Welt der Naturwissenschaften und Politik

(Scientific Medley)

 Jahresübersicht 2026

Dass die Wölfe nach Freiheit schreien, ist begreiflich; wenn die Schafe in ihr Geschrei einstimmen, so beweisen sie damit nur, dass sie Schafe sind.
(Rudolf von Jhering)


26. März 2026

Übersicht

PILOTEN DES FORTSCHRITTS


Wladimir Putin und Xi Jinping trafen sich anlässlich des 80. Jahrestages der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg. Über ein offenes Mikrophon wurde ein Gesprächsthema bekannt. Putin und Xi Jinping unterhielten sich über Fortschritte in der Biotechnologie.

"Mit der Entwicklung der Biotechnologie können menschliche Organe immer weiter transplantiert werden. Menschen werden immer jünger und jünger und können sogar Unsterblichkeit erlangen", sagte Putin zu seinem chinesischen Amtskollegen. Xi entgegnete: "Nach Voraussagen gibt es noch in diesem Jahrhundert die Möglichkeit, bis zu 150 Jahre alt werden zu können." Putin bestätigte in einer Pressekonferenz das Gesprächsthema. Er betonte dabei, dass er tatsächlich glaube, die moderne Biotechnologie werde schon bald maßgeschneiderte Organe erzeugen können, um Menschen länger leben zu lassen.

Der berühmte amerikanische Journalist und Autor Norman Mailer hat die Sache vermutlich ähnlich gesehen, als er sagte: „Was heute als Science-Fiction beginnt, wird morgen als Reportage zu Ende geschrieben.“ Leider ist es unmöglich, die Zukunft vorauszusehen. Vieles, von dem, was angekündigt wurde, kam nicht, wie etwa ein Aids-Impfstoff. Andererseits wurde viel erfunden und entdeckt, was zuvor für unmöglich gehalten wurde.

Ahnungslos

In den letzten Jahren verging kaum ein Tag, an dem nicht irgendein Wieselwort für mehr Demokratie ertönte. Offenbar glauben einige Gesellschafts-Spengler immer noch, dass alles „demokratisch“ beschlossen werden müsse. Welch aufgesetzte Naivität! Der wahre Fortschritt kam noch nie aus demokratischen Abstimmungen. Aus diesem Grund sind die Naturwissenschaften die verhassten Feinde postmoderner ideologen.

Das Internet entstand aus einem Projekt der US-Army namens ARPANET. 1969, als Neil Armstrong den Mond betrat, ging ARPANET in Kalifornien in Betrieb. Später entstand daraus – ohne jede demokratische Willensbildung – das World Wide Web. Konstruktion und Bau der ersten Atombomben war ebenfalls ein Geheimprojekt der US-Army. Die erste Kernspaltung entdeckte Otto Hahn einen Tag vor Weihnachten 1938 zufällig in seinem Labor in Berlin, die Gentechnik entstand ebenfalls unabsichtlich und undemokratisch in Basel, und Christiaan Barnard ließ niemanden abstimmen, als er 1967 in Kapstadt erstmals ein menschliches Herz transplantierte. Er tat es, weil er es konnte. Als der ukrainische Raketenkonstrukteur Sergej Koroljow Ministerpräsident Chruschtschow fragte, ob er mit der neu entwickelten atomaren Interkontinentalrakete R-7 einen Satellitentest machen dürfe, hatte Chruschtschow keine Ahnung, worum es ging. Der mächtige Mann nickte nur. So kam es zum historischen Flug von Sputnik 1 im Oktober 1957.

Gewaltenteilung

Das Wesen unserer westlichen Demokratie liegt in der Gewaltenteilung. Das gesetzgebende Parlament, die Regierung und die Rechtsprechung gehorchen nur in Diktaturen einer zentralen Macht. Manchmal ist auch von einer vierten Gewalt die Rede. Das wären die Medien. Die revolutionärste Macht geht jedoch ausschließlich von Naturwissenschaften und Technik aus. Keine einzige der abertausenden Erfindungen war das Resultat demokratischer Abstimmungen. Das ist auch nicht möglich. Wie soll jemand entscheiden, ob ein Experiment gerechtfertigt oder gefährlich ist, wenn nicht einmal Grundlagenwissen vorhanden ist?

Freie Radikale

Naturwissenschaftler waren und sind freie Radikale, die immer tun, was sie können. Philosophen, Ideologen, Ethiker und Politiker fragen immer im Nachhinein, ob dies oder jene Erfindung verboten werden müsse. Sie kommen dabei immer zu spät. Ich habe mir erlaubt, in meinen beiden letzten Büchern (Typhon District und Typhons Rache) diese Frage und den Wunsch mächtiger alter Männer nach dem ewigen Leben im Disseits politisch wenig korrekt anzugehen.

