Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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25. Oktober 2021

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DIE GESCHICHTE DER ATOMBOMBE


Im Herbst 1938, ein Jahr vor dem Beginn des zweiten Weltkrieges, experimentierte der Chemiker Professor Otto Hahn in Berlin mit Neutronen und schweren Elementen. Damals war es unter den Teilchenphysikern Mode, chemische Elemente mit Neutronen zu bestrahlen. Man wollte neue schwere Atomsorten, in der Fachsprache "Nuklide" genannt, gewinnen. Der Aufbau eines Atoms war in seinen Grundzügen bekannt, nun war man bestrebt, zum Atomkern vorzudringen.

Eines der Experimente widersprach allen bekannten Erkenntnissen der Physik und Chemie so grundlegend, dass sich Hahn zunächst scheute, die Resultate zu veröf-fentlichen. Hahns Verblüffung ist im Rückblick verständlich, weil sich die bestrahlten Uranatome in Barium verwandelt hatten. Hahn und seine kongeniale wissenschaftliche Partnerin, die österreichische Physikerin Professor Lise Meitner, deuteten das Ergebnis als Spaltung von Uranatomen. Meitner hatte zu Weihnachten 1938, als Hahn der entscheidende Durchbruch gelang, nicht mehr in Berlin gearbeitet. Sie hatte nach Schweden fliehen müssen, obwohl sie getauft und protestantisch erzogen worden war. Da sie jüdischer Abstammung war, wurden die nationalsozialistischen Rassengesetze auf sie angewendet. Meitner stand mit Hahn im Briefkontakt. Sie erkannte als erste die Tragweite der gemeinsamen Entdeckung und veranlasste die Veröffentlichung. Die wissenschaftliche Partnerschaft einer genialen Physikerin und eines brillanten Chemikers hatte zur folgenschwersten Entdeckungen des 20. Jahrhunderts geführt.

Auf Befehl der Nationalsozialisten musste die Mitarbeit Lise Meitners verschwiegen werden. Stattdessen wurde Otto Hahns Assistent Fritz Strassmann als Mitentdecker der Kernspaltung genannt. Diese Diskriminierung Meitners dauerte noch Jahrzehnte an, Meitners Leistung wurde erst vor einigen Jahren anerkannt. Den Nobelpreis hat sie im Gegensatz zu ihrem Kollegen Hahn freilich nie bekommen.

Nach den Atombombenabwürfen von Hiroschima und Nagasaki im August 1945 herrschte ein Jahr lang ein trügerischer atomarer Friede. Am 1. Juli 1946 zündeten die USA im Rahmen der „Operation Crossroads“ die beiden Bomben „Able“ und „Baker“ am Bikiniatoll in der Südsee. Damit begann der atomare kalte Krieg.

Zwei Jahre haben den Gang der Geschichte nachhaltig verändert. Vor siebzig Jahren hat Otto Hahn in Berlin die Atomkernspaltung entdeckt, vor fünfzig Jahren, im März 1958, hat der deutsche Bundestag beschlossen, die Stationierung von Atomwaffen in Westdeutschland zu gestatten. Diese beiden fragwürdigen Jubiläen sind der Grund für das diesjährige Sommerthema des VN-Scheinwerfers: Die Geschichte der Atombombe.




© 2008 Rudolf Öller, Bregenz


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Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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