freude als das Bohren dünner Bretter.

Das letzte Wort

Vor 19 Jahren (!) schrieb ich an dieser Stelle: "Die Seuchen waren nur scheinbar verschwunden, und nun gewinnen sie an Stärke. Die Medizin hat Schlachten gewonnen, aber den Krieg kann sie nicht gewinnen. Die Wissenschaft wird sich mit Seuchen herumschlagen müssen, solange es Menschen gibt. Die Bakterien und Viren werden dabei das letzte Wort haben." Was auf den ersten Blick ausweglos erscheint, enthält in Wahrheit eine Aufforderung an die junge Generation. Heute würde Kennedy sagen: "Wir haben uns entschieden, den Seuchen den Krieg zu erklären. Wir können die Mikroben nicht beseitigen, aber wir können sie eindämmen. Dazu brauchen wir mehr Pharmazeuten, Biologen und Chemiker."

Nerds

Sogar die ideologisch linkslastige deutsche "tageszeitung" (taz.de) verkündete kürzlich, dass unsere Gesellschaft mehr Naturwissenschaftler braucht: "Wenn nicht gerade eine Pandemie ausbricht, sind Virologen, Naturwissenschaftler generell sowie auch Mathematiker die Nerds, denen man nicht richtig zuhört." Und weiter, fast schon zynisch: "Man kennt Goethe, aber keine Exponentialkurven."

Das Durchschnittsalter der Männer, die während der Mondlandung im Kontrollraum saßen, betrug 27 Jahre. Flugdirektor Eugene Kranz war mit seinen 36 Jahren der mit Abstand Älteste im Raum. Menschen sind nie belastbarer als zwischen Anfang zwanzig und Mitte vierzig. Wir brauchen Politiker, die für junge Leute motivierende Worte finden. Wir brauchen im MINT-Bereich einen Kennedy-Treibsatz 2.0.



© 2020 Rudolf Öller, Bregenz  [/2020/roe_2016]


Frontpage Übersicht Sitemap Joker Kontakt und Videos
1996 1997 1998 1999 2000
2001 2002 2003 2004 2005
2006 2007 2008 2009 2010
2011 2012 2013 2014 2015
2016 2017 2018 2019 2020
2021

Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

Leser dieser Internetseite werden den einen oder anderen Artikel im Buch wiederfinden. Das Buch ist auch bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.