Welt der Naturwissenschaften
(Scientific Medley)

 Jahresübersicht 2019

Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt.
(Heinrich von Kleist)


26. November 2022


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50 JAHRE MONDLANDUNG


Im Juli dieses Jahres jährt sich die erste Mondlandung zum fünfzigsten Mal. Es war eine der großartigsten technisch-wissenschaftlichen Leistungen der Menschheit.

Der Russe Konstantin Ziolkowski (1857-1935) entwickelte bereits 1898 eine Theorie für eine Rakete mit flüssigem Treibstoff. Er behauptete, dass die Geschwindigkeit einer Rakete von der Geschwindigkeit der austretenden heißen Gase und dem Verhältnis zwischen Masse der Rakete und Masse des Treibstoffs abhängt. Seine Raketengleichung v = v(g) * ln(m0/m) schaut für Nicht-Mathematiker bedrohlich aus, ist in Wahrheit aber einfach und vor allem tauglich. Die erste Rakete mit flüssigem Treibstoff baute der Amerikaner Robert Goddard (1882 - 1945). Seine Raketen waren klein, aber sie bewiesen, dass die Technik funktionierte. Die erste Großrakete, die es bis an den Rand des Weltalls schaffte, war die vom Raketeningenieur Wernher von Braun (1912 - 1977) entwickelte deutsche A4. Sie wurde später von der Deutschen Wehrmacht als "Vergeltungswaffe 2" (V2) zum Beschuss von England eingesetzt.

"Der Krieg ist der Vater aller Dinge", wusste schon der Grieche Heraklit von Ephesos. Bei der Raumfahrt war es nicht anders. Ausnahmslos alle von den Amerikanern und den Sowjets in den Fünfzigerjahren entwickelten Raketen sollten Atomsprengköpfe transportieren. Wernher von Brauns Mondrakete "Saturn V" der späten Sechzigerjahre war die erste zivile Rakete.

Verschwörung

Die traditionelle Sommerserie des VN-Scheinwerfers behandelt in diesem Jahr die Mondlandungen und einige damit zusammenhängende Erfindungen, wie die Saturn V – Rakete, die Apollokapsel und die Mondlandefähre. Verschwörungsgeschichten, wonach die Mondlandung nie stattgefunden hat, werden aus gutem Grund beiseitegelassen. Diese Märchen sind banal und frei erfunden, wie etwa die Verschwörungsgeschichte von den verschwundenen Tonbändern der Astronautenkommunikation mit der Bodenkontrolle. Die Bänder existieren selbstverständlich noch.

Literatur

Kürzlich sind mehre interessante und gut gemachte Bücher zum Jubiläum erschienen, drei seien erwähnt. Zack Scott: "Apollo – Der Wettlauf zum Mond", Verlag Droemer; Bührke, Dambeck, Vaas: "Ein großer Schritt für die Menschheit", Verlag Bild der Wissenschaft; Neil Pearson: "Apollo VII – XVII", Verlag teNeues. Das zuletzt erwähnte Buch enthält fast nur Fotos, viele von ihnen wurden erst kürzlich von der NASA freigegeben. Das Buch bietet auch Leckerbissen für Fotografen: Alle bei den Apollomissionen verwendeten und für das Weltall adaptierten Hasselblad- und NIKON-Kameras, die Zeiss-Objektive und Filme sowie die technischen Einzelheiten.




© 2019 Rudolf Öller, Bregenz  [/2019/roe_1925]


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Helden der Wissenschaft:
Aristarch von Samos
(ca. 310-230 v.Chr.)
entwickelte als erster Naturwissenschaftler ein heliozentrisches System, versuchte die Planetenbahnen zu errechnen und war damit seiner Zeit zwei Jahrtausende voraus.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

"Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir pfiffen auf alle Corona-Bestimmungen und trafen uns an jedem Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod."

Das Buch ist bei Amazon, bei anderen Online-Händlern, beim Verlag und auch im Buchhandel erhältlich.

Interview zum Buch