Welt der Naturwissenschaften und Politik

(Scientific Medley)

 Jahresübersicht 2026

Wer anderen die Freiheit verweigert, verdient sie nicht für sich selbst. (Abraham Lincoln)

21. September 2026

Übersicht

TITELTRICKSER


In Wien war es lange Zeit üblich, dass (fast) jeder, der ins Kaffeehaus ging und eine Krawatte trug, als „Herr Professor“ oder „Herr Doktor“ angesprochen wurde. Auch die Promotion am Standesamt war üblich. Die Ehefrau eines Juristen oder Arztes wurde so zur „Frau Doktor“, auch wenn sie nur einen Pflichtschulabschluss geschafft hat.

Kaffehauspromotionen sind aus der Mode gekommen. Heute muss schon ein echter Titel her. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Entweder man macht die schwere Tour durch eine Universität oder Fachhochschule, was bei MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) mit hohem Arbeitsaufwand verbunden ist. Plagiate sind in diesen Fächern kaum möglich, vor allem dann nicht, wenn es sich um Programmier- oder Laborarbeiten handelt. MINT-Fächer sind die letzten Hochburgen der Qualität an Hochschulen. Eine zweite Möglichkeit, zu einem Titel zu kommen, ist die Absolvierung eines Orchideenfaches. Hier kann es gehäuft zu Plagiatsfällen kommen, wenn es um tausendfach durchgeknetete Themen geht wie „Die Heiratspolitik der Habsburger“ oder um belanglose Genderthemen wie „Postkoloniale Dekonstruktion retardierter weißer cis-Männer“. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, ein Fach zu belegen, und eine Agentur mit dem Schreiben einer Master- oder Doktorarbeit zu beauftragen. Das ist eine leichte, aber teure Tour.

Ghostwriter

Institute, die gegen Geld schriftliche Diplom- und Doktorarbeiten liefern (study-support.de, wirschreiben.at, ghostwriteragentur.at und andere) findet man im Internet. MINT-Fächer sind teurer als Orchideenfächer, lange Arbeiten kosten mehr als kurze, auch der Zeitfaktor ist eine Geldfrage. Je schneller, desto teurer. Solange die gekauften Autoren Plagiate vermeiden und die Begutachter nicht genau hinsehen, verhelfen extern produzierte Texte zu Titeln. Auch dann, wenn eine Dissertation von vorne bis hinten abgeschrieben wurde, wie im Falle der ehemaligen Justizministerin Alma Zadić, passiert selten etwas. Die Universität Wien hat das Plagiat indirekt bestätigt, als in einer Aussendung verkündet wurde, Frau Zadić habe nicht absichtlich abgeschrieben. Eine abgeschriebene Doktorarbeit nicht absichtlich abgeschrieben zu haben, kann nur eines bedeuten: Die Dissertation hat jemand anderer geschrieben.

„VroniPlag Wiki“ dokumentiert seit Jahren plagiatsverdächtige Arbeiten samt ausführlichen Begründungen. Bis heute findet man auf dieser Internetseite über zweihundert Dissertationen, mehrere Habilitationsschriften und eine Masterarbeit. Die akademischen Titel, die aufgrund der Anzeigen aberkannt wurden, werden ebenfalls gelistet. Die jeweiligen Universitäten wurden informiert, doch diese haben aus verständlichen Gründen keine Freude. Wer will sich schon Schlamperei und Pfusch nachsagen lassen?

