Welt der Naturwissenschaften und Politik

(Scientific Medley)

 Jahresübersicht 2026

Der Gütige ist frei, auch wenn er ein Sklave ist. Der Böse ist ein Sklave, auch wenn er ein König ist. (Aurelius Augustinus)

21. August 2026

Übersicht

SPIESSBÜRGER


Ein Spießbürger – heute oft "Spießer" genannt – ist eine Person mit einer geistig unbeweglichen Haltung. Typisch für den Spießer ist ein Festhalten an einmal gefassten Meinungen und die strikte Ablehnung von Neuem sowie das Beharren auf der eigenen Moral. Der Ausdruck stammt ursprünglich aus dem Mittelalter. Weniger wohlhabende Bürger konnten sich keine Pferde, Rüstungen und Schwerter leisten. Sie verteidigten bei Bedarf die Stadt zu Fuß mit einem einfachen Spieß und wirkten dabei unbeholfen und schutzlos.

Die belächelten und vermeintlichen Spießer des 21. Jahrhunderts sind nicht mehr die braven Kirchgänger der Fünfziger- und Sechzigerjahre, nicht mehr die fleißigen Bürger, die zum Wohlstand des Landes beitragen, nicht mehr die erschrockenen Senioren angesichts eines „Schlurfs“ (altösterreichisch für langhaarige Rocker). Die heutigen Spießer studieren bis zum Abbruch zwanzig Semester Politologie, wackeln um sechs aus dem Bett, weil um sieben die meisten Geschäfte schließen, streben den Job eines Fahrradbeauftragten in einer staatlich finanzierten NGO an und vertreten eine Ideologie über die Winston Churchill einmal sagte: „Es ist die Philosophie des Versagens, das Credo der Ignoranz und das Glaubensbekenntnis des Neids.“

Semi-intellektuelle Experten

Das deutsche Nachrichtenmagazin „Focus“ schrieb Mitte November 2018: „Die jüngsten politischen Entscheidungen in den USA und Großbritannien sind die markanten Anzeichen für den Beginn einer Rebellion, die gerade den ganzen Globus erfasst. Zu dieser Prognose kommt der Finanzmathematiker und Philosoph Nassim Nicholas Taleb. In dem Essay, den der gebürtige Libanese für die Neue Zürcher Zeitung verfasst hat, rechnet Taleb mit den „Akademiker-Bürokraten“ und „semi-intellektuellen Experten“ ab. Sie schreiben uns Bürgern vor, was wir tun sollen, was wir essen sollen, wie wir reden sollen, wie wir denken sollen und wen wir wählen sollen.

Der Autor geißelt in seinem Essay die „Intellektuellen-Idioten“, die sich anmaßen, für alle Menschen das Leben regulieren zu müssen. In Anspielung auf all die „Besserwisser“ und „Wohlmeinenden“, die gebetsmühlenartig vor populistischen Entscheidungen gewarnt und ihre Unterstützer als dumm abgetan haben, schlussfolgert Taleb: „Wer will es den Menschen da verübeln, dass sie sich auf die eigenen Ur-Instinkte besinnen und lieber auf ihre Großmutter hören als auf diese Narren. Die Intellektuellen-Idioten sind nicht einmal intelligent genug, um Intelligenz zu definieren.“

Dressurversuche

Ganz langsam dämmert es den Gesinnungsjakobinern, dass die Dressurversuche des angeblich dummen Volkes aus dem Ruder zu laufen beginnen. Diejenigen, die von den Spießern laufend gemaßregelt werden, haben heute die Nase gestrichen voll. Die Spießer des 21. Jahrhunderts begnügen sich nicht mehr mit Beleidigungen und Nazi-Satzbausteinen. Jetzt muss Gewalt her, was in Europa längst täglich zu beobachten und erleiden ist.

Die Terroristin Ulrike Meinhof hat bereits in den Siebzigerjahren geschrieben: „Tendenziell ist alles, was ein Prolet macht, richtig, und alles, was ein kleinbürgerlicher Intellektueller macht, falsch.“ Diese radikal dumme Ideologie war die Vorbereitung für das europäische Heute: Alle weißen Männer sind böse, alle Frauen sind Opfer, ebenso alle Migranten und alle rechts der Mitte wählenden Menschen sind Gedankenverbrecher. George Orwell hatte das bereits 1945 in seiner Kommunismus-Satire „Animal Farm“ festgehalten: „Vier Beine guuut! Zwei Beine böööse!“ Die Linke in Europa stolpert immer öfter über ihre eigene Kleinkariertheit inclusive aller Widersprüche.

Die Widersprüche

Sie sind für den Schutz des Lebens vor Gentechnik, Atomkraft, Fleischkonsum usw., aber der Menschenschutz gilt nicht im Mutterleib;
Sie beseitigen Straßennamen, die mit Nationalsozialisten in Zusammenhang stehen könnten, aber sie errichten für den psychopathischen Massenmörder Che Guevara ein Denkmal;
Sie behaupten, dass alle Menschen gleich seien, beklatschen aber die Multikulti-Diversität;
Sie sind in der Bildungspolitik für Chancengleichheit, wollen aber Ergebnisgleichheit;
Sie treten für Frauenrechte ein, fordern aber Toleranz gegenüber dem Islam, wo Frauen deutlich weniger Rechte haben als Männer.