Einem Biologieprofessor habe ich folgende Worte in den Mund gelegt:

„Was die Wissenschaft kann, wird durchgeführt, denn Wissenschaft ist globalisiert und somit grenzenlos geworden. Ethische Fragen beschränken sich auf lokale kulturelle und religiöse Gepflogenheiten. Wissenschaftliche Methoden werden daher immer öfter dort angewendet, wo keine lokale Ethik sich den wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Interessen entgegen stellt. Die moderne Biologie hat die Frage nach einer neuen Gen-Ethik laut werden lassen. Der Ruf einer fundamentalistischen Ethik lautet dabei sinngemäß: Alles, was die Natur selbst macht, ist auch in der Forschung erlaubt. Was in der Natur nicht vorkommt, soll verboten werden. Schon die Antwort auf die Frage, was die Natur alles macht, liefert Überraschungen. Die Natur schleuste mit Hilfe von Viren Gene in fremde Zellen ein, lange bevor es die Gentechnik gab. Der Druck, den wir Wissenschaftler manchmal verspüren, kommt von Leuten, die nicht wissen, was wir voranbringen. Sie glauben, uns Vorschriften machen zu können, leben aber emotional und intellektuell auf den Bauernhöfen der Romantik.“

Supermächte

Die moderne Biologie, die Medizintechnik, das Internet, die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz und andere Fortschritte kosten Arbeitsplätze, es werden aber auch neue geschaffen. Alleine die Gentechnik und die Reproduktionsmedizin haben Fragen aufgeworfen, die noch vor einer Generation unvorstellbar waren. Sogar der Krieg wurde wegen der Entwicklung der Drohnentechnik und der Kampfroboter neu erfunden. Unsere Welt befindet sich in einem radikalen Umbruch.

Wie sieht die Welt morgen aus? Wie bedrohen uns die neuen Kriegstechniken? Wie werden sich Arbeit und Pensionen entwickeln? Weder heutige Politiker noch die besten KI-Programme können diese Fragen beantworten. Die grünen Prügel, die die Europäische Union der Wirtschaft und Wissenschaft zwischen die Füße wirft, haben weder mit Problemlösungen noch mit Ethik zu tun. Ideologen, Ethiker, Politiker, Aktivisten, „Experten“ – niemand von ihnen generiert Fortschritt. Das können nur gebildete frei denkende und handelnde Menschen. Die Piloten des Fortschritts waren und sind der Politik immer um mindestens zwei Schritte voraus. Sie sind freie Radikale, die ihre eigenen Regeln selbst gestalten. Das kann sogar das größte Bürokratiekombinat der Welt – das EU-Parlament – nur bremsen, niemals aber verhindern.



© 2026 Rudolf Öller, Bregenz  [/2026/roe_2612]

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Helden der Wissenschaft:
Thoms Alva Edison
(1847-1931)
begann als kleiner Zeitungsjunge und wurde einer der bedeutendsten Erfinder weltweit. Seine wichtigste Erfindung war der Tonträger, der Ururgroßvater aller CDs und DVDs.

 

Rudolf Oeller:

Typhons Rache

Thriller über die vernichtende Kraft der Rache und den Traum vom ewigen Leben im Diesseits.
(Fortsetzung von Typhon District)
Europa Verlagsgruppe.
ISBN 9791257032685

Ein geheimes Forschungsprojekt diente der Produktion von Mensch-Tier-Hybriden. Es wurde erschaffen im Namen des Fortschritts für die Transplantation von Organen, ging aber zugrunde im Schatten politischer und ökonomischer Macht.
Ben Schmitt, einst leitender Genetiker im Projekt Typhon District, lebt im US-Zeugenschutz. Doch die Geister der Vergangenheit lassen ihn nicht los: ein gestohlenes Jahrhundertprojekt, verschwundene Freunde, eine verschollene Geliebte, ein Verrat, der nach Vergeltung schreit.
Gemeinsam mit seinem Freund Mo begibt er sich auf eine gefährliche Reise durch Europa und Asien – auf der Suche nach Antworten, nach Wahrheit, nach Rache. Doch jeder Schritt bringt sie tiefer in ein Netz aus Geheimdiensten, tödlichen Feinden und der grausamen Erkenntnis, dass manche Grenzen der Wissenschaft nie hätten überschritten werden dürfen. Als Ben und Mo erfahren, dass ihr gestohlenes Projekt auf Befehl höchster Regierungsmitglieder in den USA und Russland weiter betrieben wird, kämpfen sie bereits um ihr Leben.
Beklemmend realistisch und gnadenlos spannend – Typhons Rache ist ein rasanter Thriller über die Hybris der Wissenschaft, die Abgründe menschlicher Gier und die zerstörerische Kraft des Vergeltungsdrangs. Wer Gott spielt, muss bereit sein, den Preis zu zahlen.

Das Buch ist im Handel und im im Internet erhältlich.

Rudolf Oeller:

Typhon District

Thriller über eine Gruppe junger Wissenschaftler, die an ihrer Gier zugrunde ging.
Europa Verlagsgruppe.
ISBN 9791220149914

Als Ben, ein Molekularbiologe, um Hilfe gebeten wird, weil die Schimpansenweibchen im Zoo keinen Nachwuchs bekommen, ahnt er noch nicht, dass seine Welt bald aus den Fugen geraten wird. Die Ursache der Zeugungsunfähigkeit ist nämlich eine Chromosomenmutation der Affendamen, und die bringt seinen Chef auf eine folgenreiche Idee. So entsteht das unter Verschluss gehaltene Projekt Typhon District, benannt nach einem Hybridmonster aus der Mythologie. Erst allmählich kommen bei Ben und seinem internationalen Team Zweifel auf. Doch da sind sie bereits tief in einem Strudel von Geld und Machtgier, Manipulation und Skrupellosigkeit gefangen. Nicht nur ihre eigenen Leben sind bedroht. Als sie das bemerken, ist es bereits zu spät.

Das Buch ist im Handel und im im Internet erhältlich.
Typhon District - Rezension