Welt der Naturwissenschaften
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 Jahresübersicht 2018

Was nützt die Freiheit des Denkens, wenn sie nicht zur Freiheit des Handelns führt.
(Jonathan Swift)


25. Juli 2024


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DIGITALISIERUNG: LÖTKOLBENFREAKS


Großrechner, neudeutsch "Mainframes", waren in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts schrankartige Maschinen, die in Hallen standen, die nur Auserwählte betreten durften. Elektronischer Fortschritt war gleichbedeutend mit der Weiterentwicklung der bestehenden Hardware. Die Software machte damals nur einen geringen Teil der Kosten aus.

1964 produzierte und verkaufte IBM fast drei Viertel aller Computer weltweit. Software, Hardware und Peripheriegeräte waren nur innerhalb der IBM-Welt austauschbar, gegenüber den restlichen Firmen nicht. Für die Anwender bedeutete es erhebliche Kosten, wenn sie den Hersteller wechseln wollten. Die Parole lautete: Einmal IBM, immer IBM. Das Modell /360 von 1968 war der erste Alleskönner-Großrechner. Die Bauprinzipien, die ihr Entwickler Gene Amdahl und sein Team entwarfen, gelten im Prinzip noch heute. Die Zahl 360 stand für eine volle 360 Grad-Umdrehung. Die meisten der Konkurrenten gingen damals vor IBM in die Knie und gaben auf. Nur wenige überlebten, darunter Burroughs, Univac, Control Data und Honeywell.

Meine ersten Computerprogramme schrieb ich in den Siebzigerjahren in der Programmiersprache Fortran. Die Codes wurden auf Lochkarten gestanzt und dann durch ein Lesegerät geschickt, worauf eine Liste mit Fehlermeldungen aus einem wunderbar geräuschvollen Drucker kam. Nach der dritten oder vierten Korrektur waren die letzten Fehler beseitigt, und der Computer spuckte die für eine wissenschaftliche Arbeit benötigten Zahlen aus. Das war mühsam und teuer, denn für Rechenzeit wurde von den Universitäten ein satter Minutenlohn verrechnet.

Einige Elektronikrebellen unter den Studenten, vor allem an der amerikanischen Westküste, waren mit der Situation unzufrieden. Sie träumten von einem Personal Computer für alle. Der Ruf nach leistbaren Kleinrechnern kam aus der linken Studentenszene. Es war die Zeit der "Easy Rider". In Palo Alto entstand die "Midpeninsula Free University". Unter der Führung des Elektronik-Rebellen und bekennenden Kommunisten Lee Felsenstein entstand dort eine Gruppe, die IBM vom Podest stürzen wollte. Felsensteins Leute gründeten sogar ein kleines Computernetzwerk in Berkeley, eine Art Facebook-Vorläufer.

Mitte der Siebzigerjahre verschwanden allmählich die klassischen Hippies, an ihre Stelle traten langhaarige Lötkolben-Freaks, die Computerchips kauften und zusammenbauten. 1975 erschien dann der erste Kleincomputer in Serie und veränderte alles. Der kalifornische "Homebrew Computerclub" und seine Freischärler bekamen endlich das, was sie wollten.




Hippies

© 2018 Rudolf Öller, Bregenz



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Helden der Wissenschaft:
Henrietta Swan Leavitt
(1868-1921)
entdeckte die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung bei veränderlichen Sternen und ermöglichte damit galaxienübergreifende Entfernungsmessungen im Weltall.


Rudolf Oeller:

Typhon District

Thriller über eine Gruppe von Wissenschaftlern, die Gott gründlich ins Handwerk pfuscht und dabei zugrunde geht.
Europa Verlagsgruppe. ISBN 9791220149914

Alles beginnt mit einer harmlosen Untersuchung: Als Ben, ein Molekularbiologe, um Hilfe gebeten wird, weil die Schimpansenweibchen im Zoo keinen Nachwuchs bekommen, ahnt er noch nicht, dass seine Welt bald aus den Fugen geraten wird. Die Ursache der Zeugungsunfähigkeit ist nämlich eine Chromosomenmutation der Affendamen, und die bringt seinen Chef auf eine folgenreiche Idee. So entsteht das unter Verschluss gehaltene Projekt Typhon District, benannt nach einem Hybridmonster aus der Mythologie. Erst allmählich kommen bei Ben und seinem internationalen Team Zweifel auf. Doch da sind sie bereits tief in einem Strudel von Geld und Machtgier, Manipulation und Skrupellosigkeit gefangen. Nicht nur ihre eigenen Leben sind bedroht. Als sie das bemerken, ist es bereits zu spät.

Das Buch ist sowohl im Handel als auch im Internet erhältlich.