Welt der Naturwissenschaften und Politik(Scientific Medley)
21. September 2026 |
|
TITELTRICKSER |
In Wien war es lange Zeit üblich, dass (fast) jeder, der ins Kaffeehaus ging und eine Krawatte trug, als „Herr Professor“ oder „Herr Doktor“ angesprochen wurde. Auch die Promotion am Standesamt war üblich. Die Ehefrau eines Juristen oder Arztes wurde so zur „Frau Doktor“, auch wenn sie nur einen Pflichtschulabschluss geschafft hat. Kaffehauspromotionen sind aus der Mode gekommen. Heute muss schon ein echter Titel her. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Entweder man macht die schwere Tour durch eine Universität oder Fachhochschule, was bei MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) mit hohem Arbeitsaufwand verbunden ist. Plagiate sind in diesen Fächern kaum möglich, vor allem dann nicht, wenn es sich um Programmier- oder Laborarbeiten handelt. MINT-Fächer sind die letzten Hochburgen der Qualität an Hochschulen. Eine zweite Möglichkeit, zu einem Titel zu kommen, ist die Absolvierung eines Orchideenfaches. Hier kann es gehäuft zu Plagiatsfällen kommen, wenn es um tausendfach durchgeknetete Themen geht wie „Die Heiratspolitik der Habsburger“ oder um belanglose Genderthemen wie „Postkoloniale Dekonstruktion retardierter weißer cis-Männer“. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, ein Fach zu belegen, und eine Agentur mit dem Schreiben einer Master- oder Doktorarbeit zu beauftragen. Das ist eine leichte, aber teure Tour. Ghostwriter Institute, die gegen Geld schriftliche Diplom- und Doktorarbeiten liefern (study-support.de, wirschreiben.at, ghostwriteragentur.at und andere) findet man im Internet. MINT-Fächer sind teurer als Orchideenfächer, lange Arbeiten kosten mehr als kurze, auch der Zeitfaktor ist eine Geldfrage. Je schneller, desto teurer. Solange die gekauften Autoren Plagiate vermeiden und die Begutachter nicht genau hinsehen, verhelfen extern produzierte Texte zu Titeln. Auch dann, wenn eine Dissertation von vorne bis hinten abgeschrieben wurde, wie im Falle der ehemaligen Justizministerin Alma Zadić, passiert selten etwas. Die Universität Wien hat das Plagiat indirekt bestätigt, als in einer Aussendung verkündet wurde, Frau Zadić habe nicht absichtlich abgeschrieben. Eine abgeschriebene Doktorarbeit nicht absichtlich abgeschrieben zu haben, kann nur eines bedeuten: Die Dissertation hat jemand anderer geschrieben. „VroniPlag Wiki“ dokumentiert seit Jahren plagiatsverdächtige Arbeiten samt ausführlichen Begründungen. Bis heute findet man auf dieser Internetseite über zweihundert Dissertationen, mehrere Habilitationsschriften und eine Masterarbeit. Die akademischen Titel, die aufgrund der Anzeigen aberkannt wurden, werden ebenfalls gelistet. Die jeweiligen Universitäten wurden informiert, doch diese haben aus verständlichen Gründen keine Freude. Wer will sich schon Schlamperei und Pfusch nachsagen lassen? Jason Arday An der Universität Cambridge wurde kürzlich ein Betrugsfall bekannt. Jason Arday, ein junger Mann aus Ghana mit Hang zu erfundenen Geschichten wurde als jüngster schwarzer Soziologie-Professor gefeiert. Die Begeisterung der woken Kollegen für den Plagiator und Lebenslauferfinder – er lief angeblich 30 Marathons in 35 Tagen, einen davon mit gebrochenem Bein – war noch groß, als längst feststand, dass Arday ein Hochstapler war. Als Wissenschaftler und Journalisten Plagiatsvorwürfen und unglaubwürdigen Erzählungen nachgingen, sprachen Ardays Anwälte reflexartig von „Rassismus“. Scotland Yard riet nach einer Belästigungsanzeige einem Journalisten, keine weiteren Nachforschungen