Welt der Naturwissenschaften und Politik(Scientific Medley)
(Jean-Jacques Rousseau) 12. Juni 2026 |
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EIN ÖDER STERN |
Es gab immer schon Zeiten, da liefen ausgemergelte Typen im Büßerhemd herum und hielten Schilder in der Hand mit dem Hinweis „Das Ende ist nahe“. Solche Endzeitexperten waren auch die Zeugen Jehovas. Sie sagten den Weltuntergang für 1914, 1918 und 1925 voraus. 1975 warnten sie zum letzten Mal vor dem Weltuntergang, der nicht kommen wollte. Später sorgten Nostradamus, die Sonnenfinsternis von 1999 und der Mayakalender für Nervosität. Unsere Welt gibt es aber immer noch. Die „Masters of Desaster“ sind zurzeit die Grünen und ihre Journalisten. Diese sitzen in den Redaktionen der Medien und lassen uns sterben ohne Ende. Lust am Desaster Auch Hollywood mischte eine Zeitlang mit. Terminator, Waterworld, End of Days, Independence Day, Deep Impact und andere Filme zelebrierten die Lust am Desaster. Das Ausbleiben des Weltuntergangs ist wahrscheinlich nur Pech, denn die Medien, die darüber berichten, sind bekanntlich seriös und arbeiten faktenbasiert. Die Achtzigerjahre waren die große Zeit der noch jungen Grünen. Die Kommunisten scharrten bereits mit den Füßen, aber sie hatten bei den Grünen damals noch wenig zu sagen. Grün war zu Beginn noch bürgerlich. Die „Kronenzeitung zeigte sich im Oktober 1984 nach dem Einzug der Grünen in den Vorarlberger Landtag begeistert: „Grün – das ist nicht allein das selbstverständliche Eintreten für eine gesündere Umwelt. Grün ist auch ein Protest gegen versteinerte Politstrukturen, gegen eine hartherzige Machtpolitik.“ Der Schwarzwald stirbt Im Frühjahr 1982 erschien im Magazin „Der Spiegel“ – das Zentralorgan für Kulturpessimismus – eine kleine Serie mit dem Titel „Die Erde wird ein öder Stern“. Die Lektüre machte jedem Leser klar, dass das Ende nahe sei und belegte alles mit Bildern von regulierten Flüssen und Tränengas-Einsätzen gegen Naturschützer. Im Februar 1983 hieß es im Spiegel „Wir stehen vor einem ökologischen Hiroschima“. Es ging um das Waldsterben, das damals beliebteste Weltuntergangsthema. Dem Wald ging es wegen der Schwefelemissionen tatsächlich nicht gut. Inzwischen haben die Industrienationen das Problem technisch in den Griff bekommen. Das Bild der untergehenden Welt war jedenfalls maßlos übertrieben. Der Spiegel jammerte auch am 17. Dezember 1984: „Der Schwarzwald stirbt“. Das Fällen alter und kranker Bäume wurde in diesem Artikel „Notschlachtung“ genannt. Der Schwarzwald ist nicht gestorben, wie wir wissen, und der Spiegel lässt die Welt auch heute noch untergehen. Irgendwann wird Armageddon schon eintreten, denken manche Journalisten, und wer zuerst jammert, mahlt zuerst. Potenzprothese Im September 1986 berichtete „profil“ unter dem Titel „Vom Sterben der Menschen und der Wälder“. In dem Artikel erfuhren wir bereits vor vier Jahrzehnten, dass das „Auto ein parasexuelles Symbol und eine Potenzprothese“ ist. Es ging auch damals um Emissionen, Tempolimits und gegen die Kernenergie. Am 20. März 1995 prangte auf dem Spiegel-Titelblatt eine in den Fluten absaufende Erdkugel. Der Titel lautete „Vor uns die Sintflut“. Es dürfte sich um den ersten großen Panikartikel über den nahenden Klimawandel gehandelt haben. Immerhin wurde im Artikel darauf hingewiesen, dass sich das Klima in der Vergangenheit schon oft geändert hat, meist innerhalb weniger Jahrzehnte. Wer diese Tatsache heute im Zeitalter woker Schlagwörter erwähnt, bekommt augenblicklich den Titel „Klimaleugner“ umgehängt. Nervensägen Dennis Meadows, der Autor von „Grenzen des Wachstums“, sagte in einem Spiegel-Interview (Nr. 29/1989) voraus, dass die Erde in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts ökologisch gegen die Wand fahren würde. Hört man Endzeit-Nervensägen wie Greta Thunberg oder Lisa Neubauer länger zu, könnte man tatsächlich depressiv werden, daher sollten sich die beiden Warntexte an den Pullover nähen. Es ist nicht so, dass wir keine Umweltprobleme hätten, aber das Dauerjammern ist inzwischen lästig geworden wie ein Kropf und Hämorrhoiden auf einmal. Wir sind ständig im Überlebensmodus. Wir überlebten den Waldsterbismus, den Ozonlochismus, den Schweinegrippismus, den Vogelgrippismus und werden auch den Hantavirismus und am Ende den Klimakatastrophismus überleben, vor allem auch deshalb, weil Klima“experten“ einige schlimme Prophezeiungen kürzlich zurücknehmen mussten. Am 21. Dezember 2012 ging wegen eines falsch gedeuteten Maya-Kalenders die Welt zuletzt unter. Im Februar 2007 sagte die BILD-Zeitung aufgrund von „Experten-Analysen“ voraus, dass die Erde – selbstverständlich wissenschaftlich belegbar – in 13 Jahren den Hitzetod sterben würde. Laut „Experten“-Meinung sollten wir demnach seit sechs Jahren alle tot sein. Wir Ignoranten leben jedoch weiter, ohne um Erlaubnis zu fragen. Die Grünen – inzwischen zu Marxisten/Leninisten 2.0 mutiert – sind in den letzten Jahren immer lauter geworden und träumen überall von linken Superkoalitionen, was nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische Katastrophen hervorrufen würde. Dreckschleudern Es ist in Vergessenheit geraten, dass die Idee eines sorgfältigen Umgangs mit der Umwelt ein bürgerlicher Gedanke war und ist. Die schlimmsten Dreckschleudern sind nicht die so genannten kapitalistischen Länder, es waren die kommunistischen Länder des Ostblocks. Genau das würde wiederkommen, wenn Marxisten zum Regieren kämen. Heute würde der bekennende Marxist Andreas Babler gerne mit den Grünen eine Koalition bilden. Vor vierzig Jahren hieß der SPÖ-Vorsitzende Fred Sinowatz. Am 24. Oktober 1984 war in den Medien eine Aussendung der SPÖ zu lesen: „Die Grünen sind Träumer, die eine eindimensionale Sicht der Dinge haben. Die Sozialdemokratie ist die einzige Gruppierung, die für die wirtschaftliche Grundlage des Wohlstands sorgt.“ Wie sich die Zeiten doch ändern. |
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