Jason Arday

An der Universität Cambridge wurde kürzlich ein Betrugsfall bekannt. Jason Arday, ein junger Mann aus Ghana mit Hang zu erfundenen Geschichten wurde als jüngster schwarzer Soziologie-Professor gefeiert. Die Begeisterung der woken Kollegen für den Plagiator und Lebenslauferfinder – er lief angeblich 30 Marathons in 35 Tagen, einen davon mit gebrochenem Bein – war noch groß, als längst feststand, dass Arday ein Hochstapler war. Als Wissenschaftler und Journalisten Plagiatsvorwürfen und unglaubwürdigen Erzählungen nachgingen, sprachen Ardays Anwälte reflexartig von „Rassismus“. Scotland Yard riet nach einer Belästigungsanzeige einem Journalisten, keine weiteren Nachforschungen über Arday zu machen. Recherchen über mutmaßlich betrügerische Weiße sind demnach in Ordnung, bei Afrikanern schaltet sich die Polizei ein. Arday wurden am Ende alle Titel aberkannt, worauf er sich das Leben nahm. Die Universität Cambridge, an der viele revolutionäre Entdeckungen gemacht wurden, hat unmittelbar durch Professoren und mittelbar durch Absolventen 120 Nobelpreisträger in MINT-Fächern hervorgebracht. Die weltweite Blamage durch den sowohl peinlichen als auch tragischen Fall Arday war selbstverschuldet und eine Folge der fatalen Woke-Religion.

Annalena Baerbock

Die grüne Politikerin Annalena Baerbock studierte nach eigenen Angaben von 2000 bis 2004 im Diplomstudiengang Politikwissenschaften an der Universität Hamburg und legte dort das Vordiplom ab, was kein Studienabschluss ist. Anschließend wechselte sie zur „London School of Economics and Political Science” (LSE) und schloss einen nur einjährigen Lehrgang mit dem Master in „Public International Law“ (LLM) ab. Laut Vorschrift berechtigt ein deutsches Vordiplom nicht zu dem einjährigen Masterlehrgang. Frau Baerbock, die ihren Lebenslauf mehrfach ändern musste, verteidigte sich damit, dass ihr Vordiplom als Bachelorarbeit akzeptiert wurde.

Eine Anfrage an der LSE zum Thema der Abschlussarbeit von Frau Baerbock erbrachte nichts. Im (hier übersetzten) Antwortschreiben an mich heißt es: „… das bedeutet, dass Prüfungsleistungen von den Auskunftsrechten … ausgenommen sind. Da wir die Arbeit nicht einmal der Person zugänglich machen würden, die die Dissertation eingereicht hat, können wir weder die Dissertation selbst noch Teile davon – einschließlich des Namens des Verfassers oder des Themas der Arbeit – an andere Personen herausgeben.“ Ich hatte mich nur nach dem Titel der Abschlussarbeit erkundigt, nicht nach der Beurteilung. Diese seltsame Antwort verstärkt die Vermutung, dass eine Baerbock-Abschlussarbeit gar nicht existiert.

Meine Frage, wie viel der Baerbock-Kurs gekostet hat, wurde nicht beantwortet. Aufgrund der fadenscheinigen Angaben von Frau Baerbock und der Auskunftsverweigerung der LSE ist die Vermutung naheliegend, dass es sich beim „Master“ der Frau Baerbock um einen „Abschluss“ aus der Bablerklasse handelt, was durch Frau Baerbocks erheiternde Englischkenntnisse unterstrichen wird. Unlängst hat Frau Baerbock einen Lehrauftrag an der Columbia University bekommen. Spätestens ab hier sollte man Begriffe wie „Elite-Uni“ sparsam verwenden.

Es ist faszinierend und bedrückend zugleich, wie zielstrebig Teile der akademischen Welt an ihrem Niedergang arbeiten. Der letzte prominente Plagiatsfall ist Mario Voigt, der CDU-Ministerpräsident von Thüringen. Ich nutze die Jahre, die mir bleiben, alle jungen Menschen in meinem Umfeld vor gewissen Studiengängen zu warnen. Lieber auf einen Titel verzichten, als blamable „Abschlüsse“ a la Zadić, Arday, Baerbock oder Voigt anzustreben.



© 2026 Rudolf Öller, Bregenz  [/2026/roe_2638]

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Helden der Wissenschaft:
James Dewar
(1842-1923)
war ein Pionier der Tieftemperaturphysik und entwickelte das "Dewar-Gefäße" zur Aufbewahrung verflüssigter Gase. Tiefgefrorene Embryonen werden in Dewargefäßen aufbewahrt.