über Arday zu machen. Recherchen über mutmaßlich betrügerische Weiße sind demnach in Ordnung, bei Afrikanern schaltet sich die Polizei ein. Arday wurden am Ende alle Titel aberkannt, worauf er sich das Leben nahm. Die Universität Cambridge, an der viele revolutionäre Entdeckungen gemacht wurden, hat unmittelbar durch Professoren und mittelbar durch Absolventen 120 Nobelpreisträger in MINT-Fächern hervorgebracht. Die weltweite Blamage durch den sowohl peinlichen als auch tragischen Fall Arday war selbstverschuldet und eine Folge der fatalen Woke-Religion. Annalena Baerbock Die grüne Politikerin Annalena Baerbock studierte nach eigenen Angaben von 2000 bis 2004 im Diplomstudiengang Politikwissenschaften an der Universität Hamburg und legte dort das Vordiplom ab, was kein Studienabschluss ist. Anschließend wechselte sie zur „London School of Economics and Political Science” (LSE) und schloss einen nur einjährigen Lehrgang mit dem Master in „Public International Law“ (LLM) ab. Laut Vorschrift berechtigt ein deutsches Vordiplom nicht zu dem einjährigen Masterlehrgang. Frau Baerbock, die ihren Lebenslauf mehrfach ändern musste, verteidigte sich damit, dass ihr Vordiplom als Bachelorarbeit akzeptiert wurde. Eine Anfrage an der LSE zum Thema der Abschlussarbeit von Frau Baerbock erbrachte nichts. Im (hier übersetzten) Antwortschreiben an mich heißt es: „… das bedeutet, dass Prüfungsleistungen von den Auskunftsrechten … ausgenommen sind. Da wir die Arbeit nicht einmal der Person zugänglich machen würden, die die Dissertation eingereicht hat, können wir weder die Dissertation selbst noch Teile davon – einschließlich des Namens des Verfassers oder des Themas der Arbeit – an andere Personen herausgeben.“ Ich hatte mich nur nach dem Titel der Abschlussarbeit erkundigt, nicht nach der Beurteilung. Diese seltsame Antwort verstärkt die Vermutung, dass eine Baerbock-Abschlussarbeit gar nicht existiert. Meine Frage, wie viel der Baerbock-Kurs gekostet hat, wurde nicht beantwortet. Aufgrund der fadenscheinigen Angaben von Frau Baerbock und der Auskunftsverweigerung der LSE ist die Vermutung naheliegend, dass es sich beim „Master“ der Frau Baerbock um einen „Abschluss“ aus der Bablerklasse handelt, was durch Frau Baerbocks erheiternde Englischkenntnisse unterstrichen wird. Unlängst hat Frau Baerbock einen Lehrauftrag an der Columbia University bekommen. Spätestens ab hier sollte man Begriffe wie „Elite-Uni“ sparsam verwenden. Es ist faszinierend und bedrückend zugleich, wie zielstrebig Teile der akademischen Welt an ihrem Niedergang arbeiten. Der letzte prominente Plagiatsfall ist Mario Voigt, der CDU-Ministerpräsident von Thüringen. Ich nutze die Jahre, die mir bleiben, alle jungen Menschen in meinem Umfeld vor gewissen Studiengängen zu warnen. Lieber auf einen Titel verzichten, als blamable „Abschlüsse“ a la Zadić, Arday, Baerbock oder Voigt anzustreben. |
|
© 2026 Rudolf Öller, Bregenz [/2026/roe_2638] |
| Übersicht | Sitemap | Joker | Kontakt und Videos | |
| 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 |
| 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 |
| 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
| 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 |
| 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
| 2026 | .. | .. | .. | .. |
|
Helden der Wissenschaft: |
|
Rudolf Oeller:Typhons RacheThriller über die vernichtende Kraft der Rache und den Traum vom ewigen Leben.
|
Rudolf Oeller:Typhon DistrictThriller über eine Gruppe junger Wissenschaftler, die an ihrer Gier zugrunde ging.
|
ISBN 978-3-99130-025-0 |