Welt der Naturwissenschaften und Politik(Scientific Medley)
1. August 2026 |
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SPIESSBÜRGER |
Ein Spießbürger – heute oft "Spießer" genannt – ist eine Person mit einer geistig unbeweglichen Haltung. Typisch für den Spießer ist ein Festhalten an einmal gefassten Meinungen und die strikte Ablehnung von Neuem sowie das Beharren auf der eigenen Moral. Der Ausdruck stammt ursprünglich aus dem Mittelalter. Weniger wohlhabende Bürger konnten sich keine Pferde, Rüstungen und Schwerter leisten. Sie verteidigten bei Bedarf die Stadt zu Fuß mit einem einfachen Spieß und wirkten dabei unbeholfen und schutzlos. Die belächelten und vermeintlichen Spießer des 21. Jahrhunderts sind nicht mehr die braven Kirchgänger der Fünfziger- und Sechzigerjahre, nicht mehr die fleißigen Bürger, die zum Wohlstand des Landes beitragen, nicht mehr die erschrockenen Senioren angesichts eines „Schlurfs“ (altösterreichisch für langhaarige Rocker). Die heutigen Spießer studieren bis zum Abbruch zwanzig Semester Politologie, wackeln um sechs aus dem Bett, weil um sieben die meisten Geschäfte schließen, streben den Job eines Fahrradbeauftragten in einer staatlich finanzierten NGO an und vertreten eine Ideologie über die Winston Churchill einmal sagte: „Es ist die Philosophie des Versagens, das Credo der Ignoranz und das Glaubensbekenntnis des Neids.“ Semi-intellektuelle Experten Das deutsche Nachrichtenmagazin „Focus“ schrieb Mitte November 2018: „Die jüngsten politischen Entscheidungen in den USA und Großbritannien sind die markanten Anzeichen für den Beginn einer Rebellion, die gerade den ganzen Globus erfasst. Zu dieser Prognose kommt der Finanzmathematiker und Philosoph Nassim Nicholas Taleb. In dem Essay, den der gebürtige Libanese für die Neue Zürcher Zeitung verfasst hat, rechnet Taleb mit den „Akademiker-Bürokraten“ und „semi-intellektuellen Experten“ ab. Sie schreiben uns Bürgern vor, was wir tun sollen, was wir essen sollen, wie wir reden sollen, wie wir denken sollen und wen wir wählen sollen. Der Autor geißelt in seinem Essay die „Intellektuellen-Idioten“, die sich anmaßen, für alle Menschen das Leben regulieren zu müssen. In Anspielung auf all die „Besserwisser“ und „Wohlmeinenden“, die gebetsmühlenartig vor populistischen Entscheidungen gewarnt und ihre Unterstützer als dumm abgetan haben, schlussfolgert Taleb: „Wer will es den Menschen da verübeln, dass sie sich auf die eigenen Ur-Instinkte besinnen und lieber auf ihre Großmutter hören als auf diese Narren. Die Intellektuellen-Idioten sind nicht einmal intelligent genug, um Intelligenz zu definieren.“ Gefrierpunkt Erscheint am 8. August 2026 |
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