Der Gott des Gemetzels

In Roman Polanskis Film „Der Gott des Gemetzels“ spielt Jodie Foster die unerbittliche Moralistin Penelope, die ihre Realität mit politisch korrekten Ansichten zubetoniert. Wer in ihren Dunstkreis gerät, wird unter Druck gesetzt, sich zu ihren Werten zu bekennen. Je länger der Zuschauer Penelopes aggressiven Aussagen lauscht, desto schwerer fällt es ihm, dieser moralinsauren Frau nicht an die Gurgel zu gehen. Penelope ist das Urbild des modernen Blockwarts. Sie offenbart auf unerträgliche Weise die Überheblichkeit des neuen Spießers, was sie in der Rüstung der Moralität unangreifbar macht.

Verhaltensoriginell

Seit mindestens einer Generation werden wir sprachlich dressiert. Die dunkelhäutigen Menschen hießen einmal „Farbige“. Dann wurden sie in „Schwarze“ umbenannt, was eine Verwechslung mit ÖVP-Mitgliedern zur Folge hatte. Heute muss man „Afroeuropäer“ oder „People of Color“ sagen – bis zur nächsten lächerlichen Sprachänderung. „Verhaltensauffällig“ ist gaga. Es heißt „verhaltensoriginell“. „Behinderte“ gibt es nicht mehr, es sind „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ und Häftlinge werden demnächst „Personen mit staatlich geregeltem Tagesablauf“ heißen. Für frei und klar denkende Menschen sind diese Formulierungen eine biblische Plage.

Sie haben (oft erfolglos) Politologie, Soziologie oder Genderismus studiert, sitzen in Kammern, Gewerkschaften und Redaktionen, haben wenig zu tun, framen fiktive Realitäten herbei, erfinden spießige Sprachregeln und haben noch nicht mitbekommen, dass wir, das vermeintlich einfache Volk, von diesen Knallchargen genug haben. Wenn dann Teile des Volks in der Wahlzelle Rache üben, beschwören die Spießer Adolfs Machtübernahme, doch auch das funktioniert inzwischen nicht mehr.



© 2026 Rudolf Öller, Bregenz  [/2026/roe_2632]

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Helden der Wissenschaft:
Max Delbrück
(1906-1981)
studierte ursprünglich Astronomie und Physik. Er wandte später das bei Naturwissenschaftlern übliche analytische Denken in der Biologie an und bekam den Nobelpreis für Zellforschung.

 

Rudolf Oeller:

Typhons Rache

Thriller über die vernichtende Kraft der Rache und den Traum vom ewigen Leben im Diesseits.
(Fortsetzung von Typhon District)
Europa Verlagsgruppe.
ISBN 9791257032685

Ein geheimes Forschungsprojekt diente der Produktion von Mensch-Tier-Hybriden. Es wurde erschaffen im Namen des Fortschritts für die Transplantation von Organen, ging aber zugrunde im Schatten politischer und ökonomischer Macht.
Ben Schmitt, einst leitender Genetiker im Projekt Typhon District, lebt im US-Zeugenschutz. Doch die Geister der Vergangenheit lassen ihn nicht los: ein gestohlenes Jahrhundertprojekt, verschwundene Freunde, eine verschollene Geliebte, ein Verrat, der nach Vergeltung schreit.
Gemeinsam mit seinem Freund Mo begibt er sich auf eine gefährliche Reise durch Europa und Asien – auf der Suche nach Antworten, nach Wahrheit, nach Rache. Doch jeder Schritt bringt sie tiefer in ein Netz aus Geheimdiensten, tödlichen Feinden und der grausamen Erkenntnis, dass manche Grenzen der Wissenschaft nie hätten überschritten werden dürfen. Als Ben und Mo erfahren, dass ihr gestohlenes Projekt auf Befehl höchster Regierungsmitglieder in den USA und Russland weiter betrieben wird, kämpfen sie bereits um ihr Leben.
Beklemmend realistisch und gnadenlos spannend – Typhons Rache ist ein rasanter Thriller über die Hybris der Wissenschaft, die Abgründe menschlicher Gier und die zerstörerische Kraft des Vergeltungsdrangs. Wer Gott spielt, muss bereit sein, einen hohen Preis zu zahlen.

Das Buch ist im Handel und im im Internet erhältlich.
Gespräch über Typhons Rache bei Heinzlmaiers Lesezeichen.
Gespräch über Typhons Rache bei Conoscere TV.

Rudolf Oeller:

Typhon District

Thriller über eine Gruppe junger Wissenschaftler, die an ihrer Gier zugrunde ging.
Europa Verlagsgruppe.
ISBN 9791220149914

Als Ben, ein Molekularbiologe, um Hilfe gebeten wird, weil die Schimpansenweibchen im Zoo keinen Nachwuchs bekommen, ahnt er noch nicht, dass seine Welt bald aus den Fugen geraten wird. Die Ursache der Zeugungsunfähigkeit ist nämlich eine Chromosomenmutation der Affendamen, und die bringt seinen Chef auf eine folgenreiche Idee. So entsteht das unter Verschluss gehaltene Projekt Typhon District, benannt nach einem Hybridmonster aus der Mythologie. Erst allmählich kommen bei Ben und seinem internationalen Team Zweifel auf. Doch da sind sie bereits tief in einem Strudel von Geld und Machtgier, Manipulation und Skrupellosigkeit gefangen. Nicht nur ihre eigenen Leben sind bedroht. Als sie das bemerken, ist es bereits zu spät.

Das Buch ist im Handel und im im Internet erhältlich.
Typhon District - Rezension