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PROFESSOR ZUFALL: MORGAN


Thomas Hunt Morgan wurde 1866 in Lexington, Kentucky, geboren. Er studierte an der Universität Kentucky und an der privaten John Hopkins-Universität, eine Eliteschule in Baltimore. Nachdem er promoviert hatte, wurden die Mendelschen Erbregeln neu entdeckt. Morgan überlegte, ob es nicht möglich wäre, diesen Mechanismus, den Mendel und andere Biologen bei Pflanzen nachweisen konnten, auch bei Tieren zu überprüfen. Er machte sich auf die Suche und fand schließlich ein einfaches Forschungsobjekt, die Fruchtfliege Drosophila. Diese winzigen mückenartigen Tiere, die im Sommer auf älterem Obst und auf Komposthaufen herumschwirren, erwiesen sich als sehr praktisch. Sie sind klein, in Gläsern leicht zu züchten, besitzen wenige Chromosomen und haben bei 36 Grad Celsius eine Generationsdauer von nur sieben Tagen. 

Morgan kreuzte die Fliegen monatelang ohne Erfolg, ihm fehlten Mutanten, wie sie Mendel bei seinen Pflanzen zur Verfügung hatte. Eines Tages entdeckte ein Assistent zufällig beim Auswaschen der Gläser eine Fliege, die keine roten, sondern weiße Augen hatte. Die erste lang gesuchte Mutante war gefunden. In der Folge blickten Morgans Mitarbeiter genauer hin und entdeckten allmählich eine genetische Mutante nach der anderen, darunter verschiedene Augenfarben, Augenformen, Flügellängen und andere. Als Morgans Team die Tiere kreuzte, bestätigten sich die Vererbungsregeln von Gregor Mendel. Die Erbgesetze gelten also nicht nur für Pflanzen.

Nach jahrelangen systematischen Kreuzungsversuchen entdeckte Morgan, dass die einzelnen Gene, die offensichtlich für die Mutationen verantwortlich waren, nicht unabhängig voneinander vererbt wurden, sondern in so genannten Koppelungsgruppen. Die Gene schwammen gewissermaßen nicht frei in den Zellen herum. Sie schienen irgendwie in Form von Fäden aufgereiht zu sein. Als Morgan schließlich sah, dass die Zahl der genetischen Koppelungsgruppen der Zahl der Chromosomen im Zellkern entsprach, war dies ein großer Durchbruch. Die Gene liegen auf den Chromosomen. Diese Erkenntnis begründete die moderne Genetik.

Morgan entdeckte auch die geschlechtsgebundene Vererbung, die von Mendels Gesetzen abwich. Damit konnte man die Vererbung der Farbenblindheit und der Bluterkrankheit beim Menschen erklären. Morgan gelang es schließlich, viele Gene auf den Chromosomen der Fruchtfliege zu lokalisieren. Die Abstände der Gene werden heute noch in „Centimorgan“ angegeben. Thomas Hunt Morgan zählt heute zu den bedeutendsten Forschern des 20. Jahrhunderts. Er war der erste Biologe, der 1933 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt. Er begründete damit eine Tradition, die bis heute anhält.




© 2013 Rudolf Öller, Bregenz



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Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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