Welt der Naturwissenschaften und Politik(Scientific Medley)
(Marion Gräfin Dönhoff) 10. Dezember 2025 |
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GOTHIC MODERN |
Der Besuch von Bildergalerien, insbesondere von Sonderausstellungen, zählt neben Konzertbesuchen zu meinen liebsten Freizeitbetätigungen. Es ist Geschmacksache, welche der Galerien wem am besten gefallen. Zu meinen Favoriten zählen mehrere Häuser, wie etwa das Museum of Modern Arts in New York City, der Prado in Madrid und die Albertina in Wien. Letztere deshalb, weil bisher kein einziger Besuch einer Sonderausstellung vergeblich war. Blick auf eine frühere Epoche „Gothic Modern“ war der Grund, warum ich auch diesmal in die Albertina ging, obwohl der Titel der Ausstellung etwas verwirrend klingt. Auf der Internetseite der Albertina ist (bis Jänner 2026) zu lesen: „Die Moderne bedeutete vor allem einen Bruch mit der bis dahin dominierenden akademischen Tradition. Gleichzeitig richteten viele Kunstschaffende den Blick auf eine deutlich weiter zurückliegende Epoche: die Gotik. In der mittelalterlichen Kunst fanden sie Sujets, Motive und Ausdrucksformen, die ihrer eigenen Suche nach Wahrhaftigkeit näherkamen als die an den Akademien vermittelten Normen.“ Tatsächlich haben viele Künstler der Moderne im auslaufenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert Anleihen bei Motiven der Gotik genommen. Kunsthistorikern ist das wahrscheinlich nicht neu. Mir öffnete dies Tatsache einen neuen Blick auf die Moderne: Bekannte Künstler wie Edvard Munch, Vincent van Gogh usw. haben sich von Lucas Cranach, Albrecht Dürer und anderen inspirieren lassen. Genau darum geht es in der sehenswerten Ausstellung der Albertina. Nichts Neues Während ich die zum Teil melancholischen Bilder betrachtete, fiel mir ein, dass sich Künstler fast immer bei Vorgängern bedienen. Komponisten suchen Themen bei verschiedenen Vorbildern genauso wie Autoren der Weltliteratur bei anderen Autoren. Der Ausdruck „konservativ“ bekommt hier eine neue Bedeutung. Kein Spitzenkünstler macht radikal Neues oder gar Revolutionen, sondern entwickelt alte Muster und Ideen weiter. Das gilt auch für die Rock- und Popmusik. Die angeblich so rebellischen Rolling Stones haben mit solider alter Bluesmusik begonnen und diese weiterentwickelt. |
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© 2025 Rudolf Öller, Bregenz [/2025/roe_2550] |
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