 

Rudolf Oeller:

Typhons Rache

Thriller über die vernichtende Kraft der Rache und den Traum vom ewigen Leben.

Europa Verlagsgruppe.
ISBN 9791257032685

Ein geheimes Forschungsprojekt diente der Produktion von Mensch-Tier-Hybriden. Es wurde erschaffen im Namen des Fortschritts für die Transplantation von Organen, ging aber zugrunde im Schatten politischer und ökonomischer Macht.
Ben Schmitt, einst leitender Genetiker im Projekt Typhon District, lebt im US-Zeugenschutz. Doch die Geister der Vergangenheit lassen ihn nicht los: ein gestohlenes Jahrhundertprojekt, verschwundene Freunde, eine verschollene Geliebte, ein Verrat, der nach Vergeltung schreit.
Gemeinsam mit seinem Freund Mo begibt er sich auf eine gefährliche Reise durch Europa und Asien – auf der Suche nach Antworten, nach Wahrheit, nach Rache. Doch jeder Schritt bringt sie tiefer in ein Netz aus Geheimdiensten, tödlichen Feinden und der grausamen Erkenntnis, dass manche Grenzen der Wissenschaft nie hätten überschritten werden dürfen. Als Ben und Mo erfahren, dass ihr gestohlenes Projekt auf Befehl höchster Regierungsmitglieder in den USA und Russland weiter betrieben wird, kämpfen sie bereits um ihr Leben.
Beklemmend realistisch und gnadenlos spannend – Typhons Rache ist ein rasanter Thriller über die Hybris der Wissenschaft, die Abgründe menschlicher Gier und die zerstörerische Kraft des Vergeltungsdrangs. Wer Gott spielt, muss bereit sein, einen hohen Preis zu zahlen.

Das Buch ist im Handel und im im Internet erhältlich.
Gespräch über Typhons Rache bei Heinzlmaiers Lesezeichen.
Gespräch über Typhons Rache bei Conoscere TV.

Rudolf Oeller:

Typhon District

Thriller über eine Gruppe junger Wissenschaftler, die an ihrer Gier zugrunde ging.
Europa Verlagsgruppe.
ISBN 9791220149914

Als Ben, ein Molekularbiologe, um Hilfe gebeten wird, weil die Schimpansenweibchen im Zoo keinen Nachwuchs bekommen, ahnt er noch nicht, dass seine Welt bald aus den Fugen geraten wird. Die Ursache der Zeugungsunfähigkeit ist nämlich eine Chromosomenmutation der Affendamen, und die bringt seinen Chef auf eine folgenreiche Idee. So entsteht das unter Verschluss gehaltene Projekt Typhon District, benannt nach einem Hybridmonster aus der Mythologie. Erst allmählich kommen bei Ben und seinem internationalen Team Zweifel auf. Doch da sind sie bereits tief in einem Strudel von Geld und Machtgier, Manipulation und Skrupellosigkeit gefangen. Nicht nur ihre eigenen Leben sind bedroht. Als sie das bemerken, ist es bereits zu spät.

Das Buch ist im Handel und im im Internet erhältlich.
Typhon District - Rezension

Rudolf Oeller:

Theke, Antitheke, Syntheke

Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod.

Verlag novum, Zürich.
ISBN 978-3-99130-025-0

Wir waren eine Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern, ein Heavy Metal-Pater, ein schwuler Bierbrauer, eine nymphomanische Jungfrau, ein verkrachter Physiotherapeut und andere schräge Figuren waren dabei.
Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Gruppe von Leseratten, Spinnern, Plaudertaschen. Ein Drink-Team der Extraklasse. Jeder von uns hatte eine dunkle Vergangenheit und etwas zu verbergen.
Voll Hoffnung starteten wir ins Neue Jahr, am Ende wurde es eine Reise in den Tod.

Leser dieser Internetseite werden den einen oder anderen Artikel im Buch wiederfinden.

Das Buch ist beim novum-Verlag, bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.

Interview zum Buch