Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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23. Oktober 2021

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DIGITALISIERUNG: LÖTKOLBENFREAKS


Großrechner, neudeutsch "Mainframes", waren in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts schrankartige Maschinen, die in Hallen standen, die nur Auserwählte betreten durften. Elektronischer Fortschritt war gleichbedeutend mit der Weiterentwicklung der bestehenden Hardware. Die Software machte damals nur einen geringen Teil der Kosten aus.

1964 produzierte und verkaufte IBM fast drei Viertel aller Computer weltweit. Software, Hardware und Peripheriegeräte waren nur innerhalb der IBM-Welt austauschbar, gegenüber den restlichen Firmen nicht. Für die Anwender bedeutete es erhebliche Kosten, wenn sie den Hersteller wechseln wollten. Die Parole lautete: Einmal IBM, immer IBM. Das Modell /360 von 1968 war der erste Alleskönner-Großrechner. Die Bauprinzipien, die ihr Entwickler Gene Amdahl und sein Team entwarfen, gelten im Prinzip noch heute. Die Zahl 360 stand für eine volle 360 Grad-Umdrehung. Die meisten der Konkurrenten gingen damals vor IBM in die Knie und gaben auf. Nur wenige überlebten, darunter Burroughs, Univac, Control Data und Honeywell.

Meine ersten Computerprogramme schrieb ich in den Siebzigerjahren in der Programmiersprache Fortran. Die Codes wurden auf Lochkarten gestanzt und dann durch ein Lesegerät geschickt, worauf eine Liste mit Fehlermeldungen aus einem wunderbar geräuschvollen Drucker kam. Nach der dritten oder vierten Korrektur waren die letzten Fehler beseitigt, und der Computer spuckte die für eine wissenschaftliche Arbeit benötigten Zahlen aus. Das war mühsam und teuer, denn für Rechenzeit wurde von den Universitäten ein satter Minutenlohn verrechnet.

Einige Elektronikrebellen unter den Studenten, vor allem an der amerikanischen Westküste, waren mit der Situation unzufrieden. Sie träumten von einem Personal Computer für alle. Der Ruf nach leistbaren Kleinrechnern kam aus der linken Studentenszene. Es war die Zeit der "Easy Rider". In Palo Alto entstand die "Midpeninsula Free University". Unter der Führung des Elektronik-Rebellen und bekennenden Kommunisten Lee Felsenstein entstand dort eine Gruppe, die IBM vom Podest stürzen wollte. Felsensteins Leute gründeten sogar ein kleines Computernetzwerk in Berkeley, eine Art Facebook-Vorläufer.

Mitte der Siebzigerjahre verschwanden allmählich die klassischen Hippies, an ihre Stelle traten langhaarige Lötkolben-Freaks, die Computerchips kauften und zusammenbauten. 1975 erschien dann der erste Kleincomputer in Serie und veränderte alles. Der kalifornische "Homebrew Computerclub" und seine Freischärler bekamen endlich das, was sie wollten.




Hippies

© 2018 Rudolf Öller, Bregenz



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Helden der Wissenschaft:
Trofim Denissowitsch Lyssenko
1898-1976)
darf als Beispiel dienen, dass es auch unter den Wissenschaftlern Verrückte, Intriganten und Unterstützer von Massenmördern (Stalin) gab und gibt.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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